Deutscher Gewerkschaftsbund

27.04.2011

Minijobs: Inzwischen über 7 Millionen geringfügig beschäftigt

Jede vierte Beschäftigung ist inzwischen eine geringfügige, gut 7,3 Millionen ArbeitnehmerInnen arbeiten in Mini-Jobs. Zwar haben sie per Gesetz die gleichen Rechte wie andere Beschäftigte, dennoch erhalten sie etwa weniger Lohn; Urlaub und Lohnfortzahlung bei Krankheit werden ihnen teils vorenthalten.

Die Bundesagentur für Arbeit zählte Ende September 2010 gut 7,3 Millionen Mini-Jobber. Das sind fast 1,6 Millionen mehr als 2003. Davon arbeiten knapp fünf Millionen ausschließlich in geringfügiger Beschäftigung, Mehr als zwei Millionen haben schon eine Stelle - und verdienen in ihrem Zweitjob zusätzlich bis zu 400 Euro im Monat dazu. Die Zahl dieser Nebenjobber hat besonders stark zugenommen, seit 2003 um mehr als eine Million.

DGB-Bundesvorstand Annelie Buntenbach zum Thema:

„Die Minijobs haben sich als Irrweg erwiesen, für viele Arbeitssuchende sind sie eher eine Falle im Niedriglohnsektor als eine Hilfe. Sieben Millionen Minijobs gibt es, jedes vierte Arbeitsverhältnis ist inzwischen ein Minijob. Vor allem für Frauen haben sich durch die Aufteilung von Arbeitsplätzen in Minijobs die Eingliederungschancen verschlechtert. Zum Teil erhalten sie keine anderen Angebote als Minijobs, obwohl sie mehr arbeiten wollen.

Vielfach werden Minijobber gegenüber anderen Beschäftigten benachteiligt. Sie erhalten weniger Lohn für gleiche Arbeit, Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall werden ihnen zum Teil vorenthalten. Minijobs werden zudem missbraucht, um Schwarzarbeit zu verschleiern. Denn bei Kontrollen können Verstöße gegen Abgabenvorschriften nur schwer nachgewiesen werden. Der Schaden für den Arbeitsmarkt ist also größer als der Nutzen.

Die Fehlanreize des Gesetzgebers für Minijobs müssen beendet werden. Besser ist es, Langzeitarbeitslose gezielt zu fördern und in Weiterbildung zu investieren. Es sollten Anreize geschaffen werden, die Arbeitszeiten zu verlängern, damit die Betroffenen von ihrem Einkommen auch leben können.“



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