Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 035 - 01.05.2017
1. Mai 2017 - Tag der Arbeit

Hannack: Arbeits- und Ausbildungsmarkt gerecht gestalten, den öffentlichen Dienst stärken

Mehr Maßnahmen für einen gerechten Arbeits- und Ausbildungsmarkt hat Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, auf der Mai-Kundgebung in Berlin gefordert. „Fast drei Millionen, vor allem Frauen und junge Menschen, haben nur befristete Arbeit. Mehr als jeder fünfte Beschäftigte zwischen 15 und 24 Jahren arbeitet mit Zeitvertrag. Diesen Befristungs-Irrsinn darf die Politik nicht länger dulden. Die sachgrundlose Befristung gehört abgeschafft", sagte Hannack. „Wer eine Familie gründen will, braucht Perspektiven und keinen befristeten Job." Überfällig sei eine Reform der Minijobs. „Solche Arbeitsverhältnisse sind schlecht sozial abgesichert, sie produzieren Armut im Alter. Deshalb brauchen wir hier die Sozialversicherungspflicht ab dem ersten verdienten Euro."

Die Bundesregierung rief Hannack auf, endlich das im Koalitionsvertrag enthaltene Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeitarbeit zu beschließen. „Wir brauchen ein wirksames Gesetz. Denkt an die vielen Frauen, die unfreiwillig in Teilzeit arbeiten. Sorgt endlich für echte Gleichstellung am Arbeitsmarkt mit einem modernen Teilzeit- und Befristungsgesetz“, sagte Hannack. Fast jede zweite Frau ist teilzeitbeschäftigt. Viele wollen wieder mehr arbeiten oder zurück auf ihren Vollzeitarbeitsplatz.

Den Klagen der Arbeitgeber, sie fänden keine Auszubildenden mehr, hielt Hannack entgegen: „Mehr als 1,2 Millionen Menschen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Die Zahl der ausbildenden Betriebe ist auf 20 Prozent abgesackt. Das sind unhaltbare Zustände. Lassen Sie Ihren Worten Taten folgen, bilden Sie wieder mehr aus!" Die Unternehmen müssten ihre Bestenauslese beenden und auch jungen Menschen mit einem Hauptschulabschluss die Chance auf eine Ausbildung geben. Nur knapp jeder zweite von ihnen schafft den Sprung von der Schule in die Ausbildung. „Wir brauchen eine Ausbildungsgarantie, die allen Jugendlichen die Perspektiven auf einen Berufsabschluss gibt", forderte die Gewerkschafterin.

Von den Arbeitgebern des öffentlichen Dienstes forderte Hannack eine nachhaltige Personalpolitik. "Die Arbeitszeitkonten allein bei Polizisten sind so voll wie nie. Dazu kommt der hohe Altersdurchschnitt - wir stehen vor einer regelrechten Pensionierungswelle in den nächsten Jahren. Deswegen brauchen wir jetzt massive Investitionen, um neues Personal zu gewinnen. Jahrzehnte wurde auf dem Rücken der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gespart. Damit muss Schluss sein, denn ohne Personal ist kein Staat zu machen."


Link: DGB-Anforderungen an die Parteien zur Bundestagswahl 2017


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