Deutscher Gewerkschaftsbund

19.09.2017
Tarifticker

Klinikbeschäftigte streiken für Entlastung

Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten in deutschen Krankenhäusern zu bundesweiten Streiks aufgerufen. Grund ist die schlechte Personalausstattung und die damit verbundene Überlastung der Beschäftigten in Krankhäusern. Bereits im Juli dieses Jahres hat ver.di die Kliniken zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag Entlastung aufgefordert, doch bisher seien nicht alle Kliniken gesprächsbereit.

ver.di hat deshalb heute Beschäftigte in Krankenhäusern in Bayern, Hessen, NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Berlin zum Streik aufgerufen.

Pflegerin mit Patientin

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ver.di fordert unter anderem die Festlegung einer Mindestpersonalausstattung sowie Regelungen zum Belastungsausgleich, falls die tarifvertraglichen Vorgaben nicht eingehalten werden. Zudem soll sich die Ausbildungsqualität verbessern, beispielsweise durch die Freistellung von Ausbilder/innen für die Zeit der praktischen Anleitung von Auszubildenden. Es soll ausgeschlossen werden, dass Auszubildende für die Kompensation von Personalengpässen herangezogen werden.

Bereits seit dem 18. September befinden sich die Beschäftigten der Berliner Charité in einem Streik. An der Charité wurde 2016 der bundesweit erste Tarifvertrag abgeschlossen, der die Personalausstattung regelt. Die mangelnde Bereitschaft des Arbeitgebers zur Umsetzung dieses Tarifvertrags macht nun die erneuten Verhandlungen nötig.

Nach Berechnungen der Gewerkschaft müsste es für eine gute und sichere Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon allein 70.000 in der Pflege.

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