Deutscher Gewerkschaftsbund

Glossar

Das DGB-Lexikon der Arbeitswelt: Begriffe von A wie Arbeitslohn bis Z wie Zulage kurz erklärt.

In diesem Wörterverzeichnis können Sie rasch die Definition zu einem Fachbegriff aus dem gewerkschaftspolitischen Bereich nachschlagen. In alphabetischer Sortierung werden die wichtigsten Begriffe von Akkord bis Zulagen erklärt.

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Mindestlohn

siehe Glossareintrag Mindestlöhne.


Mindestlöhne

Mindestlöhne sind festgeschriebene Arbeitsentgelte, die Beschäftigten als Minimum zustehen. Das Arbeitseinkommen kann als Stundenlohn oder monatliches Entgelt festgelegt sein. Die meisten europäischen Staaten und Nordamerika haben gesetzliche Mindestlöhne, ab dem 1.1.2015 auch Deutschland. Die gesetzlichen Mindestlöhne werden teilweise automatisch an die Preis- und Lohnentwicklung angepasst, teilweise werden sie vom Gesetzgeber oder einer Kommission festgelegt. Neben dem gesetzlichen Mindestlohn gibt es in Deutschland auch allgemeinverbindliche Tarifverträge mit Branchenmindestlöhnen.


Minijob

Ein sogenannter Minijob (oder auch „450-Euro-Job“) ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine geringfügige Beschäftigung. Die „MinijobberInnen“ erhalten ihren Lohn „brutto für netto“. Die heutige Form der Minijobs wurde im Wesentlichen durch die „Hartz-Reformen“ geschaffen. Für die Beschäftigungsverhältnisse gilt eine Lohnobergrenze von 450 Euro. Sie sind nicht sozialversicherungspflichtig, allerdings muss der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag an die Minijob-Zentrale bei der Knappschaft-Bahn-See zahlen, der auf verschiedene soziale Sicherungssysteme verteilt wird.


Mitarbeiterbeteiligung

Mitarbeiterbeteiligung bezeichnet zum einen die Mitsprache und Mitbestimmung von ArbeitnehmerInnen über feste Mitbestimmungsgremien (Betriebsrat, Aufsichtsrat). Es kann aber auch finanzielle Mitarbeiterkapitalbeteiligung am Unternehmen oder am Unternehmensgewinn gemeint sein.


Mitbestimmung

Der Betriebsrat hat unterschiedlich abgestufte Mitwirkungsrechte, angefangen bei den Informationsrechten, über Anhörungs-, Beratungs- und Initiativrechte, sowie Zustimmungs- und Vetorechte, bis zu Mitbestimmungsrechten. "Echte" Mitbestimmung bedeutet, dass in diesen Angelegenheiten der Arbeitgeber nicht ohne die Zustimmung des Betriebsrats Entscheidungen treffen kann. Die Mitbestimmung im Aufsichtsrat (auch Unternehmensmitbestimmung genannt) gilt nur in größeren Firmen, die in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft (Aktiengesellschaft) oder GmbH geführt werden. Ihr wichtigstes Element ist die Vertretung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Die meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union verfügen über gesetzliche Mitbestimmungsregelungen.


Mobbing

Der Begriff Mobbing bezeichnet die regelmäßige Schikane und Diskriminierung von ArbeitnehmerInnen durch KollegInnen und Vorgesetzte am Arbeitsplatz mit psychischen Mitteln. Mobbing wird oft auch als „Psychoterror am Arbeitsplatz“ bezeichnet. In der Regel sollen die betroffenen ArbeitnehmerInnen aus dem Betrieb hinausgedrängt werden. Mobbing ist nach Einschätzung des Bundesarbeitsministeriums strafbar. Je nach Art des Mobbings kann es sich bei der strafbaren Handlung um Körperverletzung, Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung oder gar Nötigung handeln. Der DGB engagiert sich für Gute Arbeit und gegen jede Art von Mobbing und Diskriminierung.


Montanmitbestimmung

Montanmitbestimmung sichert die Beteiligung von ArbeitnehmervertreterInnen in den Aufsichtsräten von Unternehmen im Bergbau sowie in der Eisen- und Stahlindustrie („Montanindustrie“). Grundlage ist das Montan-Mitbestimmungsgesetz von 1951. Neben dem so genannten 76er-Gesetz und dem Drittelbeteiligungsgesetz ist das Montan-Mitbestimmungsgesetz die älteste und weitreichendste Regelung zur Unternehmensmitbestimmung in Deutschland. Es gilt für Unternehmen der Montanindustrie ab 1000 Beschäftigten. Aufsichtsräte müssen dort zu gleichen Teilen mit VertreterInnen der Arbeitnehmer- und der Anteilseignerseite besetzt werden („Vollparität“). Anders als beim 76er-Gesetz, das für Unternehmen außerhalb der Montanindustrie gilt, wird eine mögliche Pattsituation nicht durch einen von den Anteilseignern gestellten Vorsitzenden vermieden, sondern durch eine „neutrale Person“.

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