Deutscher Gewerkschaftsbund

Glossar

Das DGB-Lexikon der Arbeitswelt: Begriffe von A wie Arbeitslohn bis Z wie Zulage kurz erklärt.

In diesem Wörterverzeichnis können Sie rasch die Definition zu einem Fachbegriff aus dem gewerkschaftspolitischen Bereich nachschlagen. In alphabetischer Sortierung werden die wichtigsten Begriffe von Akkord bis Zulagen erklärt.

Bitte wählen Sie einen Buchstaben:


EBR

Europäische Betriebsräte (EBR) sind gewählte Arbeitnehmervertretungen in Unternehmen, die grenzüberschreitend in Ländern der Europäischen Union tätig sind. Dabei kann es sich auch um Unternehmen mit Stammsitz außerhalb der EU handeln. Die EBR-Richtlinie der EU gilt für alle Unternehmen, die in der EU mindestens 1000 ArbeitnehmerInnen beschäftigen und in mindestens zwei EU-Staaten über 150 Beschäftigte haben. EBR haben vor allem Informations- und Konsultationsrechte gegenüber der Unternehmensführung. Wesentliche Mitbestimmungsrechte deutscher Betriebsräte fehlen ihnen allerdings.


Ecklohn

Der Ecklohn dient bei Tarifverhandlungen stellvertretend für die anderen Tariflöhne als Verhandlungsgegenstand. Dabei ist der Ecklohn der für einen über 21 Jahre alten Facharbeiter der untersten Tarifgruppe festgesetzte Normallohn, aus dem sich durch prozentuale Zu- und Abschläge die Tariflöhne für andere Lohngruppen berechnen.


Effektivlohn

Effektivlohn ist das tatsächlich erzielte Arbeitsentgelt, das sich aus der tariflichen Grundvergütung, den sonstigen tariflichen Leistungen (z.B. Zulagen/Zuschläge) sowie übertariflichen Einkommensbestandteilen zusammensetzt.


Elterngeld

Mit dem Elterngeld erhalten erwerbstätige Eltern, die ihr Kind in den ersten Lebensmonaten in Elternzeit zuhause betreuen, bis zu 14 Monate rund zwei Drittel ihres vorherigen Nettoeinkommens. Mindestens aber 300, höchstens 1800 Euro. Auch erwerbslose Elternteile erhalten den Mindestbetrag von 300 Euro. Das Recht auf 14 Monate Elterngeld erwerben nur Elternpaare, bei denen beide Elternteile mindestens zwei Monate der Elternzeit nehmen. Hartz-IV-EmpfängerInnen wurde das Elterngeld zum 1. Januar 2011 gestrichen.


Energieeffizienz

Energieeffizienz bezeichnet alle Maßnahmen, die darauf zielen, Energie (sowohl Strom als auch Heizenergie) innerhalb von Produktions- und Arbeitsprozessen, aber auch im Wohn- und Lebensumfeld zu sparen.


Energiepolitik

Energiepolitik umfasst alle politischen Maßnahmen, die mit der Energiegewinnung und -erzeugung, der Energievermarktung, dem Energievertrieb, den Energienetzen und dem Energieverbrauch zu tun haben. Spätestens mit dem erneuten Atomausstiegsbeschluss von 2011 setzt eine breite politische Mehrheit in Deutschland bei der Energiegewinnung auf ein Konzept, das der DGB bereits auf seinem Bundeskongress 2010 gefordert hat: ein Energiemix ohne Atomkraft, mit modernisierten klima- und umweltfreundlichen Gas- und Kohlekraftwerken sowie einem deutlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien.


Energiewende

Die deutsche Energiewende wurde im Juni 2011 vom Bundestag mit großer Mehrheit von CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen beschlossen. Ziel des „13. Gesetzes zur Änderung des Atomgesetzes“: Bis 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet und gleichzeitig die langfristigen Klimaschutz-Ziele erreicht werden. Dazu soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energie-versorgung (Strom und Wärme) massiv steigen und gleichzeitig der Energieverbrauch halbiert werden.


Entsendegesetz

Siehe Glossar A wie Arbeitnehmer-Entsendegesetz.


Entsendung

Wenn ein Unternehmen Beschäftigte in ein anderes Land schickt, damit diese dort in seinem Auftrag arbeiten, spricht man von Endsendung. Für die entsandten Beschäftigten gilt in der Regel das Arbeitsrecht des Herkunftslandes. Außerdem sind die Mindestarbeitsbedingungen und geltende tarifvertragliche Branchenregelungen des Landes, in das entsendet wird, anzuwenden.


Erneuerbare Energien

Unter erneuerbaren Energien versteht man alle Energieträger, die nicht auf endliche Ressourcen wie Uran und fossile Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) angewiesen sind. Die wesentlichen erneuerbaren Energieträger sind die Solar- und Photovoltaikenergie, die Windenergie, die Energiegewinnung aus Wasserkraft, aus Biomasse und Biogasen sowie durch Geothermie (Erdwärme). Erneuerbare Energieträger sind in der Regel klimaneutral oder zumindest deutlich klimafreundlicher als fossile Energieträger. Zudem bergen sie keine wesentlichen und unbeherrschbaren Gefahren wie die Kernenergie.


Eurobonds

Der Begriff Eurobonds steht für das Konzept gemeinsamer Staatsanleihen vieler europäischer Staaten im Euro-Raum. Über Staatsanleihen nehmen Staaten Kredite am Kapitalmarkt auf, um so ihre Neuverschuldung zu finanzieren. Dafür zahlen sie einen bestimmten Zinssatz. Große Volkswirtschaften wie Deutschland oder Frankreich zahlen einen relativ geringen Zinssatz, kleinere Volkswirtschaften zahlen gerade in Krisensituationen teilweise bis zu zweistellige Zinssätze. Würde eine Gruppe von Staaten gemeinsame Staatsanleihen aufnehmen, würde sich der Zinssatz für die großen Volkswirtschaften kaum verteuern, für die wirtschaftlich schwächeren aber deutlich senken.


Europäischer Gewerkschaftsbund

Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) ist der europäische Dachverband von 83 nationalen Gewerkschaftsbünden aus 36 europäischen Staaten mit rund 60 Millionen Mitgliedern. Er vertritt die Interessen der gewerkschaftlich organisierten ArbeitnehmerInnen auf europäischer Ebene – vor allem gegenüber den Institutionen der Europäischen Union. Zum EGB gehören auch die zwölf europäischen Branchenverbände der Gewerkschaften, zum Beispiel der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB), die Europäische Transportarbeiter-Föderation (ETF) oder der Europäische Polizeigewerkschaftsbund EUROCOP. Amtierender EGB-Präsident ist der Spanier Ignacio Fernández Toxo, EGB-Generalsekretärin die Französin Bernadette Ségol.

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