Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 046 - 01.04.2010

Hexel: Gier ist keine Managertugend

Anlässlich der Veröffentlichungen zu den aktuellen Vorstandsvergütungen in den DAX-Unternehmen sagte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel am Donnerstag in Berlin:

„Die Elite ist auch in der größten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren offensichtlich nicht in der Lage, Bescheidenheit und Mäßigung vorzuleben. Das ist eine Charakterfrage. Daher bleiben Aufsichtsräte weiterhin in der Pflicht, die Schieflagen zu korrigieren und die Managergehälter wirklich auf ein erträgliches Normalmaß zu schrumpfen. Wir müssen dem Versuch widerstehen, die Todsünde Gier in eine Managertugend zu verwandeln. So werden Extremgehälter zunehmend zu Statussymbolen und sind kein Äquivalent zu Leistung, die durch die gesamte Belegschaft eines Unternehmens erbracht wird. Notfalls muss der Gesetzgeber noch einmal eingreifen und die Millionengehälter mit einer Zusatzsteuer belegen.

Während Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und die Steuerzahler für die Krise bluten müssen, erhalten die meisten Manager weiterhin unverhältnismäßig hohe Einkommen. Die durchschnittlichen Vergütungen von DAX-Vorständen in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro bedeuten, dass aus Schaden nichts gelernt wurde. Bezahlen müssen dafür die Arbeitnehmer, Aktionäre und auch die Kunden.

Von einer „Schrumpfung“ oder „Rückgang“ der Vorstandsgehälter kann keine Rede sein. Nach einer Studie* sind die Gehälter innerhalb von zehn Jahren im Durchschnitt um rund 35 %, in Einzelfällen sogar um bis zu 500 % gestiegen. Solche Gehaltssteigerungen, gepaart mit üppigen Pensionszahlungen sind gesellschaftlich nicht mehr vermittelbar. Dieser Trend hin zum „Managerfeudalismus“ hat mit Leistung nichts zu tun und schädigt die soziale Balance nachhaltig.“

Nachrichtlich: Dietmar Hexel ist Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex.

* Analyse des Vergütungsberaters Heinz Evers im Auftrag des Handelsblattes.



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