Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 020 - 05.02.2014

Wir brauchen eine Ausbildungsgarantie

Zur heutigen Bilanz des Ausbildungspaktes erklärte Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, am Mittwoch in Berlin:

„Der Ausbildungsmarkt steht vor ernsten Herausforderungen: Die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist 2013 mit 530.700 auf den mit Abstand niedrigsten Wert seit der Deutschen Einheit gefallen. Auch in diesem Jahr gehen zehntausende Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer aus. Die Quote der Ausbildungsbetriebe liegt mit 21,7 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 1999. Nur noch sieben Prozent aller Betriebe bilden Hauptschüler aus.

Gleichzeitig können vor allem Betriebe in den Branchen mit schlechter Ausbildungsqualität – wie etwa Gaststätten und Hotels – ihre Ausbildungsplätze oft nicht besetzen. Junge Menschen mit Hauptschul- und mittlerem Schulabschluss schaffen allzu oft noch immer nicht den Sprung von der Schule in die Ausbildung. Noch immer befinden sich rund 267.000 Jugendliche in den Warteschleifen des Übergangsbereichs. Es ist gut, dass nun auch die Partner des alten Ausbildungspaktes die schwierige Lage dieser Jugendlichen als Problem benennen.

Diese Zahlen zeigen: Bund, Länder und Sozialpartner müssen gemeinsam die duale Berufsausbildung wieder stärken. Junge Menschen haben ein Recht auf eine gute Ausbildung. Eine gute duale Berufsausbildung ist zudem das Rückgrat der Innovationskraft unserer Betriebe. Der DGB wird sich an der von der Bundesregierung angekündigten Allianz für Aus- und Weiterbildung beteiligen, wenn wir tatsächlich entscheidende Verbesserungen für die Ausbildungschancen der Jugendlichen vereinbaren können.

Der Koalitionsvertrag greift in seinen Aussagen zur Allianz für Aus- und Weiterbildung die Kritik der Gewerkschaften am früheren Ausbildungspakt auf. Wir müssen endlich eine Ausbildungsgarantie einführen, die Warteschleifen im Übergang von der Schule in den Beruf abbauen und die Qualität der Ausbildung auf die Tagesordnung setzen. Die duale Berufsausbildung lebt von der gemeinsamen Steuerung des Systems durch Bund, Länder und die Sozialpartner. Deshalb ist der Koalitionsvertrag eine gute Grundlage für Gespräche über die Gründung an einer solchen Allianz. Ein ‚Weiter so‘ darf es nicht geben.“


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