Deutscher Gewerkschaftsbund

05.12.2017

Das ändert sich 2018 für Arbeitnehmer und Versicherte

Stand: 5. Dezember 2017

Am 1. Januar 2018 treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft - unter anderem beim Mutterschutz und bei der betrieblichen Altersversorgung. Was ändert sich noch für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Versicherte? Eine Übersicht.

Jahreszahl 2018 auf Notizzettel an Pinnwand geheftet

Colourbox.de

Mutterschutz

Ab 1. Januar 2018 schützt das Mutterschutzgesetz (MuSchG) nun auch Studentinnen, Schülerinnen und Auszubildende. Es verbessert den Kündigungsschutz und verpflichtet die Arbeitgeber nun deutlicher, Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass eine Schwangerschaft kein Aus für die Berufstätigkeit bedeuten muss. Außerdem gilt ein neues Genehmigungsverfahren für Nachtarbeit – an diesem Punkt des neuen Gesetzes übte der DGB deutliche Kritik.

Mehr zum Thema beim Bundesfamilienministerium...

Entgeltgleichheit

Um mehr Transparenz bei Lohnunterschieden zwischen Frauen und Männern zu schaffen, haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig einen individuellen Auskunftsanspruch darüber, wie die Bezahlung ihrer Kollegen bei einer gleichartigen Tätigkeit ist. Dies gilt für Betriebe ab 200 Beschäftigte. "Ein erster wichtiger Schritt, der aber nicht automatisch für mehr Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen sorgt. Denn kleine Betriebe, in denen es besonders häufig Diskriminierung gibt, werden vom neuen Gesetz zur Lohngerechtigkeit gar nicht erst erfasst", so die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Mehr zum Thema beim Bundesfamilienministerium...

Betriebliche Altersversorgung

Durch das neue Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) sollen künftig auch Beschäftigte kleiner Unternehmen und geringfügig Beschäftigte Zugang zu einer Betriebsrente erhalten. Damit alle Beschäftigten möglichst viel Sicherheit und wenige Risiken haben, wurde das neue Sozialpartnermodell eingeführt. Es soll sicherstellen, dass die Bedingungen für betriebliche Altersversorgung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften auf Augenhöhe ausgehandelt werden. Der DGB begrüßt das Gesetz im Grundsatz, übt aber auch Kritik: "Zur Wahrheit gehört aber auch, dass wir es vorgezogen hätten, wenn der Gesetzgeber einen verbindlichen Sicherungsbeitrag der Arbeitgeber vorgesehen hätte", so DGB-Vorstand Annelie Buntenbach.

Mehr zum Thema auf den Seiten der Bundesregierung...

Beitragsbemessungsgrenzen

Die Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West) liegt ab 1. Januar 2018 bei 6.500 Euro pro Monat. Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt auf 5.800 Euro pro Monat. Außerdem ändern sich weitere Rechengrößen in der Sozialversicherung:

Beitragsbemessungsgrenzen
  West Ost
Beitragsbemessungsgrenze für die allg. Rentenversicherung  6.500 Euro/Monat 5.800 Euro/Monat
Beitragsbemessungsgrenze für die knappschaftliche Rentenversicherung 8.000 Euro/Monat 7.150 Euro/Monat
Versicherungspflichtgrenze in der GKV 59.400 Euro/Jahr (4.950 Euro/Monat)
Beitragsbemessungsgrenze in der GKV 53.100 Euro/Jahr ( 4.425 Euro/Monat)
Vorläufiges Durchschnittsentgelt für 2018 - allg. Rentenversicherung 37.873 Euro/Jahr Hochwertung
um 1,1248
Bezugsgröße in der Sozialversicherung 3.045 Euro/Monat 2.695 Euro/Monat

Mehr zum Thema auf den Seiten der Bundesregierung...

Steuerfreibeträge

Der Grund­frei­be­trag, der Kin­der­frei­be­trag und das Kin­der­geld stei­gen 2018 weiter:

Steuerfreibeträge
  2017 Anhebung um 2018
Grundfreibetrag 8.820 Euro 180 Euro

9.000 Euro

Kinderfreibetrag   4.716 Euro 72 Euro 4.788 Euro
Kindergeld      
1. und 2. Kind  192 Euro 2 Euro  194 Euro
3. Kind 198 Euro 2 Euro 200 Euro
4. und jedes weitere Kind 223 Euro 2 Euro 225 Euro
Unterhaltshöchstbetrag
(§ 33a EStG) entsprechend
der Anhebung des Grundfreibetrags
8.820 Euro 180 Euro 9.000 Euro

Mehr zum Thema beim Bundesfinanzministerium...

Zusatzbeiträge in der Krankenversicherung

Für 2018 wird bei der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) der durchschnittliche Zusatzbeitrag von 1,1 auf 1,0 Prozent gesenkt. Die Zusatzbeiträge der Gesetzlichen Krankenkassen zahlen die Versicherten komplett selbst – die einzelnen Gesetzlichen Krankenkassen können von diesem durchschnittlichen Zusatzbeitrag allerdings nach oben oder unten abweichen. Wir haben die Übersicht aller Kassen zusammengestellt.

Mehr zum Thema...

Hartz IV

Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II steigt für Alleinstehende von 409 Euro auf 416 Euro pro Monat. Die Grundsicherung für Kinder und Jugendliche vom 7. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhöht sich um fünf Euro.

  Regelsatz ab 1.1.2018 Veränderung gegenüber 2017 Regelbedarfsstufe
Alleinstehend/Alleinerziehend 416 Euro + 7 Euro Regelbedarfsstufe 1
Erwachsene nicht-erwerbsfähige/Behinderte (z.B. Wohngemeinschaften) 416 Euro + 7 Euro Regelbedarfsstufe 1
Paare je Partner/Bedarfsgemeinschaften 374 Euro + 6 Euro Regelbedarfsstufe 2
Erwachsene Behinderte in stationären Einrichtungen (bis Ende 2019)  332 Euro + 5 Euro Regelbedarfsstufe 3
nicht-erwerbstätige Erwachsene unter 25 Jahre im Haushalt der Eltern  332 Euro + 5 Euro Regelbedarfsstufe 3
Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren  316 Euro + 5 Euro Regelbedarfsstufe 4
Kinder von 6 bis unter 14 Jahren  296 Euro + 5 Euro Regelbedarfsstufe 5
Kinder unter 6 Jahre 240 Euro + 3 Euro Regelbedarfsstufe 6

Mehr zum Thema auf den Seiten der Bundesregierung...

Rentenangleichung Ost-West

Ab 1. Juli 2018 wird der Rentenwert Ost in sieben Schritten an den im Westen geltenden Rentenwert angeglichen. Dies regelt das so genannte Rentenüberleitungs-Abschlussgesetz. Ab 2025 wird die Rente dann in ganz Deutschland einheitlich berechnet.

Anpassung Rentenwert (Ost) im Verhältnis
zum aktuellen Rentenwert (West) in 7 Schritten

1. Juli 2018 95,8 Prozent
1. Juli 2019 96,5 Prozent
1. Juli 2020 97,2 Prozent
1. Juli 2021 97,9 Prozent
1. Juli 2022 98,6 Prozent
1. Juli 2023 99,3 Prozent
1. Juli 2024 100 Prozent

Mehr zum Thema auf den Seiten der Bundesregierung...

Erwerbsminderungsrente

Wenn Menschen krankheitsbedingt nicht oder nur sehr eingeschränkt arbeiten können, reichen die bis zu diesem Zeitpunkt angesammelten Rentenpunkte oft nicht aus, um den Lebensunterhalt zu sichern. Hier greift die Erwerbsminderungsrente, die künftig höher ausfallen wird. Denn: Ab 1. Januar 2018 wird die "Zurechnungszeit" schrittweise um drei Jahre verlängert. Bisher wurde die Rente für Erwerbsgeminderte so berechnet, als hätten sie bis zum 62. Lebensjahr gearbeitet. Von 2018 bis 2024 soll diese Zurechnungszeit schrittweise um drei Jahre verlängert – von 62 auf 65 Jahre. Der DGB hatte sich darüber hinaus dafür ausgesprochen, die Abschläge auf Erwerbsminderungsrenten abzuschaffen. Diese Forderung wurde jedoch nicht umgesetzt.

Mehr zum Thema auf den Seiten der Bundesregierung...

Mindestlöhne
Ballons mit Mindestlohn-Logo DGB

DGB/Simone M. Neumann

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt auch im Jahr 2018 8,84 Euro.

Laut Mindestlohngesetz wird der gesetzliche Mindestlohn alle zwei Jahre neu festgelegt und beträgt auch im Jahr 2018 8,84 Euro. Im Laufe des Jahres 2018 wird die Mindestlohn-Kommission beraten, welche Höhe der Mindestlohn ab 2019 haben soll. Diesen Vorschlag richtet die Mindestlohnkommission dann an die Bundesregierung, die per Verordnung den neuen Mindestlohn festlegen wird, der dann ab dem 1.1.2019 gilt.

Allgemeiner Gesetzlicher Mindestlohn
1.1.2015 - 31.12.2016 1.1.2017 - 31.12.2018 1.1.2019 - 31.12.2020
8,50 Euro 8,84 Euro
(aktuell gültig)
Mindestlohn-Kommission gibt 2018 Empfehlung ab

Mehrere tarifliche Branchen-Mindestlöhne steigen aber bereits zum 1.1.2018:

Branche Branchen-Mindestlohn bisher Branchen-Mindestlohn ab 1.1.2018
Berufliche Aus- und Weiterbildung 14,60 Euro 15,26 Euro*
Elektrohandwerk (Montage) 10,65 Euro (West)
10,40 Euro (Ost inkl. Berlin)
10,95 Euro (bundesweit)
Geld- und Wertdienste

unterschiedliche Branchenmindestlohn-Regelungen in den Bundesländern;
Tabelle mit den Mindestlöhne aller Bundesländer hier als PDF downloaden 

Pflegebranche 10,20 Euro (West inkl. Berlin)
9,50 Euro (Ost)
10,55 Euro (West inkl. Berlin)
10,05 (Ost)
*Allgemeinverbindlichkeit noch nicht erteilt

Mehr zum Thema...


- alle Angaben ohne Gewähr -


Nach oben

Weitere Themen

Qui­z: Was weißt du über die Welt der Ar­beit?
Ilya Rumyantsev/fotolia.com
In welchem Jahr wurde in Deutschland am häufigsten gestreikt? Wohin wandern die meisten Inder aus, um Arbeit zu finden? Wie viele Arbeitsplätze in China könnten durch Roboter ersetzt werden? Und wie viele Beschäftigte in Deutschland arbeiten auch am Wochenende? Teste dein Wissen zur Arbeitswelt mit Grafiken aus dem "Atlas der Arbeit" von DGB und Hans-Böckler-Stiftung.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Schluss mit Kür­zun­gen bei der Ren­te!
DGB/Simone M. Neumann
Bei der Rente vertrete der Deutsche Gewerkschaftsbund falsche Ideen, schrieb ZEIT-Redakteur Roman Pletter kürzlich. Doch er irrt, sagt DGB-Vorstand Annelie Buntenbach in ihrer Erwiderung.
weiterlesen …