Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 083 - 06.11.2018
Pressemitteilung

Fachkräfte nachhaltig anwerben und sichern

Auf dem heutigen Spitzentreffen zur Fachkräftesicherung von Bundesregierung, Gewerkschaften, Arbeitgebern und Bundesagentur für Arbeit sollen Schritte diskutiert werden, wie dringend benötigte Fachkräfte gefunden und gehalten werden können.

Für das Treffen haben führende Gewerkschaftsvertreterinnen und -vertreter folgende Vorbedingungen genannt:

Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied:

„Zur Fachkräftesicherung müssen wir das inländische Potential ausschöpfen und gleichzeitig Menschen aus Drittstaaten angepasst an den langfristigen Bedarf für unseren Arbeitsmarkt gewinnen. Dabei ist es unverzichtbar, zugewanderte Menschen besser zu integrieren. Sie brauchen eine verlässliche und attraktive Bleibeperspektive und faire Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig müssen wir den Menschen, die schon hier sind, eine Chance geben – zum Beispiel durch den „Spurwechsel“ für Geflüchtete. Wichtig ist: Zuwanderung darf nicht zu Lohndumping, Ausbeutung und Tarifflucht missbraucht werden.“

Petra Reinbold-Knape, für Bildung zuständiges Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE:

„Die größte Herausforderung in Zeiten der Digitalisierung liegt im lebensbegleitenden Lernen. Wir müssen es den Beschäftigten so leicht und reizvoll wie möglich machen, auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu bleiben. Uns schwebt dafür ein regelmäßiges Update für Fachkräfte vor – mit Hilfe von Fortbildungsmodulen, die wie die Ausbildung systematisch durchgeplant werden. Dafür brauchen wir mehr denn je betriebliches Engagement und staatliche Förderung.“

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall:

„Fachkräfteentwicklung setzt einen verbindlichen Qualifizierungsplan im Betrieb voraus – alles andere ist nicht nachhaltig und zielführend. Auch daher braucht es ein Initiativrecht des Betriebsrats, solche Pläne einzufordern.“

Frank Bsirske, Vorsitzender der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di):

„Fachkräftemangel herrscht nicht nur in der Industrie, sondern auch im Dienstleistungsbereich und in der Daseinsvorsorge. Seit Jahren warnt ver.di vor einem Kollaps bei der Pflege der Älteren und der Erziehung der Jungen. Bundesregierung und Arbeitgeber müssen dieses wichtige Feld für Fachkräfte attraktiv machen: durch gute Arbeitsbedingungen, bessere Personalschlüssel, gute Ausbildung und Weiterbildung sowie eine faire Bezahlung durch tarifvertragliche Regelungen. Nur so kann man genügend Fachkräfte aus dem Inland und aus dem Ausland gewinnen.“

Die Fachkräftestrategie der Bundesregierung wird seit 2014 von den Sozial- und Tarifpartnern begleitet. Das Treffen findet heute Abend im BMAS statt. An dem Treffen nehmen teil:

  • Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales
  • Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung
  • Horst Seehofer, Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat
  • Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie
  • Dr. Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
  • Annelie Buntenbach, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbundes
  • Petra Reinbold-Knape, Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
  • Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall
  • Sylvia Bühler, Mitglied im Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
  • sowie Spitzenvertreter von DIHK, ZDH und Wirtschaftsministerkonferenz

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