Deutscher Gewerkschaftsbund

Bezahlbaren Wohnraum schaffen!

Grafik mit Überschrift: Wohnungsnot in Deutschland

DGB

In den Städten explodieren die Mieten. In der Bundesrepublik fehlen inzwischen mehr als 800.000 Wohnungen. Menschen haben ein Recht auf bezahlbares Wohnen. Politik und freier Markt haben jedoch jahrelang versagt, es zu gewährleisten. Um die Preisentwicklung aufzuhalten, müssen pro Jahr 450.000 Wohnungen gebaut werden.


 

Grafik Bevölkerungsentwicklung in deutschen Großstädten 2009 bis 2014

DGB/vecteezy.com; Datenquelle: Mikrozensus 2014


MIETBELASTUNGSQUOTE

In den Großstädten wird Wohnen unleistbar

Maximal 30% des Nettogehalts sollten wir für Wohnen ausgegeben. Daran gemessen können sich in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln und den meisten anderen deutschen Großstädten über 40% der Menschen ihre Wohnung eigentlich bereits jetzt nicht mehr leisten.

Deutschlandkarte die zeigt, wieviel Prozent ihres Einkommens Haushalte in Großstädten für Mieten ausgeben müssen - in rund 45 Städten mehr als 35%

DGB

Angespannter Wohnungsmarkt 80,6% der Einwohner in deutschen Großstädten sind mit einem angespannten Wohnungsmarkt konfrontiert

DGB


 

Baufertigstellungen

Der Markt versagt. Gutgemeinte Gesetze haben dagegen nicht geholfen. Die sogenannten Mietpreisbremsen entfalten kaum Wirkung, weil die Vorgaben viel zu schwammig sind. Dass der Eigentümer nicht verpflichtet ist, offenzulegen, zu welchem Preis er die Wohnung vorher vermietet hat, ist beispielsweise ein Unding. Außerdem müssen Sanktionen in das Gesetz, damit Verstöße der Vermieter nicht ungeahndet bleiben.

Langfristig hilft gegen den Wohnungsmangel aber nur Wohnungsbau. Hier hat die Politik jahrelang weggesehen. Nur wenn Städte und Kommunen wieder in den Wohnungsbau investieren, können die Preise langfristig fallen. Es müssen mindestens 450.000 leistbare Wohnungen pro Jahr gebaut werden.

Seit dem zweiten Weltkrieg werden in Deutschland immer weniger Wohnungen fertiggestellt.

Grafik: Anzahl der neu gebauten Wohnungen in Deutschland seit 1945

DGB/vecteezy.com; Datenquelle: Mikrozensus 2014


 

Grafik zeigt Miet-Mittelwerte aller deutschen Großstädte

DGB/vecteezy.com; Datenquelle: Mikrozensus 2014


 

Grafik zeigt Monatlich verfügbare Nettoeinkommen und Wohnungsgrößen

DGB


 

Cartton Familie sitzt frustriert in Umzugskartons

DGB

Was der DGB fordert:

  • Es müssen mindestens 450.000 neue Wohnungen pro Jahr gebaut werden.
  • Im Bereich des sozialen Wohnungsbaus braucht es mindestens 100.000 neue preis- und belegungsgebundene Wohnungen jährlich.
  • Mehr Investitionen in den Bau- und vor allem Mietwohnungsbau müssen angeregt werden. Die Abschreibungssätze sollten auf 4 % erhöht werden.
  • Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, müssen in Ballungsräumen leerstehende Büroflächen in Wohnungen umgewidmet werden.
  • Die Bemessungszeiträume der Mietspiegel sollten von 4 auf 10 Jahre verlängert werden, um die MieterInnen wirksam vor Wucher zu schützen.
  • Öffentliche Liegenschaften dürfen nicht zu Höchstpreisen und ohne Auflagen an private Investoren veräußert werden.
  • Genossenschaften müssen in der Ausweitung ihrer Aktivitäten gestärkt werden.

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