Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 078 - 16.05.2010

DGB-Vorstand Hexel: Nachhaltigkeit statt Kurzfrist-Profit

Ein radikales Umsteuern in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise und ökologischen Industriepolitik forderte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel in seinem mündlichen Geschäftsbericht vor den 400 Delegierten des 19. Ordentlichen DGB-Bundeskongress.

Unternehmen müssen im Interesse aller ihnen verbundenen Gruppen und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geführt werden und nicht mehr alleine nach dem Interesse der Aktionäre. Der DGB konnte diesen Grundsatz im Deutschen Corporate Governance Kodex verankern. Für Dietmar Hexel ein Schritt in die richtige Richtung: „Stakeholder statt Shareholder – Nachhaltigkeit statt Kurzfristprofit. Das ist der klare Auftrag des Kodex! Nun muss das Erreichte auch Praxis werden!“, so Hexel.

Hexel verwies weiter auf das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung, in dem sich die Forderungen des DGB zur Regulierung ausufernder Managergehälter wiedergefunden haben: „Ein Treibsatz für die Krise waren und sind auch die maßlose Steigerung der Managergehälter und das Boni-Unwesen – nichts weiter als Gier-Prämien“. Die Geschäftsberichte von Unternehmen im ersten Quartal 2010 zeigten aber, dass das Gesetz noch nicht gegriffen habe. „Es bleibt noch viel zu tun in den Aufsichtsräten“.

Nachhaltiges Wirtschaften gelte aber auch für die natürlichen Ressourcen, so Hexel weiter. Scharfe Kritik übte er in diesem Zusammenhang an der Bundesregierung: „Schwarz-Gelb hat gerade die eigenen Klimaziele zur Makulatur gemacht. Es ist eindeutig falsch, die Förderung der erneuerbaren Energien zu kürzen. Egal ob bei der Photovoltaik oder im Wärmesektor. Jetzt muss gehandelt werden. Für Energieeffizienz, für erneuerbare Energien, für neue Arbeitsplätze, für eine sicherere Energieversorgung! Wir wollen ein Industrieland bleiben“, betonte Hexel.

Dietmar Hexel blickte auch auf die erfolgreiche Arbeit des DGB‑Rechtsschutzes in den vergangenen vier Jahren zurück: „Gewerkschaften stehen für Schutz vor Willkür und Unrecht. Jedes Jahr treten wir 150.000 Mal für unsere Mitglieder vor Gericht auf. In den letzten vier Jahren hat der DGB‑Rechtsschutz insgesamt 1,4 Milliarden Euro für die Gewerkschaftsmitglieder erstritten.“



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Dietmar Hexel: Nachhaltigkeit statt Kurzfrist-Profit

Ergänzung zum Geschäftsbericht 2006-2009
Ergänzung zum Geschäftsbericht
Ein radikales Umsteuern in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise und ökologischen Industriepolitik forderte DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel in seinem mündlichen Geschäftsbericht auf dem 19. DGB-Bundeskongress.

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