Deutscher Gewerkschaftsbund

01.10.2015
Aufruf

Für ein Europa der Menschenrechte!

Aufruf für Solidarität und Humanität zum Nationalen Flüchtlingstag

Zum Nationalen Flüchtlingstag am 2. Oktober starten Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften, Flüchtlingsinitiativen sowie Künstlerinnen und Künstlern einen bundesweiten Aufruf. Dieser formuliert ein klares Selbstverständnis: Solidarität, Mitgefühl und Humanität gehören zu Deutschland und zu Europa. Asyl ist ein Menschenrecht!

Aufruf "Für ein Europa der Menschenrechte!" jetzt unterzeichnen:
http://www.europa-der-menschenrechte.org

Der Aufruf und die UnterstützerInnen-Webseite wurden am 1. Oktober von Vertreterinnen und Vertretern vieler beteiligter Verbände in Berlin vorgestellt.

Selmin Çalışkan, Leiterin des Sekretariats der deutschen Sektion von Amnesty International

Selmin Çalışkan, Leiterin des Sekretariats der deutschen Sektion von Amnesty International, stellt eine der Kernforderungen des Aufrufs vor. DGB

"Angesichts der rassistischen Gewalt gegen Schutzsuchende und rechtsextremen Populismus wollen wir ein Zeichen der Solidarität setzen. Das große Engagement für Flüchtlinge in den vergangenen Wochen hat gezeigt, dass wir hier einen breiten Konsens in der Gesellschaft haben. Jetzt geht es um die schnelle Integration von Flüchtlingen in gute Arbeit und Ausbildung. Dabei sind menschengerechte Arbeitsbedingungen und Mindestlohnstandards unverzichtbar", sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

"Die beteiligten Organisationen und Institutionen setzen sich zum Teil bereits seit Jahrzehnten für Flüchtlinge und gegen Rassismus ein. Solidarität und Humanität gehören zu den Grundpfeilern dieser Arbeit", sagt Sara Fremberg, Sprecherin der Initiative ,Für ein Europa der Menschenrechte'. "Das ehrenamtliche Engagement der vergangenen Wochen, mit dem sich Menschen in Deutschland, aber auch Österreich und Ungarn für die Ankommenden eingesetzt haben, hat uns auf überwältigende Weise gezeigt, dass wir mit dieser Überzeugung nicht alleine sind. Vielmehr handeln wir im Konsens mit großen Teilen der Gesellschaft. Diese vielen Stimmen gilt es nun zu bündeln."

"Europa definiert sich nicht nur über seine ökonomische Stärke und seine spezifische Topographie, sondern über gemeinsame Werte", sagt die Schriftstellerin Tanja Dückers, Unterzeichnerin des Aufrufs bei der Bekanntmachung. "Als Berlinerin, die 21 Jahre mit einer Mauer vor der Nase aufgewachsen ist, wünsche ich mir kein Europa, in dem wieder neue Schlagbäume, Grenzen, Zäune und Mauern errichtet werden. Viele Menschen haben über lange Zeit für ein freies Europa gekämpft, viele sind dafür gestorben - eine leichte Errungenschaft war dieses offene Europa nicht. Wir dürfen es jetzt angesichts der sich stellenden Herausforderungen nicht aufs Spiel setzen."

 


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