"Aufsichtsrätin des Monats" im November ist Hannelore Hesseling. In ihrer Gewerkschaft, der NGG, ist Hesseling Vorsitzende des Hauptausschusses - dem höchsten ehrenamtlichen Gremium. Und auch in ihrem Unternehmen engagiert sich die 60-Jährige seit langem für die Interessen der Beschäftigten. Seit 1987 ist sie Mitglied im Betriebsrat der Nordmilch AG - und seit 1990 Betriebsratsvorsitzende und Mitglied im Aufsichtsrat. Besonders wichtig für Hesseling: im Aufsichtsrat Einfluss auf die Situation der Beschäftigten bei der deutschen Großmolkerei nehmen zu können. "Konkrete Verbesserungen durchzusetzen", sagt Hesseling, sei ein Kern ihrer Arbeit.
1. Mit einem kurzen Satz beschrieben ist ein Aufsichtsrat…
ein wichtiges Kontrollorgan des Vorstands..
2. Der größte Vorteil am deutschen Mitbestimmungsmodell ist…
die gleichberechtigte Einflussnahme der Arbeitnehmervertreterinnen und Arbeitnehmervertreter bei allen wirtschaftlichen, sozialen und personellen Entscheidungen.
3. Was war bisher Ihr größter Erfolg, den Sie gemeinsam im Aufsichsichtsrat durchsetzen konnten?
Besonders wichtig für die konstruktive Arbeit im Aufsichtsrat ist, dass wir verschiedene Ausschüsse gründen konnten, in denen auch Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter sitzen - zum Beispiel einen Personal- und einen Finanzprüfungsausschuss. So können wir wichtige Themen auch in kleiner Runde besprechen.
4. …und was das größte Ärgernis im Laufe Ihrer Aufsichtsratstätigkeit?
Dass wir trotz kontroverser Diskussionen im Aufsichtsrat einige Werksschließungen nicht verhindern konnten.
5. Mit Blick auf Europa und die Globalisierung: Muss sich die Arbeit der Aufsichtsräte noch weiter internationalisieren?
Es ist wichtig, dass die Arbeit der Aufsichtsräte in Zukunft so aufgestellt ist, dass sie den ständig neuen Herausforderungen gewachsen sind.
6. Der Aufsichtsrat unterstützt gute und sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung, indem…
er die Unternehmensinteressen immer im Blick hat - und dazu gehören für einen mitbestimmten Aufsichtsrat immer auch die Interessen der Beschäftigten.
7. Von wem erfahren Sie den größten Respekt für Ihre Arbeit im Aufsichtsrat, von wem weniger?
Den größten Respekt erfahren wir von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Unternehmen. Die wissen, dass wir in ihrem Interesse Einfluss nehmen können. Aber auch von den Anteilseignern ist der Respekt da.
8. Wenn Ihr Unternehmen ein Auto wäre, welcher Teil wäre dann der Aufsichtsrat?
Wir treten zum richtigen Zeitpunkt auf die Bremse.
9. Das Wort, das in Vorbesprechungen der Arbeitnehmervertreter vor Aufsichtsratssitzungen am häufigsten fällt, ist…
kein Wort, sondern eine Aussage: Da müssen wir noch mal nachhaken.
10. Schätzen Sie das Gewicht der Unterlagen, die Sie jedes Jahr für die Aufsichtsratstätigkeit durchgehen müssen.
Das kann ich nicht genau schätzen. Wichtig ist, dass der Vorstand uns umfangreiche Unterlagen zur Verfügung stellt - in der Regel alles, was wir für unsere Arbeit im Aufsichtsrat brauchen.