Deutscher Gewerkschaftsbund

01.05.2011

423.000 Menschen auf DGB-Kundgebungen

Für "Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit" sind am Tag der Arbeit bundesweit 423.000 Menschen auf die Straße gegangen. "Der 1. Mai ist kein Feiertag, sondern ein Tag, an dem wir für unsere Rechte als arbeitende Menschen demonstrieren", sagte der DGB-Vorsitzende, Michael Sommer, auf der zentralen DGB-Kundgebung in Kassel.

Michael Sommer auf der Bühne der Kundgebung in Kassel

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer auf der zentralen Maikundgebung der DGB-Gewerkschaften in Kassel. DGB/Simone M. Neumann

423.000 Menschen auf den Straßen - "Ein deutliches Signal an die Bundesregierung, ihre unsoziale, ungerechte Politik zu ändern und ihre Blockadehaltung in Sachen gesetzlichem Mindestlohn aufzugeben", betonte der DGB-Vorsitzende. "Faire Löhne, gute Arbeit, soziale Sicherheit, das ist das Mindeste, was die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land erwarten, brauchen, ja immer wieder erkämpfen müssen", sagte Michael Sommer. 

Bundesweit gab es Protestaktionen in Hunderten Städten. Sommer forderte einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde und gleichen Lohn für Stamm- und Leihbeschäftigte. Er befürwortete die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für Arbeitnehmer aus Osteuropa zum 1. Mai: "Sie sind willkommen." Dies gelte aber nicht für die Arbeitgeber, die nun auf billige Arbeiter aus dem Osten hofften.

01.05.2011

Tag der Arbeit 2011

Bundesweit sind 423.000 Menschen dem Aufruf des DGB gefolgt. "Die TeilnehmerInnen-Zahl liegt deutlich über unseren Erwartungen", sagte DGB-Vorsitzender Michael Sommer. Ein deutliches Signal an die Bundesregierung, ihre unsoziale, ungerechte Politik zu ändern und ihre Blockadehaltung in Sachen gesetzlichem Mindestlohn aufzugeben.

Banner 1 Mai 2011

Die zentrale Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Kassel


Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Berlin


Kundgebungen des DGB in Ingolstadt, Wolfsburg und Salzgitter


DGB-Kundgebung in Hamburg

 


Der Maiaufruf des DGB

Wir leben in unruhigen Zeiten: Erdbeben, Tsunami und Atomkatastrophe in Japan, Aufstände gegen Unterdrücker-Regime in arabischen Staaten. Die anhaltende Spekulation auf den Rohstoff- und Kreditmärkten, Angriffe auf soziale Errungenschaften und gewerkschaftliche Rechte im Windschatten der Eurokrise bedrohen die Existenzgrundlagen der Arbeitnehmerschaft und der sozial Schwachen.

Mainelke zum Tag der Arbeit 2011

DGB

In Teilen der Wirtschaft konnte die Krise dank des Einsatzes der Arbeitneh­merinnen und Arbeitnehmer gemildert werden – der Respekt dafür ist bis heute ausgeblieben. Im Gegenteil! Bundesregierung und Arbeitgeber weiten Niedriglöhne, befristete Jobs und unsichere Arbeit immer weiter aus. Equal pay in der Leiharbeit und einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn lehnen sie ab – gegen die Forderung der großen Mehrheit der Bevölkerung. Aus der solidarischen Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme haben sich die Arbeitgeber verabschiedet, nachdem ihnen der Gesetzgeber die Türen ge­öffnet hat.

Deutschland ist in Schieflage. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer. Nicht wir haben über unsere Verhältnisse gelebt, sondern Spekulanten, Manager und Banker. Die Finanzmärkte müssen wirksam reguliert werden und die Reichen und Vermögenden müssen endlich ihren Beitrag zur Bekämpfung der Krisenfolgen und für unseren Sozialstaat leisten. Für eine sichere Zukunft brauchen wir starke soziale Sicherungssysteme und paritätische Beiträge der Arbeitgeber.

Der Atomausstieg ist ohne Alternative. Wir Gewerkschaften wollen ihn, denn wir stehen für einen Fortschritt, der die Natur und die Umwelt achtet. Und wir stehen zum Industriestandort Deutschland. Seine Zukunft hängt von einer sicheren und sauberen Energieversorgung ab. Auch von neuen Netzen. Wir stehen zum Energiesparen, zu Energieeffizienz und zu einem raschen Umstieg auf erneuerbare Energien.

Aufruf 1. Mai 2011 (PDF, 405 kB)

Motto: Das ist das Mindeste! Faire Löhne - Gute Arbeit - Soziale Sicherheit.

Wir begrüßen die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa. Mobilität muss aber unter fairen Bedingungen gestaltet werden. Für entsandte Beschäftigte sowie Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter gilt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Sie dürfen nicht als Lohndrücker missbraucht werden. Der ungerechte Euro-Plus-Pakt von Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy ist der falsche Weg: Eingriffe in die Tarifautonomie, Schuldenbremse, Ausweitung des Niedriglohnsektors, Erhöhung des Renteneintrittsalters. All das steht für ein Europa, das wir so nicht wollen.

Wir fordern von der Bundesregierung und von den Arbeitgebern:

  • gleichen Lohn für gleiche Arbeit für Stamm- und Leihbeschäftigte,
  • den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde,

  • gute Arbeit, die eine Familie ernährt, nicht krank macht und mitbestimmt ist,

  • flexible Übergänge in die Rente statt Rente mit 67 und

  • eine solidarische Bürgerversicherung im Gesundheitssystem und in der Pflege statt Kopfpauschalen und immer mehr Eigenbeteiligung.

Der 1. Mai ist unser Fest der Solidarität und kein Ort für alte und neue Nazis.

Wir demonstrieren am 1. Mai in Deutschland und Europa für eine gerechte soziale Ordnung: mit guter Arbeit, fairen Löhnen und sozialer Sicherheit für alle! Wir wollen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt.

DAS IST DAS MINDESTE!

 


Veranstaltungen und Reden zum 1. Mai 2011

Am Tag der Arbeit finden in allen größeren Städten Kundgebungen statt. Genaue Informationen zu den Veranstaltungen gibt es auf den Webseiten der DGB-Bezirke und -Regionen und bei den Gewerkschaften.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer spricht auf der Hauptkundgebung in Kassel.


RedenOrt
DGB Michael Sommer
DGB-Vorsitzender

Hauptkundgebung
Kassel

DGB-Presseinformation zur Hauptkundgebung

Informationen der DGB Region zur Veranstaltung

 

DGB Ingrid Sehrbrock
stellvertretende DGB-Vorsitzende
Ingolstadt
DGB Dietmar Hexel
DGB-Vorstandsmitglied
Wolfsburg
DGB Annelie Buntenbach
DGB-Vorstandsmitglied
Berlin
DGB Claus Matecki
DGB-Vorstandsmitglied
Salzgitter
IG BAU Klaus Wiesehügel, Vorsitzender Hamburg
IG BCE Michael Vassiliadis, Vorsitzender Bottrop
EVG Alexander Kirchner, Vorsitzender Erfurt
GEW Ulrich Thöne, Vorsitzender Trier
IG Metall

Berthold Huber
IG Metall 1.Vorsitzender

Nürnberg

Detlef Wetzel
IG Metall 2. Vorsitzender

Gelsenkirchen
NGG Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender
Claus-Harald Güster, stellv.Vorsitzender
Rosenheim
Remscheid
GdP Bernhard Witthaut, Vorsitzender Saarland
ver.di

Frank Bsirske, Vorsitzender

Zwickau
1. Mai_Rede_Kassel_Sommer_Presse.pdf (application/applefile, 62 kB)

Motto: DAS IST DAS MINDESTE! FAIRE LÖHNE, GUTE ARBEIT, SOZIALE SICHERHEIT. DGB-Hauptkundgebung zum 1. Mai 2011 in Kassel.

1. Mai_Rede_Ingolstadt_Sehrbrock_Presse.pdf (application/applefile, 83 kB)

Motto: DAS IST DAS MINDESTE! FAIRE LÖHNE, GUTE ARBEIT, SOZIALE SICHERHEIT. DGB-Kundgebung zum 1. Mai 2011 in Ingolstadt.

1. Mai_Rede_Berlin_Buntenbach_Presse.pdf (application/applefile, 80 kB)

Motto: DAS IST DAS MINDESTE! FAIRE LÖHNE, GUTE ARBEIT, SOZIALE SICHERHEIT. DGB-Kundgebung zum 1. Mai 2011 in Berlin.

1. Mai 2011_Rede_Wolfsburg_Hexel.pdf (application/applefile, 90 kB)

Motto: DAS IST DAS MINDESTE! FAIRE LÖHNE, GUTE ARBEIT, SOZIALE SICHERHEIT. DGB-Kundgebung zum 1. Mai 2011 in Wolfsburg.

1. Mai_Rede_Salzgitter_Matecki_Presse.pdf (application/applefile, 69 kB)

Motto: DAS IST DAS MINDESTE! FAIRE LÖHNE, GUTE ARBEIT, SOZIALE SICHERHEIT. DGB-Kundgebung zum 1. Mai 2011 in Salzgitter.


Maiansprache 2011
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"Arbeit muss anständig entlohnt werden, damit man von seinem Lohn leben kann." Die Ansprache des DGB-Vorsitzender Michael Sommer wurde ausgestrahlt am 1. Mai 2011 in der ARD.

Reden zum Tag der Arbeit 2011

01.05.2011
Michael Sommer: Würde von Arbeit wieder Respekt verschaffen
Eine Rückbesinnung auf den Wert der Arbeit hat der DGB-Vorsitzende Michael Sommer gefordert. Auf der Hauptkundgebung zum 1. Mai in Kassel sagte Sommer, die Gewerkschaften würden nicht zulassen, dass Arbeit weiter entwertet, entrechtet und jeder Perspektive beraubt würde. Deutschland müsse „den Menschen die Würde von Arbeit und gerechten Lohn garantieren."
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01.05.2011
Ingrid Sehrbrock: Wirtschaft nimmt Pflicht zur Ausbildung nicht richtig wahr!
Der so genannte Fachkräftemangel sei weitgehend hausgemacht, erklärte die DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock auf der DGB-Kundgebung in Ingolstadt. „Die Wirtschaft nimmt ihre Pflicht für die Ausbildung nicht richtig wahr. Nur 24 Prozent der Betriebe bilden noch aus. Noch immer haben 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren keine abgeschlossene Ausbildung".
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01.05.2011
Annelie Buntenbach wirft Koalition Arbeitsverweigerung bei Lohndumping vor
DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach hat der Bundesregierung Arbeitsverweigerung im Kampf gegen Lohndumping vorgeworfen. Vor dem Hintergrund der vollen Arbeitnehmer- und Dienstleistungsfreiheit für die Osteuropäischen Länder sagte sie auf der DGB-Kundgebung in Berlin: „Die Arbeitnehmerfreizügigkeit ist ein Grundrecht in Europa und darf nicht zu Lohn- und Sozialdumping missbraucht werden."
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01.05.2011
Dietmar Hexel: Energieumstieg Chance für Lebensqualität und neue Arbeitsplätze
Einen radikalen Paradigmenwechsel in der Energiepolitik hat DGB-Vorstand Dietmar Hexel in Wolfsburg gefordert. Der Umstieg auf alternative Energien und der Abschied von der Atomindustrie seien nach der Reaktorhavarie in Japan dringend geboten. Der Energiesektor brauche neue Eigentumsformen und eine demokratische Architektur der Stromnetze, um die Finanzierung am Gemeinwohl, nicht am Profit zu orientieren.
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01.05.2011
Claus Matecki fordert kräftige Lohnzuwächse
Eine gerechte Beteiligung am Aufschwung für die Beschäftigten hat DGB-Vorstand Claus Matecki gefordert. Auf der Mai-Kundgebung in Salzgitter sagte er: „Arbeitnehmer, Betriebsräte und Gewerkschaften haben wesentlich dafür gesorgt, dass aus der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht noch eine Arbeitsmarktkrise geworden ist."
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Serie: 125 Jahre Tag der Arbeit

26.04.2011
125 Jahre Tag der Arbeit: Das Haymarket-Massaker von Chicago
DGB/Simone M. Neumann
Am 1. Mai 1886 begann in den USA ein mehrtägiger Generalstreik, um den Achtstundentag durchzusetzen. Tausende Arbeiter versammelten sich auf dem Haymarket in Chicago. Nach zwei Tagen eskalierte die Situation. Das Massaker gilt als Geburtsstunde des Tags der Arbeit.
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27.04.2011
125 Jahre Tag der Arbeit: 1890 - erstmals gehen am 1. Mai Millionen ArbeiterInnen auf die Straße
DGB/Simone M. Neumann
Nach dem Haymarket-Massaker von 1886 wurde der 1. Mai zum Kampftag für den Achtstundentag. 1889 folgte der Internationale Arbeiterkongress in Paris dem amerikanischen Vorbild und rief für den 1. Mai 1890 zu einer „großen internationalen Manifestation“ auf: An diesem Tag begingen erstmals Millionen Menschen den „Weltfeiertag der Arbeit“ – auch in Deutschland demonstrierten sie für bessere Arbeitsbedingungen.
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28.04.2011
125 Jahre Tag der Arbeit: Von Weimar zur NS-Diktatur
DGB/Simone M. Neumann
Mit der Gründung der Weimarer Republik 1919 schienen sich die Bedingungen für die arbeitende Bevölkerung zum Besseren zu wenden. Der Achtstundentag wurde gesetzlich vereinbart und der 1. Mai 1919 zum allgemeinen Feiertag erklärt. Dennoch wurde der 1. Mai von allen Seiten bekämpft.Die Nationalsozialisten machten ihn 1933 zum reichsweiten Feiertag – und missbrauchten ihn für die eigene Propaganda.
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29.04.2011
125 Jahre Tag der Arbeit: Der Festtag im Spiegel der DGB-Maiplakate
DGB/Simone M. Neumann
Nach dem Ende der Naziherrschaft fanden bereits 1945 an einigen von den Alliierten besetzten Orten die ersten freien Maifeiern seit 13 Jahren statt. Im April 1946 bestätigte der alliierte Kontrollrat den 1. Mai als Feiertag. Heute ist er in Deutschland und vielen anderen Staaten ein gesetzlicher Feiertag. Eine Galerie aller Plakate und Mai-Slogans seit 1950.
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