Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 045 - 19.03.2014

BDA und DGB wollen psychische Gesundheit besser schützen

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) haben eine gemeinsame Initiative gestartet, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen und die Wiedereingliederung von psychisch erkrankten Beschäftigten zu verbessern. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Unternehmen und in der öffentlichen Verwaltung leistet dazu einen wichtigen Beitrag und soll gestärkt werden. Dies erklärten Alexander Gunkel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der BDA, und DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach auf einer gemeinsamen Veranstaltung am Mittwoch in Berlin, an der auch die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles teilnahm. BDA und DGB wollen damit die im September 2013 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales verabschiedete Erklärung zur psychischen Gesundheit mit Leben füllen.

BDA und DGB bekräftigen, dass sie unabhängig von unterschiedlichen Positionen in Einzelfragen in wichtigen Handlungsfeldern zusammenarbeiten wollen. Dazu gehören insbesondere:

  • Die flächendeckende Umsetzung von Gefährdungsbeurteilungen in den Betrieben und Verwaltungen. Die Gefährdungsbeurteilungen sind im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben und ein geeigneter Ansatzpunkt, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
  • Die Unterstützung der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), in der die staatlichen Arbeitsschutzakteure mit den Sozialpartnern zusammenarbeiten. Die GDA und die staatlichen Akteure im Arbeitsschutz müssen aus Sicht der Sozialpartner darin gestärkt werden, ihren Aufgaben zum Beispiel im Bereich der Beratung, Information und Kontrolle nachkommen zu können.
  • Die Verbesserung der Versorgung von psychisch erkrankten Beschäftigten. Lange Wartezeiten in Beratungsstellen oder bei Therapeuten sollen vermieden werden, denn sie erschweren die Wiedereingliederung. Die Sozialpartner wollen deshalb in der Sozialen Selbstverwaltung gemeinsam aktiv werden, sehen aber auch die Kommunen und die Leistungserbringer - Ärzteschaft und Psychotherapeuten - in der Verantwortung.

Annelie Buntenbach erklärte für den DGB: "Der Arbeitsschutz und die Gesundheitsförderung haben eine Schlüsselrolle für die Gestaltung der Arbeit der Zukunft. Es ist positiv, dass BDA und DGB darüber ein Grundverständnis hergestellt haben und wir die Umsetzung trotz unterschiedlicher Vorstellungen zum Regulierungsbedarf im Arbeitsschutz gemeinsam vorantreiben wollen."

Alexander Gunkel hielt für die BDA fest: "Psychische Erkrankungen müssen ernst genommen werden, denn die Betriebe haben ein ureigenes Interesse an gesunden Mitarbeitern. Die Betriebe brauchen praktisch handhabbare und wissenschaftlich fundierte Handlungshilfen, die ihnen dabei helfen, arbeitsbedingte psychische Belastungen zu erkennen und gegebenenfalls passgenaue Maßnahmen zu ergreifen."


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Psy­chi­sche Ge­sund­heit: Ge­mein­sa­me Er­klä­rung ist Hand­lungs­auf­trag
DGB/Simone M. Neumann
Eine gemeinsame Erklärung zur psychischen Gesundheit haben DGB, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und das Bundesarbeitsministerium abgegeben. „Die Erklärung ist ein Handlungsauftrag und kein Ruhekissen“, sagte Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied. Die Bundesregierung habe bislang zu zaghaft agiert. Wir brauchen schnellstens eine Anti-Stress-Verordnung.
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