Deutscher Gewerkschaftsbund

07.02.2017
IW-Studie zum Wohnungsbau

Körzell: "Reiche bauen für Reiche"

In Deutschland fehlen 800.000 Wohnungen

Die Wohnungsnot in deutschen Städten verschärft sich. Gründe sind vor allem der starke Zuzug und der Mangel an passenden Wohnungen.  DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell fordert ein Umsteuern in der Wohnungspolitik hin zu preiswertem und sozialem Wohnraum: „Insbesondere in den Großstädten wird zu wenig und am Bedarf vorbei gebaut. Zu groß und viel zu teuer ist der Trend.“

Gebäude, Häuser und eine Straßenlaterne

DGB/Simone M. Neumann

Laut einer aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) verschärft sich die Wohnungsnot in Metropolen. Grund dafür seien ein starker Bevölkerungszugang und ein Mangel an passenden Wohnungen.

Zur heute veröffentlichten IW-Studie zum Wohnungsbau sagte DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell:

"Die Ergebnisse der IW-Studie zeigen einmal mehr, dass in der Wohnungspolitik dringend umgesteuert werden muss. Insbesondere in den Großstädten wird zu wenig und am Bedarf vorbei gebaut. Reiche bauen für Reiche. Zu groß und viel zu teuer ist der Trend.

Wir brauchen dringend eine stärkere Gemeinwohlorientierung im Wohnungsbau. Preiswerter Wohnraum und eine soziale Wohnungspolitik ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Daher gehört der Bund hier stärker und dauerhaft in die Mitverantwortung. Es war richtig, die Kompensationsmittel für den sozialen Wohnungsbau für die Bundesländer auf 1,5 Mrd. Euro im Jahr zu erhöhen. Diese müssen jedoch über 2019 hinaus verstetigt und nochmals erhöht werden.  

In Deutschland fehlen schon jetzt über 800.000 Wohnungen, besonders in den Universitäts- und Großstädten. Gleichzeitig wird viel zu wenig gebaut, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Pro Jahr müssen 400.000 bis 450.000 Wohnungen gebaut werden. Derzeit gibt es in Deutschland rd. 1,5 Mio. Sozialwohnungen. Der Bedarf an sozialem Wohnraum liegt nach Schätzungen jedoch bei 3,5 Mio. Wohneinheiten. Gleichzeitig laufen die sozialen Bindungen vieler Wohnungen aus, ohne, dass dies durch den Neubau von Sozialwohnungen auch nur annähernd kompensiert wird. Daher fordern wir die Einführung von dauerhaften Sozialbindungen bei staatlich geförderten Wohneinheiten."


Nach oben

Weitere Themen

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Wer Be­triebs­rä­te be­hin­der­t, dem droht bis zu ei­nem Jahr Ge­fäng­nis
Colourbox.de
Wer Betriebsräte in ihrer Tätigkeit behindert, dem drohen bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafen – eigentlich. Denn diese Straftaten von Arbeitgebern werden praktisch nicht verfolgt. Das sei skandalös, findet der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann – und fordert Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften.
weiterlesen …

Das än­dert sich 2018 für Ar­beit­neh­mer und Ver­si­cher­te
Colourbox.de
Am 1. Januar 2018 treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Unter anderem beim Mutterschutz und in der betrieblichen Altersversorgung. Was ändert sich noch für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Versicherte? Eine Übersicht.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Bildergalerie
Jetzt gerecht - du hast die Wahl! Unsere Kampagne für faire Mieten
zur Fotostrecke …
Pressemeldung
Sozialen Wohnungsbau stärken, Mietpreisbremse verschärfen!
Mehr Geld für den sozialen Wohnungsbau und eine Mietpreisbremse, die auch funktioniert: Beim wohnungspolitischen Workshop des DGB forderte Vorstandsmitglied Stefan Körzell ein Umlenken in der Wohnungspolitik. „Wohnen darf kein Luxus sein. Die Verdrängung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus den Städten muss ein Ende haben“, so Körzell. Zur Pressemeldung
Pressemeldung
IG BAU und DGB fordern verstärkte Anstrengungen am Wohnungsmarkt
Leerstehende Büroflächen in Wohnraum umwandeln und das Personal in den Planungsbehörden aufstocken: "Da Bauprojekte von der Planung bis zur Fertigstellung mehrere Jahre dauern, brauchen wir dringend Sofortmaßnahmen, um der grassierenden Wohnungsnot, besonders in den Großstädten, Herr zu werden", fordert DGB-Vorstand Stefan Körzell. Zur Pressemeldung

Zuletzt besuchte Seiten