Deutscher Gewerkschaftsbund

Glossar

Das DGB-Lexikon der Arbeitswelt: Begriffe von A wie Arbeitslohn bis Z wie Zulage kurz erklärt.

In diesem Wörterverzeichnis können Sie rasch die Definition zu einem Fachbegriff aus dem gewerkschaftspolitischen Bereich nachschlagen. In alphabetischer Sortierung werden die wichtigsten Begriffe von Akkord bis Zulagen erklärt.

Bitte wählen Sie einen Buchstaben:


Generalunternehmerhaftung

Zahlt ein Subunternehmer Arbeitnehmern die zustehenden Löhne nicht aus, kann der Generalunternehmer in Haftung genommen werden. Unabhängig von seinem Verschulden muss er für das Nettomindestentgelt, das nach dem Arbeitnehmerentsendegesetz festgelegt wurde und die dafür anfallenden Sozialkassenbeiträge aufkommen.


Geringfügige Beschäftigung

Geringfügig beschäftigt ist, wer regelmäßig unter 15 Wochenstunden arbeitet, wer nicht mehr als 400 Euro verdient oder kurzfristig, d.h. weniger als zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage im Jahr, eine Erwerbstätigkeit ausübt.


Gesamtbetriebsrat

Ein Gesamtbetriebsrat (GBR) wird laut Betriebsverfassungsgesetz in Unternehmen eingerichtet, in denen es mehrere Betriebsräte gibt. Das kann beispielsweise in Unternehmen mit Betriebsstätten an mehreren Standorten der Fall sein. Die Mitglieder des GBR werden nicht direkt gewählt, sondern von den einzelnen Betriebsräten entsandt. Der GBR ist zuständig für Angelegenheiten, die das gesamte Unternehmen oder mehrere Betriebsstätten betreffen – und die nicht von einem einzelnen Betriebsrat auf betrieblichere Ebene geregelt werden können.


Gesetzliche Krankenversicherung

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist einer der fünf Sozialversicherungszweige in Deutschland (neben der Renten-, der Arbeitslosen-, der Sozialen Pflege- und der Gesetzlichen Unfallversicherung). Gesetzliche Aufgabe der GKV ist es, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten oder wiederherzustellen, ihren Gesundheitszustand zu verbessern und Krankheitsbeschwerden zu lindern. Dabei liegt der GKV das Solidarprinzip zugrunde: junge Versicherte unterstützen mit ihren Beiträgen ältere Versicherte, besser Verdienende zahlen mehr als Geringverdiener. Lange Zeit wurde die GKV paritätisch zu gleichen Teilen aus lohn- und gehaltsabhängigen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen finanziert. Heute zahlen die ArbeitnehmerInnen 0,9 Prozentpunkte mehr als die Arbeitgeber. Außerdem müssen die Krankenkassen „kassenindividuelle Zusatzbeiträge“ (de facto eine „Kopfpauschale“) erheben, wenn ihre Beitragsmittel nicht ausreichen. Auch die Zusatzbeiträge werden von den Versicherten getragen. Da die schwarz-gelbe Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel außerdem entschieden hat, die Arbeitgeberbeiträge zur GKV einzufrieren, müssen Kostensteigerungen im Gesundheitssystem künftig allein von den Versicherten getragen werden.


Gewerkschaftsrechte

Gewerkschaftsrechte sind Teil der Menschenrechte. In Artikel 23 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der wesentliche Arbeitnehmerrechte beschreibt, heißt es: „Jeder hat das Recht, zum Schutze seiner Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.“ Dazu gehört auch, dass die Arbeit der Gewerkschaften nicht behindert, Gewerkschaftsmitglieder nicht diskriminiert und GewerkschafterInnen nicht bedroht, verletzt oder getötet werden dürfen. Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die weltweite Verletzung von Gewerkschaftsrechten.


Gleichberechtigung

Gleichberechtigung bezeichnet die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz und in der Gesellschaft. Als Idee des Humanismus wurde sie als Egalité erstmals in der Französischen Revolution gefordert und durchgesetzt (Gleichberechtigung von Bürgertum und Adel). Heute umfasst die Forderung etwa die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder verschiedener Beschäftigtengruppen („Gleiches Geld für gleiche Arbeit“).


Grundsicherung

Allgemein bezeichnet Grundsicherung ein System, das allen Menschen das notwendige Einkommen und die Mittel für ein menschenwürdiges Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe und über dem Existenzminimum ermöglicht. Der Deutsche Staat gewährt derzeit folgende Transferleistungen, die als Grundsicherung konzipiert sind: Grundsicherung für Arbeitssuchende (Arbeitslosengeld II und Sozialgeld),Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung (für RentnerInnen mit einer Rente unter dem Existenzminimum). Zudem gibt es die „Hilfe zum Lebensunterhalt“ (beispielsweise für Alten- und PflegeheimbewohnerInnen oder Kinder unter 15 Jahren, die nicht bei den Eltern leben) sowie die Kindergrundsicherung.


Günstigkeitsprinzip

Rechtsgrundsatz, der vorschreibt, dass vom Tarifvertrag abweichende Abmachungen nur zulässig sind, soweit sie eine Änderung der Regelungen zugunsten des/r Arbeitnehmers/in enthalten. Streitig ist im Einzelfall, was 'günstiger' im Sinne dieses Prinzips ist (§ 4 Abs. 3 Tarifvertragsgesetz).


Gute Arbeit

Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben „Gute Arbeit“ zu ihrem Leitbild für die Entwicklung der Arbeitswelt gemacht. Gute Arbeit bedeutet: faires Einkommen, berufliche und soziale Sicherheit sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz, der hilft, gesund das Rentenalter zu erreichen. Weitere Aspekte Guter Arbeit sind ein respektvoller und wertschätzender Umgang zwischen den Beschäftigten einschließlich der Vorgesetzten, umfassender und klarer Informationsfluss, ausgewogene Arbeitszeiten und gute betriebliche Qualifizierungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Auch Arbeitnehmermitbestimmung ist elementarer Bestandteil des Leitbilds. Der Begriff „Gute Arbeit“ geht auf den englischen Begriff „Decent Work“ zurück, der wörtlich so viel wie „menschenwürdige Arbeit“ bedeutet. Die Internationale Arbeitsorganisation IAO hat mit der „Decent Work Agenda“ ihre Grundsätze und Prioritäten für die menschenwürdige Gestaltung der weltweiten Arbeits- und Lebensbedingungen formuliert.

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