Deutscher Gewerkschaftsbund

Solidarische Rente

19.06.2012
Rentenversicherung

DGB legt neues Konzept zur Sicherung der Rente vor

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat ein neues Rentenkonzept vorgelegt, mit dem das heutige Rentenniveau auch dann gesichert werden kann, wenn der Rentenbeitrag – wie gesetzlich vorgesehen – auf 22 Prozent im Jahr 2030 begrenzt wird. Der DGB legt sich damit nicht auf diese Beitragshöhe fest, sondern zeigt auf, dass selbst unter diesen Bedingungen erhebliche Spielräume entstehen, um die Rente der Zukunft zu sichern.

Graifk Beitragssatzmodelle zum Rentenbeitrag im Vergleich

Im DGB-Rentenkonzept wird der Beitragssatz entsprechend der demografischen Entwicklung angepasst und eine Reserve aufgebaut. Berechnungen Deutsche Rentenversicherung Bund; Rentenkonzept DGB

In dem vorgestellten Konzept wird der Rentenbeitrag von heute 19,6 Prozent nicht gesenkt, sondern der demografischen Entwicklung angepasst und in jährlichen Schritten um je 0,1 Prozentpunkte für Versicherte und Arbeitgeber angehoben. Im Jahr 2025 würde der Rentenbeitrag innerhalb des gesetz­lichen Rahmens von 22 Prozent liegen. Dadurch entsteht eine Demografie-Reserve, mit der die Sicherung des heutigen Rentenniveaus bis 2030 finanziert, die Erwerbsminderungsrente verbessert und die Rente mit 67 ausgesetzt werden können. Das DGB-Konzept bietet Planungssicherheit für Versicherte und Arbeitgeber. Drastische Beitragssprünge werden vermieden. Für Durchschnittsverdiener bedeutet dies jährlich einen zusätzlichen Beitrag von nur 2,60 Euro pro Monat, durch den die erheblichen Verbesserungen finanziert werden können.

Grafik: Vergleich der Nachhaltigkeitsrücklage zwischen Regierungsmodell und DGB-Konzeptim Kahr 2030

Nach dem DGB-Konzept würde die Rücklage 2030 18,9 Milliarden Euro betragen: bei einem stabilisierten Rentenniveau, bei Verbesserung von Erwerbsminderungsrente und Reha-Budget - und der Abschaffunng der Rente mit 67. Berechnungen Deutsche Rentenversicherung Bund; Rentenkonzept DGB

Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, sagte bei der Vorstellung des Rentenkonzepts am Dienstag in Berlin:

„Das DGB-Rentenkonzept ist ein Angebot für ein Mindestprogramm, um den Absturz der Rente für die jungen Generationen aufzuhalten. Wir legen uns dabei nicht auf eine Beitragshöhe fest, sondern zeigen mit unserem Konzept, dass auch im Rahmen der Beitragsziele der Bundesregierung deutliche Verbesserungen für die künftigen Renten möglich sind. Damit wären wir einen großen Schritt weiter, auch wenn sich so noch nicht alle notwendigen Forderungen umsetzen lassen. Entscheidend ist, dass der Rentenbeitrag nicht gesenkt, sondern eine Demografie-Reserve aufgebaut wird, um die Sicherheit fürs Alter solidarisch zu verbessern.

Die von der Bundesregierung geplante Absenkung des Rentenniveaus um knapp 20 Prozent bis zum Jahr 2030 wäre unverantwortlich. Ein solcher Sturzflug der Rente würde bedeuten, dass Altersarmut künftig die Mitte der Gesellschaft erreichen wird. Wir fordern die Koalition deshalb eindringlich auf, den Rentenbeitrag nicht abzusenken. Angesichts der demografischen Herausforderungen wäre es geradezu schizophren, die Rücklagen praktisch aufzulösen. In wenigen Jahren wäre dann eine drastische Beitragserhöhung nötig, ohne dass die Entwertung der Rente aufgehalten wird. Wir fordern die Koalition deshalb auf, den geltenden gesetzlichen Mechanismus abzuschaffen, nach dem der Rentenbeitrag gesenkt werden muss, wenn die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenversicherung 1,5 Monatsausgaben übersteigt. Ein solcher Mechanismus ist absolut unsinnig und führt dazu, dass die Renten der heute Jungen um 20 Prozent gesenkt werden.

Das DGB-Rentenkonzept bietet dagegen große Gestaltungsspielräume für eine sichere Rente. Es ist möglich, das heutige Rentenniveau bis 2030 aufrecht zu halten und zusätzlich die Erwerbsminderungsrente sowie das Reha-Budget deutlich zu verbessern. Trotz dieser Verbesserungen bleibt im Jahr 2030 noch eine Reserve von 182 Milliarden Euro, so dass auch die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre abgeschafft werden kann.

Diese Mindestanforderungen zur Stärkung der gesetzlichen Rentenversiche­rung lassen sich noch erweitern, wenn der Beitragssatz nicht gedeckelt wird. Die notwendige Debatte um die Balance zwischen den erforderlichen Leistungen fürs Alter und deren Finanzierung ist damit nicht beendet, sondern eröffnet.“

Broschüre: DGB-Rentenkonzept 2012 (PDF, 838 kB)

Die Broschüre fasst die Eckpunkte des neuen DGB-Rentenkonzeptes zusammen. Darin fordert der DGB den Aufbau einer Demografiereserve und Leistungsverbesserungen in bei der Erwerbsminderungsrente. Das DGB-Konzept gewährleistet auch zukünftig das Sicherungsniveau der Gesetzlichen Rentenversicherung.

DGB-Rentenkonzept 2012 - Statement Annelie Buntenbach (PDF, 36 kB)

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach stellt das DGB-Rentenkonzept 2012 vor. Dieses bietet zwei Vorteile: Stabile, planbare Beiträge und eine sichere, verlässliche Rente. Und das vor allem für die jüngeren Generationen. Mit dem Konzept formuliert der DGB die Mindestanforderungen an eine sichere Rente der Zukunft.

DGB Rentenkonzept 2012: Leistungsverbesserungen (PDF, 42 kB)

Das neue DGB-Rentenkonzept sieht Verbesserungen bei Rentenniveau , Erwerbsminderungsrente und Reha-Budget vor.

DGB-Rentenkonzept 2012 - Fragen und Antworten (PDF, 39 kB)

Der DGB ist für eine Demografie-Reserve und lehnt die die Senkung des Rentenversicherungsbeitrags ab. Welche Folgen hat diese Absenkung im Jahr 2013? Diese und weitere Fragen beantworten wir in unserer FAQ zum DGB-Rentenkonzept 2012.

DGB-Rentenkonzept 2012 - Folie Schwerpunkt Alterssicherung (PDF, 135 kB)

Folien zur Vorstellung des DGB-Rentenkonzepts 2012 "Heute die Rente von Morgen sichern".

DGB-Rentenkonzept 2012 Datenblatt 1 (PDF, 35 kB)

Tabellen: Demografie-Reserve 2012-2030 bei Stabilisierung des Rentenniveaus, Verbesserung der Erwerbsminderungsrente.

DGB-Rentenkonzept 2012 Datenblatt 2 (PDF, 69 kB)

Tabellen und Grafiken: Gegenüberstellung der Rentenpläne von Bundesregierung und Rentenkonzept des DGB. Unter anderem: Beitragssatzpläne der Bundesregierung mit Entwicklung der Nachhaltigkeitsrücklage, Nachhaltigkeitsrücklage im Jahr 2030.

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„Das DGB-Rentenkonzept ist ein Angebot für ein Mindestprogramm, um den Absturz der Rente für die jungen Generationen aufzuhalten", sagt DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Mit dem Konzept sei es möglich, das heutige Rentenniveau bis 2030 zu halten und zusätzlich die Erwerbsminderungsrente sowie das Reha-Budget deutlich zu verbessern.

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Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat ein neues Rentenkonzept vorgelegt, mit dem das heutige Rentenniveau auch dann gesichert werden kann, wenn der Rentenbeitrag – wie gesetzlich vorgesehen – auf 22 Prozent im Jahr 2030 begrenzt wird. Der DGB legt sich damit nicht auf diese Beitragshöhe fest, sondern zeigt auf, dass selbst unter diesen Bedingungen erhebliche Spielräume entstehen, um die Rente der Zukunft zu sichern.


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