Deutscher Gewerkschaftsbund

24.10.2014

Arbeit der Zukunft gestalten

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Was in Zeiten von Digitalisierung und Globalisierung gute Arbeit ausmacht, will der DGB mit einem neuen Projekt konkretisieren.

DGB-Projekt. Gute Arbeit für alle Beschäftigten ist seit Gründung der Gewerkschaften das Ziel. Nichts anderes wollen DGB und Gewerkschaften mit ihrem neuen Projekt „Arbeit der Zukunft“ erreichen. Ziel ist es, die Arbeit der Zukunft zu gestalten. Dabei geht es um mehr als Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Gewerkschaften wollen Belastungen etwa durch die Entgrenzung der Arbeit reduzieren und neuen Risiken entgegen wirken. Es geht aber auch um Chancen der neuen Arbeitsformen, zum Beispiel für eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Leben.

An Ideen anknüpfen
Dazu soll auch ein längerfristiges neues Arbeitsforschungsprogramm beitragen. Gemeinsam wollen Bundesregierung, Arbeitgeber und der DGB das Programm im Frühjahr 2015 starten. Unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung soll es zunächst um „Arbeit in der digitalen Welt“ gehen. „Wir knüpfen an einer guten gewerkschaftlichen Idee an, aber wir setzen nicht auf die Wiederbelebung einer glorreichen Vergangenheit. Wir wollen nach vorne schauen und die neuen Formen der Arbeit gestalten“, stellt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach klar.

Digitale Wirtschaft

Jobs in der digitalen Wirtschaft haben großes Zukunftspotenzial. Das bedeutet aber nicht, dass auch die Arbeitsbedingungen top sind. Steigende Arbeitsdichte, Arbeitshetze, ständige Erreichbarkeit prägen den digitalen Arbeitsalltag. Nur Mittelmaß ist die Arbeitsqualität in der IT-Dienstleistungsbranche, das zeigt eine Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit. Das zu ändern, ist ein Ziel des neuen DGB-Projektes. einblick

Breit angelegte Forschung
Derzeit befindet sich die Arbeitswelt in einem grundlegenden Wandel. Wie etwa die Digitalisierung der Wirtschaft die Arbeitsbedingungen verändern wird, steht noch längst nicht fest. Auf dem DGB-Kongress im Mai 2014 haben die DGB-Gewerkschaften deshalb die Notwendigkeit einer intensiven und breit angelegten Arbeitsforschung bekräftigt. Sie soll den „Umbrüchen in der Arbeitswelt, der Digitalisierung der Arbeit, dem demografischen Wandel, innovativen Entwicklungen in der Produktion und der Dienstleistungsarbeit sowie neuen Anforderungen an die Qualifikation und Qualifizierung der Arbeitskräfte gerecht werden und eine größtmögliche Beteiligung der Beschäftigten, Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräte sichern“.

Praxisorientierte Ansätze
Die Gewerkschaften wollen die Umsetzung des Arbeitsforschungsprogramms der Bundesregierung aktiv begleiten. DGB und Mitgliedsgewerkschaften beteiligen sich an der Konzeption des Förderschwerpunktes und bringen eigene Fragestellungen ein. Beim DGB-Bundesvorstand wurde dazu ein neues Projekt ins Leben gerufen. Unter Federführung des Vorstandsbereichs von Annelie Buntenbach sollen Eckpunkte für praxisorientierte Ansätze zu einer menschengerechten Gestaltung von Arbeit entwickelt und die Anforderungen an die Politik und an die Arbeitsforschung formuliert werden. Dabei geht es etwa darum, praxisorientierte Lösungen in beteiligungsorientierten Beschäftigungs- und Arbeitsformen zu entwickeln.

Erschienen in: einblick 19/2014 vom 27.10.2014
Online seit: 24.10.2014


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