EnglishFrançaiseEspañolRSS
Suche
HomeKontaktSitemapNewsletterForumImpressum
Finanzkrise
GEGENBLENDE
60jahre_banner
Regulate Global Finance now!
Frauentag 2009: Frauen bestimmt

Beteiligung macht stark!
Mindestlohn
Wissenswertes
einblick_logo

Unsichere Beschäftigung

Gute Arbeit


Lohnspiegel

Familie


Twitter
Mitgliederservice
Das Rentenplus



01.06.2009: PM 100


Sozialer Fortschritt in der EU - Gemeinsames Positionspapier von DGB und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
 

Eine Woche vor der Europawahl hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) einen weiteren Bündnispartner für seine zentrale Forderung nach Einführung einer sozialen Fortschrittsklausel auf europäischer Ebene gewonnen. In einem gemeinsamen Positionspapier setzen sich BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der DGB für eine Stärkung der sozialen Grundrechte gegenüber den Binnenmarktfreiheiten ein. „Wir nutzen die Wahlkampfzeit offensiv, um der sozialen Fortschrittsklausel mindestens einen Schritt näher zu kommen,“ sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer am Montag in Berlin. „Dazu brauchen wir viele Bündnispartner im EU-Parlament. Nur so kann es ein Gegengewicht zur marktorientierten Mehrheit in EU-Rat und Kommission bilden und daran mitwirken, dass soziale Standards nicht länger vernachlässigt werden.“

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sagte der Bundesvorsitzende Cem Özdemir:

"Wir Grüne wollen uns in den kommenden fünf Jahren gemeinsam mit den Gewerkschaften für gesetzliche Mindestlöhne in jedem europäischen Land einsetzen. Wir wollen die Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen bekämpfen und unzumutbare Höchstarbeitszeiten unterbinden. Für ein sozialeres Europa unterstützen wir Grüne eine ökologisch-soziale Alternative zur Kommission unter Präsident Barroso."

Jürgen Trittin, Spitzenkandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die Bundestagswahl: "Ein soziales und ökologische Europa braucht den Lissabonvertrag und zugleich politische Kräfte, die Druck machen für weiteren Fortschritt. Gemeinsam machen Grüne und Gewerkschaften deshalb deutlich: Umwelt und Wirtschaft gehören zusammen. Menschlich und sozial - das sind unsere Koordinaten für ein anderes, ein besseres Europa."

Die Verpflichtung der Europäischen Union auf sozialen Fortschritt ist die zentrale Forderung aller europäischen Gewerkschaften unter dem Dach des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB). Der DGB hat am 5. Mai eine entsprechende Erklärung gemeinsam mit der SPD veröffentlicht und alle in Bundestag und EU-Parlament vertretenen Parteien eingeladen, ähnliche Vereinbarungen mit dem Gewerkschaftsbund zu treffen.

Das Positionspapier im Wortlaut:

Sozialer Fortschritt in der EU
Gemeinsames Positionspapier von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und dem DGB

1. EUROPA VOR GROSSEN HERAUSFORDERUNGEN

Nur ein breites Bündnis aus Gewerkschaften, sozialen Bewegungen, fortschrittlichen Parteien und Zivilgesellschaft kann die verheerenden Folgen der gegenwärtigen Krisen überwinden und dafür sorgen, dass neue Strukturen geschaffen werden, die eine Wiederholung verhindern. Nur wenn es gelingt, die Wirtschafts-, Sozial-, Umwelt- und Ernährungskrise in einem integrierten Konzept zu bekämpfen können wir Wohlstand und die Lebensgrundlagen für uns und zukünftige Generationen sichern.

Europa steht vor sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Problemen, die nicht vor nationalen Grenzen halt machen. Nur in einer engagierten europäischen wie internationalen Zusammenarbeit können diese Herausforderungen bewältigt werden. Dafür brauchen wir eine starke EU, die sich für sozialen Fortschritt und Klimaschutz einsetzt und in der wirtschaftliche Freiheiten nicht zu Lasten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie von Verbraucherinnen und Verbrauchern gehen: Europa muss ein soziales und ein ökologisches Europa für die Bürgerinnen und Bürger sein. Dies geht nicht ohne oder gegen die EU, sondern nur mit einem neuen Kurs in einem geeinten Europa.

Die Mitgliedstaaten tun immer noch so, als ob sie Herren über ihre Steuer- und Sozialpolitik sein könnten und weigern sich, eine wirklich europäische Politik zu betreiben. Davon profitieren Unternehmen unter anderem durch Steuerdumping. Das gemeinsame Ziel von Bündnis 90/ DIE GRÜNEN und DGB ist es, Sozial- und Umweltdumping zu durchbrechen und sozialen Fortschritt auch europäisch wirksam zu verankern. Sozialer Fortschritt bedeutet für uns die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in Europa.

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und der DGB streiten für eine Politik, die die bestehende wirtschaftliche und soziale Kluft zwischen und innerhalb der europäischen Mitgliedstaaten überwindet. Wir streiten für eine Politik, die soziale Rechte im europäischen Binnenmarkt stärkt. Und wir streiten für ein Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell, in dem wirtschaftliche Dynamik nicht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und dem Schutz von Klima und Umwelt geht.

2. SOZIALER FORTSCHRITT BRAUCHT UNSER HANDELN

Das Europa, das wir meinen, muss ein Europa des sozialen Fortschritts ausgestattet mit starken sozialen Grundrechten sein. Die Urteile des Europäischen Gerichtshofes in den Rechtsachen Viking, Laval, Rüffert sowie Komission gegen Luxemburg zum Verhältnis der Binnenmarktfreiheiten und sozialen (Grund)rechte, wie Streikrecht, Tarifautonomie und dem Arbeitnehmerschutz, haben bewährte Arbeitnehmerrechte und anerkannte soziale Standards der Mitgliedsstaaten in Frage gestellt. Auch die Interpretation der Entsenderichtlinie als Maximalrichtlinie hat wichtige soziale Rechte unter Druck gesetzt.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der DGB setzen sich dafür ein, dass soziale Grundrechte gegenüber den Binnenmarktfreiheiten und den Wettbewerbsregeln gestärkt werden. Es muss gelten: Vorrang für soziale Rechte für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!

In der kommenden Legislaturperiode werden sich Bündnis 90/Die Grünen und der DGB einsetzen:

3. GEMEINSAM EUROPA NACH VORNE BRINGEN

Um diese Ziele zu erreichen braucht es Parteien im Europäischen Parlament, für die sozialer Fortschritt, die Stärkung der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerrechte und nachhaltige Politik keine Worthülsen sind, sondern stetige Verpflichtung, an der sich die gesamte europäische Gesetzgebung messen lassen muss.

Um diese Ziele zu erreichen bedarf es einer Stärkung des Europäischen Parlaments und einer besseren Repräsentanz von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und ihrer kollektiven Vertretung im europäischen Gesetzgebungsprozess.

Um diese Ziele zu erreichen bedarf es einer reformierten EU, in der die Grundrechte respektiert und garantiert sind.

Um diese Ziele zu erreichen brauchen wir eine andere EU-Kommission. Wir kämpfen im Europawahlkampf für andere Mehrheiten und für eine Alternative zu Präsident Manuel Barroso. BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN werden ihre Zustimmung zur Wahl des Kommissionspräsidenten wie der Wahl der Kommissionsmitglieder unter anderem auch davon abhängig machen ob sie eine soziale Fortschrittsklausel in Ergänzung zum Vertrag von Lissabon unterstützen.

Wir werden uns auf nationaler und europäischer Ebene mit eigenen Initiativen dafür einsetzen, dass der Europäische Rat möglichst rasch eine Erklärung zum sozialen Fortschritt und zum Vorrang der sozialen Grundrechte auf den Weg bringt, zusammen mit allen wichtigen Akteuren.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der DGB werden in Zukunft weiterhin eng zusammenarbeiten, um die genannten Vorhaben weiter zu präzisieren und zu verwirklichen. Wir wollen in gemeinsamen Veranstaltungen diese Positionen diskutieren und in die Öffentlichkeit tragen. Darüber hinaus werden wir uns regelmäßig darüber abstimmen, welche weiteren Vorhaben zur Verwirklichung eines sozialen und nachhaltigen Europas nötig sind.

Mehrheiten im Europäischen Parlament, die sich für die Belange der europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzen, sind ein wichtiger Beitrag zur Verwirklichung eines sozialen und nachhaltigen Europas. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der DGB rufen deshalb alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich an den Wahlen zum Europäischen Parlament am 7. Juni zu beteiligen.


 
 

top Nutzen Sie unsere Suche


Die Datenbank enthält Daten vom 11.01.1996 bis zum 09.02.2010.
Angaben bitte in der Form TT.MM.JJJJ machen.

Schlagwortsuche
Zeitraum der Suche:
vom bis zum
Wählen Sie eines oder mehrere Schlagworte,
die zum gesuchten Dokument gehören sollen.
Ein Tip für Windows-BenutzerInnen:
Halten Sie während des Auswählens die "Strg-Taste" gedrückt,
um mehrere Schlagworte zu wählen, die nicht direkt
untereinander liegen.


top Nutzen Sie unseren Meldungskalender


Suche über den Kalender
Bitte wählen Sie das Jahr und den dazugehörigen Monat.
Jahreszahl:
Monat: