Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 099 - 29.10.2015

Ausbildungsjahr 2015: Weg zur Ausbildungsgarantie ist noch weit

Zur Ausbildungsbilanz der Bundesagentur für Arbeit sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack am Donnerstag in Berlin:

"Nach vier Jahren Abwärtstrend auf dem Ausbildungsmarkt scheint die Talfahrt gebremst. Die Zahl der ausbildungsinteressierten Jugendlichen, die leer ausgingen oder in Warteschleifen geparkt wurden, ist im Vergleich zum Vorjahr um 6.000 gesunken. Trotzdem stehen 40.960 offenen Plätzen noch 80.800 Bewerber gegenüber, die in diesem Jahr einen Ausbildungsplatz suchen. Rund 201.000 Jugendliche haben ihren Ausbildungswunsch auf das kommende Jahr verschoben. Diese Zahlen zeigen: Bis zur Umsetzung der Ausbildungsgarantie ist es noch ein weiter Weg.

Rund 350 Maßnahmen im Übergang von der Schule in die Ausbildung zählt die Bundesagentur für Arbeit. Insbesondere Jugendliche mit höchstens einem Hauptschulabschluss, aber auch mit einem mittleren Abschluss finden sich  im Übergangsbereich wieder. Sie schaffen oftmals den Sprung in eine vollqualifizierende Ausbildung nicht.

Wir brauchen in Deutschland einen Paradigmenwechsel: Wir müssen weg von den unverbindlichen und nicht zielführenden Angeboten des Übergangs hin zu einer Ausbildungsgarantie, die allen Jugendlichen einen Pfad in einen anerkannten Berufsabschluss gewährt. Die betriebliche Ausbildung hat dabei Vorrang in der Vermittlung.

In der Allianz für Aus- und Weiterbildung wurden mit dem Ausbau der  ausbildungsbegleitenden Hilfen sowie der Einführung der assistierten Ausbildung wichtige Bausteine für eine Ausbildungsgarantie gesetzt. Aber diese Maßnahmen reichen noch nicht aus. Wir brauchen für 2016 einen stärkeren Ausbau der assistierten Ausbildung.

Außerdem warten neue Herausforderungen auf den Ausbildungsmarkt: In den kommenden Jahren werden zusätzlich hunderttausende Geflüchtete einen Ausbildungsplatz suchen. Wir brauchen deshalb ein Bund-Länder-Programm für außerbetriebliche Ausbildung in Regionen, in denen der Ausbildungsmarkt besonders angespannt ist. Die Sozialpartner müssen dabei eng einbezogen werden."


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