Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 083 - 30.05.2012

DGB gegen Billiglösungen in der frühkindlichen Bildung – nein zum Betreuungsgeld

Anlässlich der Veröffentlichung des Kinderförderungsberichts und der Vorstellung des Zehn-Punkte-Plans zur Beschleunigung des Kita-Ausbaus durch die Bundesregierung erklärte Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Mittwoch in Berlin:

„Es wird höchste Zeit, dass der Bund die Dramatik der Lage zur Kenntnis nimmt und mehr in den Krippenausbau investiert. Laut Statistischem Bundesamt fehlen noch immer 260.000 Betreuungsplätze – 30.000 mehr, als bisher erwartet. Es ist auch zu erwarten, dass weit mehr als 40 Prozent der Eltern von Kindern, die jünger als drei Jahre sind, ab 2013 ihren Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz einfordern werden. Um diesen Rechtsanspruch gewährleisten zu können, müssen sich Bund, Länder und Kommunen schleunigst zusammensetzen und einen gemeinsamen Finanz- und Umsetzungsplan vorlegen. Wir brauchen dringend einen Krippengipfel, der Lösungen im Interesse der Eltern und Kinder auf den Weg bringt. Sonst droht den Kommunen zu Recht eine große Klagewelle.

Ziel darf es jedoch nicht sein, nur in billigere Alternativen wie die Tagespflege oder Betriebskindergärten zu investieren. Solche Angebote können staatliche Krippenplätze nur ergänzen, nicht aber ersetzen. Bund, Länder und Kommunen müssen sich stärker beim Krippenausbau engagieren.

Der DGB fordert die Bundesregierung deshalb erneut auf, auf die Einführung eines Betreuungsgeldes zu verzichten. Die Milliarden, die ein Betreuungsgeld verschlingen würde, sollten dem Ausbau der Betreuungs- und Bildungsinfrastruktur zugute kommen. Ein Betreuungsgeld widerspricht den Anforderungen unserer Zeit, es ist bildungs-, gleichstellungs- und integrationspolitisch nicht vertretbar.“


Nach oben
24.01.2012
Kin­der­be­treu­ung: Mit Krip­pen­gip­fel Rechts­an­spruch für 2013 si­chern
DGB/Simone M. Neumann
Jedes Kind unter drei Jahren hat einen Anspruch auf einen Krippenplatz - so steht es im Gesetz, das ab 2013 gelten soll. Doch noch immer fehlen 230.000 Betreuungsplätze und mindestens 9000 ErzieherInnen. DGB-Vize Ingrid Sehrbrock fordert deshalb einen Krippengipfel mit Bund, Ländern und Kommunen. Diese müssten sich auf einen Plan zur Umsetzung des Rechtsanspruchs einigen, sagte sie der Saarbrücker Zeitung.
zur Webseite …

10.02.2010
Sehr­brock: Be­treu­ungs­geld lie­ber in Krip­pen in­ves­tie­ren
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben auf einer gemeinsamen Veranstaltung eine Qualitätsoffensive für Kindertagesstätten gefordert.
Zur Pressemeldung

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die Pressemeldungen des DGB-Bundesvorstandes.
Kon­takt Pres­se­stel­le
DGB-Bundesvorstand Abteilung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Henriette-Herz-Platz 2 10178 Berlin Telefon:030.24 060-211 Telefax:030.24 060-324
weiterlesen …

Pres­se­fo­tos
Hier finden Sie die aktuellen Pressefotos des Geschäfts­führenden DGB-Bundes­vorstandes zum Download. Abdruck in Printmedien und Veröffentlichung im Internet ist im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung mit Quellennachweis frei.
zur Webseite …