Deutscher Gewerkschaftsbund

24.06.2009

Arbeitszeit

Der Begriff der Arbeitszeit hat im Sprachgebrauch mehrere Bedeutungen: ES kann die zulässige Höchstdauer der Arbeit, die geschuldete Dauer der Arbeitszeit oder die Lage der Arbeitszeit meinen. Sie kann geregelt werden durch Gesetz, Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung.

Wie lange eine ArbeitnehmerIn längstens arbeiten darf, regeln Tarifverträge (TV) und das Arbeitszeitgesetz. Für Gewerkschaftsmitglieder gilt der für den Betrieb gültige Tarifvertrag und dessen Arbeitszeitregelungen. Dieser hat immer Vorrang vor den gesetzlichen Regelungen. Existiert kein TV, so gilt das Arbeitszeitgesetz.

Wie lange der einzelne Arbeitnehmer arbeiten muss, ergibt sich aus Tarifvertrag oder dem Arbeitsvertrag. In der Regel beträgt die wöchentliche Arbeitszeit heute bei einer Vollzeitbeschäftigung zwischen 35 und 40 Stunden.

Das Arbeitszeitgesetz

Das Arbeitszeitgesetz begrenzt die tägliche Höchstarbeitszeit und legt Ruhepausen fest, denn es dient dem Schutz der Gesundheit der Beschäftigten. Das Gesetz schützt alle ArbeitnehmerInnen in allen Beschäftigungsbereichen - also Arbeiter und Angestellte, sowie Auszubildende. Es gilt nicht für leitende Angestellte, BeamtInnen, RichterInnen und SoldatInnen.

Gesetzliche Regelungen

Das Arbeitszeitgesetz

Für die Sonn- und Feiertagen schreibt das Arbeitszeitgesetz ein grundsätzliches Beschäftigungsverbot vor.  Arbeit an diesen Tagen ist nur ausnahmsweise zulässig.

Der allgemeine Arbeitszeitschutz des Arbeitszeitgesetzes wird ergänzt durch Schutzklauseln für sogenannten besonders schutzbedürftige Arbeitnehmer. Dazu gehören z.B. Jugendliche, stillende Mütter und Schwerbehinderte.

Erlaubte Arbeitszeit

An Werktagen (Montag bis Samstag) dürfen ArbeitnehmerInnen nicht länger als acht Stunden arbeiten. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden verlängert werden. Innerhalb von sechs Monaten muss dann allerdings zum Ausgleich soviel weniger gearbeitet werden, dass die durchschnittliche werktägliche Arbeitszeit wieder acht Stunden beträgt.

Spätestens nach sechs Stunden Arbeit muss eine Ruhepause eingelegt werden. Während dieser Unterbrechung der Arbeitszeit darf die Beschäftigte nicht zur Arbeit herangezogen werden. Der Arbeitgeber muss Ruhepausen nicht nicht bezahlen.

Zwischen Feierabend und Arbeitsbeginn ist eine Ruhezeit von mindestens elf Stunden Pflicht. Nur in einigen Branchen kann die Ruhezeit auf zehn Stunden verkürzt werden (z.B. in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Gaststätten oder Verkehrsbetrieben).  Doch auch hier gilt: wer an einem Tag nur auf zehn Stunden Ruhezeit kommt, muss an einem anderen Tag zwölf Stunden Ruhezeit erhalten.  Dieser Ausgleich muss innerhalb von vier Wochen erfolgen.

Nachtarbeit belastet die ArbeitnehmerInnen in besonderem Maße. Das Arbeitszeitgesetzt sieht deshalb dafür besondere Regeln vor. Insbesondere haben Beschäftigte Anspruch auf einen Nachtzuschlag von 20 Prozent.

Veränderungen der Arbeitszeit

Kurzarbeit ist die vorübergehende Verkürzung der betriebsüblichen Arbeitszeit, bei Verlängerung spricht man von Überstunden. Kurzarbeit und Überstunden können nur angeordnet werden, wenn das im Tarif- oder Arbeitsvertrag vorgesehen ist, der Betriebsrat muss diesen Arbeitszeitänderungen zustimmen.

In Betrieben ohne Betriebsrat muss der Arbeitgeber die Bereitschaft  ArbeitnehmerInnen  zur Kurzarbeit einholen und gegebenenfalls eine Änderungskündigung aussprechen.

Lage der Arbeitszeit

Beginn und Ende der täglichen Arbeit (die "Lage" der Arbeitszeit) regelt normalerweise eine Betriebsvereinbarung. Häufig existieren Gleitzeitregelungen. Dann können die Beschäftigten innerhalb gewisser Grenzen selbst bestimmen, wann sie ihren Arbeitstag beginnen und beenden. 

Stehen im Arbeitsvertrag keine Regelungen zur Arbeitszeit, kann der Arbeitgeber die Arbeitszeit - in Abstimmung mit dem Betriebsrat - festlegen.


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