Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 071 - 01.05.2014

Elke Hannack: Vollere Lohntüten für Frauen

Scharfe Kritik an der schlechteren Bezahlung von Frauen bei gleicher Qualifikation hat die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack geübt. Auf der Mai-Kundgebung in Gummersbach sagte sie: „Es ist kein Pech, wenn eine Frau mit gleicher Qualifikation weniger verdient als ihr Kollege in der gleichen Position. Es ist Diskriminierung.“ Und es sei inakzeptabel, „dass ein Automechaniker, der unser Auto repariert, deutlich mehr finanzielle Anerkennung erhält als eine Krankenschwester, die uns im Krankheitsfall pflegt.“ Für Krankenschwestern, für Erzieherinnen und viele andere Arbeitnehmerinnen in den so genannten typischen Frauenberufen müsse die Lohntüte voller und die Anerkennung größer werden.

Auch die enorme Zunahme der Minijobs gehe vor allem zulasten der Frauen, kritisierte die stellvertretende DGB-Vorsitzende: „Minijobs sind ein extremer Niedriglohnsektor und bieten den Beschäftigten keinerlei Sicherheit. Inzwischen gibt es rund 7,5 Millionen Minijobs, 5 Millionen Beschäftigte sind ausschließlich auf einen Minijob angewiesen, meist Frauen.“ Von den Minijobs profitierten ausschließlich die Arbeitgeber, die auf billige und sehr flexible Arbeitskräfte zurückgreifen könnten. Für die Beschäftigten bedeute ein Minijob: „Heute arm trotz Arbeit und morgen Altersarmut.“ Darum sei es dringend notwendig, Minijobs in sozialversicherte Beschäftigung umzuwandeln. „Wir kämpfen für die volle Sozialversicherungspflicht ab der ersten Stunde und ab dem ersten Euro“, sagte Elke Hannack.

Als „Armutszeugnis für die Wirtschaft“ bezeichnete sie die niedrigste Zahl der Ausbildungsverträge seit 1977. „Während die Arbeitgeberlobby lauthals über einen Fachkräftemangel klagt, entziehen sich die Betriebe ihrer Verantwortung für die Ausbildung. Und mehr noch: Nur noch jeder fünfte Betrieb bildet aus – das ist der niedrigste Stand seit 1999“, kritisierte Elke Hannack. Rund 84.000 junge Menschen suchten nach den amtlichen Statistiken immer noch händeringend einen Ausbildungsplatz und das, obwohl sie von der Bundesagentur für Arbeit als ausbildungsreif eingestuft worden seien. Ihnen stünden aber nur 33.500 offene Ausbildungsplätze gegenüber.


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