Deutscher Gewerkschaftsbund

Aktuelle Meldungen

Was Miet­preis­brem­se, so­zia­ler Woh­nungs­bau und Wohn­geld brin­gen - und was nicht

Wohngeld, Mietpreisbremse und die finanzielle Förderung von Sozialwohnungen: Das sind die drei zentralen Instrumente, mit denen der Staat Wohnen auch für Menschen mit geringerem Einkommen bezahlbar machen will. Eine neue Studie zeigt: Keines dieser Instrumente erreicht sein Ziel - allerdings aus ganz unterschiedlichen Gründen.

DGB/ahfotobox/123rf.com
Wir brau­chen deut­lich mehr be­zahl­ba­re Woh­nun­gen

Eines war für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der DGB-Konferenz "Wege aus der Wohnraum-Krise" in Frankfurt am Main klar: Wir brauchen deutlich mehr bezahlbaren Wohnraum. Die Pläne der Bundesregierung gehen noch nicht weit genug. Ein Bericht des ZDF über unsere Konferenz.

DGB/Vadim Yerofeyev/123rf.com
Warum be­zahl­ba­re Woh­nun­gen ein The­ma für Ge­werk­schaf­ten sind

Warum bezahlbare Wohnungen auch ein gewerkschaftliches Thema sind? "Die Gewerkschaften wollen nicht, dass Lohnsteigerungen, die wir erkämpfen, an Vermieter durchgereicht werden, und dass Arbeitszeitverkürzung dazu dient, dass Beschäftigte längere Wege zur Arbeit pendeln können", sagt DGB-Vorstand Stefan Körzell.

DGB/vvoennyy/123rf.com
Woh­nungs­po­li­ti­k: Klot­zen statt kle­ckern!

"Bund, Länder und Kommunen können und müssen mehr tun gegen die Wohnungsnot“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell auf einer Wohnungspolitischen Konferenz des Gewerkschaftsbundes in Frankfurt am Main. Neben einer wirksamen Mietpreisbremse fordert Körzell 400.000 neue Wohnungen pro Jahr, davon mindestens 100.000 Sozialwohnungen.

DGB/Felix Conrad
Miet­preis­brem­se: Maß­nah­men rei­chen nicht aus

Die große Koalition will die Rechte der Mieter stärken. Doch der aktuelle Entwurf zur Reform der Mietpreisbremse reicht dafür nicht aus, kritisiert DGB-Vorstand Stefan Körzell: "Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die ein entschlosseneres Handeln nötig machen."

DGB/Ian Allenden/123rf.com
So groß ist die Woh­nungs­not in deut­schen Städ­ten wirk­lich

Die Nachfrage ist groß, das Angebot klein: Wer in der Großstadt eine Wohnung sucht, hat schlechte Karten. Allein in Berlin fehlen 310.000 bezahlbare Wohnungen, bundesweit sind es fast zwei Millionen. Eine Studie zeigt, wo die Not am größten ist - und wer am stärksten davon betroffen ist.

DGB/vvoennyy/123rf.com
Be­zahl­ba­res Woh­nen ist ein Grund­recht

Bundesweit fehlen Millionen Sozialwohnungen, Familien finden keinen bezahlbaren Wohnungraum mehr. Der Staat muss dringend handeln, schreibt DGB-Bundesvorstandsmitglied Stefan Körzell. Im Koalitionsvertrag gibt es gute Ansätze – jetzt kommt es darauf an, wie sie umgesetzt werden.

flickr/Pfau_910/CC BY-SA 2.0
Mie­ten­wahn­sinn stop­pen – so­zia­len Woh­nungs­bau stär­ken!

Zehntausende haben am Wochenende in Berlin gegen Wohnungsnot und explodierende Mieten protestiert. Der DGB fordert Bund, Länder und Kommunen zum Handeln auf: Mit mehr Neubauten, mehr sozialem Wohungsbau und einer deutlich verschärften Mietpreisbremse. Und: Öffentlicher Baugrund darf nicht mehr zu Höchstpreisen an private Investoren verkauft werden.

Colourbox
Woh­nen muss wie­der be­zahl­bar wer­den!

Die Mieten und Kaufpreise für Wohnungen in deutschen Großstädten und Ballungsräumen verteuern sich seit Jahren. Häufig geben Haushalte fast die Hälfte ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Der DGB fordert deshalb staatliche Bauprogramme - bis zu 450.000 Wohnungen müssten pro Jahr neu gebaut werden, um die Nachfrage zu befriedigen.

DGB/totalpics/123rf.com
Kör­zell: Woh­nen darf kein Lu­xus­gut sein

Die Ausgaben fürs Wohnen belasten Verbraucherinnen und Verbraucher immer stärker. Ein Drittel der Konsumausgaben der Privathaushalte in Deutschland geht dafür drauf, bei Arbeitssuchenden ist es sogar fast die Hälfte des monatlichen Budgets. DGB-Vorstand Stefan Körzell fordert deshalb vom Bund mehr Mittel für den sozialen Wohnungbau und Nachbesserungen bei der Mietpreisbremse.

DGB/Simone M. Neumann

Bezahlbaren Wohnraum schaffen!

Grafik mit Überschrift: Wohnungsnot in Deutschland

DGB

In den Städten explodieren die Mieten. In den 77 Großstädten fehlen fast 2.000.000 bezahlbare Wohnungen. Menschen haben ein Recht auf bezahlbares Wohnen. Politik und freier Markt haben jedoch jahrelang versagt, es zu gewährleisten. Um die Preisentwicklung aufzuhalten, müssen pro Jahr 400.000 Wohnungen gebaut werden.


 

Grafik Bevölkerungsentwicklung in deutschen Großstädten 2009 bis 2014

DGB/vecteezy.com; Datenquelle: Mikrozensus 2014


MIETBELASTUNGSQUOTE

In den Großstädten wird Wohnen unleistbar

Maximal 30% des Nettogehalts sollten wir für Wohnen ausgegeben. Daran gemessen können sich in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln und den meisten anderen deutschen Großstädten über 40% der Menschen ihre Wohnung eigentlich bereits jetzt nicht mehr leisten.

Deutschlandkarte die zeigt, wieviel Prozent ihres Einkommens Haushalte in Großstädten für Mieten ausgeben müssen - in rund 45 Städten mehr als 35%

DGB

Angespannter Wohnungsmarkt 80,6% der Einwohner in deutschen Großstädten sind mit einem angespannten Wohnungsmarkt konfrontiert

DGB


 

Baufertigstellungen

Der Markt versagt. Gutgemeinte Gesetze haben dagegen nicht geholfen. Die sogenannte Mietpreisbremse entfaltet kaum Wirkung, weil die Vorgaben viel zu schwammig sind. Dass der Eigentümer nicht verpflichtet ist, offenzulegen, zu welchem Preis er die Wohnung vorher vermietet hat, ist beispielsweise ein Unding. Außerdem müssen Sanktionen in das Gesetz, damit Verstöße der Vermieter nicht ungeahndet bleiben.

Langfristig hilft gegen den Wohnungsmangel aber nur Wohnungsbau. Hier hat die Politik jahrelang weggesehen. Nur wenn Städte und Kommunen wieder in den Wohnungsbau investieren, können die Preise langfristig fallen. Es müssen mindestens 400.000 leistbare Wohnungen pro Jahr gebaut werden.

Seit dem zweiten Weltkrieg werden in Deutschland immer weniger Wohnungen fertiggestellt.

Grafik: Anzahl der neu gebauten Wohnungen in Deutschland seit 1945

DGB/vecteezy.com; Datenquelle: Mikrozensus 2014


 

Grafik zeigt Miet-Mittelwerte aller deutschen Großstädte

DGB/vecteezy.com; Datenquelle: Mikrozensus 2014


 

Grafik zeigt Monatlich verfügbare Nettoeinkommen und Wohnungsgrößen

DGB


 

Cartton Familie sitzt frustriert in Umzugskartons

DGB

Was der DGB fordert:

  • Es müssen mindestens 400.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden.
  • Im Bereich des sozialen Wohnungsbaus braucht es mindestens 100.000 neue preis- und belegungsgebundene Wohnungen jährlich.
  • Mehr Investitionen in den Bau- und vor allem Mietwohnungsbau müssen angeregt werden. Die Abschreibungssätze sollten auf 3% erhöht werden.
  • Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, müssen in Ballungsräumen leerstehende Büroflächen in Wohnungen umgewidmet werden.
  • Die Bemessungszeiträume der Mietspiegel sollten von 4 auf 10 Jahre verlängert werden, um die MieterInnen wirksam vor Wucher zu schützen.
  • Öffentliche Liegenschaften dürfen nicht zu Höchstpreisen und ohne Auflagen an private Investoren veräußert werden.
  • Genossenschaften müssen in der Ausweitung ihrer Aktivitäten gestärkt werden.

20./21. September 2018

Al­ter­na­ti­ver Wohn­gip­fel: Für ei­ne Po­li­ti­k, die Wohn­raum für AL­LE schafft
mietenwahnsinn.info
Für eine Politik, die Wohnraum für ALLE schafft. Der DGB beteiligt sich am alternativen Wohngipfel, der unter dem Motto „zusammen gegen #Mietenwahnsinn“ am 20. September in Berlin stattfindet.
weiterlesen …

Zu­sam­men ge­gen #Mie­ten­wahn­sinn – Pro­test am Kanz­ler­amt
mietenwahnsinn.info
Gemeinsam gegen Spaltung, Verdrängung und Wohnungslosigkeit – bezahlbarer Wohnraum für alle statt mehr Rendite für wenige! Das fordert ein breites Bündnis aus Initiativen und Organisationen, zu dem auch der DGB gehört. Anlässlich des Wohngipfels der Bundesregierung findet am 21. September eine Protestaktion in Berlin statt.
weiterlesen …

Konferenz: 4. September 2018

Kon­fe­renz: "We­ge aus der Wohn­raum-Kri­se"
DGB/totalpics/123rf.com
Steigende Mietpreise und der Mangel an bezahlbarem Wohnraum entwickeln sich zu immer drängenderen sozialen Problemen. Was kann und muss getan werden, um diese Trends zu stoppen? Diese und andere Fragen diskutierte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) mit Experten aus Politik, Wissenschaft und Praxis am 4. September 2018 in Frankfurt.
weiterlesen …

Weitere Themen

Zu­sam­men ge­gen #Mie­ten­wahn­sinn
mietenwahnsinn.info
Fast zwei Millionen bezahlbare Wohnungen fehlen in deutschen Großstädten. Die Forderungen DGB sind klar: Wir brauchen eine wirksame Mietpreisbremse und vor allem neue Wohnungen – und zwar 400.000 pro Jahr, davon mindestens 100.000 Sozialwohnungen. Der DGB beteiligt sich deshalb am alternativen Wohngipfel sowie an der Kundgebung "Zusammen gegen #Mietenwahnsinn!" am 20. und 21. September in Berlin.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Bür­ger­be­we­gung Fi­nan­zwen­de: Für ein neu­es Fi­nanz­sys­tem
Bürgerbewegung Finanzwende
Vor zehn Jahren begann mit der Pleite der Bank "Lehman Brothers" eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Verein "Bürgerbewegung Finanzwende" will jetzt dafür sorgen, dass endlich die notwendigen Konsequenzen gezogen werden und das internationale Finanzsystem nachhaltig, sozial und gerecht wird. Gründungsmitglied des Vereins ist der DGB.
weiterlesen …