Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 006 - 17.01.2013

DGB-Index: Prävention gegen Psychostress mangelhaft

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Ergebnisse der Sonderauswertung „Psycho-Stress am Arbeitsplatz“ des DGB-Index Gute Arbeit vorgestellt. Danach sehen sich 56 Prozent der knapp 5.000 bundesweit befragten Beschäftigten einer starken oder sehr starken Arbeitshetze ausgesetzt. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von vier Prozentpunkten. Gleichzeitig geben 80 Prozent der Beschäftigten an, dass sie seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten müssen.

44 Prozent der Beschäftigten fühlen sich sehr häufig oder oft nach der Arbeit „leer und ausgebrannt“. Dort, wo die Arbeitsintensität gestiegen ist, fühlen sich sogar 71 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ausgebrannt – unter den gehetzt Arbeitenden sind es sogar 75 Prozent.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach sagte dazu:

„Die Index-Zahlen lesen sich wie ein Alarmsignal der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: Die Botschaft ist eindeutig: Der Druck am Arbeitsplatz nimmt zu, doch es wird zuwenig dagegen getan.

Nach dem DGB-Index 2012 kommen die Arbeitgeber ihrer gesetzlichen Verpflichtung, einen Sicherheits-Check der Arbeitsplätze durchzuführen, nur unzureichend nach. Nur bei 28 Prozent der Beschäftigten ist eine solche Gefährdungsbeurteilung, wie sie vom Arbeitsschutzgesetz gefordert wird, überhaupt durchgeführt worden. Dabei wurde nur bei einem Drittel nach psychischen Stressfaktoren gefragt. Das bedeutet: Insgesamt wurden nur neun Prozent aller Beschäftigten nach psychischen Stressfaktoren befragt. Diese mangelhafte Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes seitens der Arbeitgeber ist ein Armutszeugnis.

Wir fordern die Bundesregierung auf, ein Gesetzespaket für mehr Arbeitsschutz auf den Weg zu bringen. Wir brauchen klare Regeln durch eine Anti-Stress-Verordnung und fordern auch Sanktionen, wenn die Arbeitsschutzbestimmungen nicht eingehalten werden. Außerdem fordern wir eine Stärkung der Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte, um den Arbeitsschutz zu verbessern. Wir fordern, dass das Bundesarbeitsministerium sofort eine Anti-Stress-Verordnung erlässt und die Koalition die weiteren Elemente für mehr Arbeitsschutz umgehend in das parlamentarische Verfahren bringt, so dass sie noch in der laufenden Legislaturperiode umsetzt werden können.“

Weitere Informationen finden Sie im Anhang.


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Text

Wachsender Psycho-Stress, wenig Prävention - wie halten die Betriebe es

Broschüre: Ergebnisse einer Repräsentivumfrage des DGB-Index Gute Arbeit 2012 zu Arbeitshetze und Arbeitsintensivierung

Annelie Buntenbach: Eingangsstatement "Immer mehr Druck im Arbeitsleben"

Eingangsstatement Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, bei der Tagung "Immer mehr Druck im Arbeitsleben – Folge von prekärer Beschäftigung und schlechter Arbeitsorganisation" am 18. Januar 2013 in Berlin

Dr. Hans-Jürgen Urban: DGB Index Gute Arbeit: Psychostress und Prävention am Arbeitsplatz

Pressestatement Dr. Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied IG Metall, bei der Tagung Immer mehr Druck im Arbeitsleben – Folge von prekärer Beschäftigung und schlechter Arbeitsorganisation 18. Januar 2013

Annelie Buntenbach: DGB-Index Gute Arbeit Sonderauswertung Repräsentativumfrage Psychostress und Prävention am Arbeitsplatz

Pressestatement Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitgiled, zur Sonderauswertung der Repräsentativumfrage Psychostress und Prävention am Arbeitsplatz, 18.Januar 2013.

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Wenn die Arbeit krank macht

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