Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 059 - 31.07.2018

Arbeitslosenversicherung schützt immer weniger Menschen

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Dienstag:

„Der Arbeitsmarkt ist weiter robust, obwohl es erste Anzeichen gibt, dass die Konjunktur sich eintrübt. Trotz niedriger Arbeitslosigkeit schützt die Arbeitslosenversicherung aber immer weniger Menschen. Jeder Fünfte erhält zu Beginn der Arbeitslosigkeit kein Arbeitslosengeld, sondern allenfalls Hartz IV und im vergangenen Jahr endete für 370.000 Menschen der Anspruch auf Arbeitslosengeld, bevor ein neuer Arbeitsplatz gefunden werden konnte. Für Projektmitarbeiter, Leiharbeiter und befristet Beschäftigte, die Beiträge gezahlt haben, muss es wieder leichter möglich sein, in den Schutz der Arbeitslosenversicherung zu kommen. Deswegen müssen sie wieder drei Jahre Zeit haben, um die Mindestversicherungszeit zu erreichen, so wie es bis 2003 üblich war.

Bei längerer Arbeitslosigkeit gehen Qualifikationen verloren. Ehemalige Fachkräfte werden zu Helfern und wieder zu Ungelernten. Dadurch gehen Potenziale verloren, die dringend benötigt werden, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Diese Spirale nach unten muss durch Angebote zur Qualifizierung durchbrochen werden. Die präventiven Aufgaben der Agenturen für Arbeit benötigen eine solide finanzielle Grundlage. Ein Überbietungswettbewerb bei der Beitragssenkung ist deswegen kurzsichtig und kontraproduktiv.“


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