Deutscher Gewerkschaftsbund

22.02.2016
Versorgungsrücklage

Weiterhin Besoldungskürzungen für Bundesbeamte geplant

Das Bundesministerium des Innern will den Beamtinnen und Beamten des Bundes bei einer Besoldungs- und Versorgungserhöhung auch weiterhin 0,2 Prozentpunkte als Versorgungsrücklage abziehen

Das Bundesministerium des Innern will den Beamtinnen und Beamten des Bundes bei einer Besoldungs- und Versorgungserhöhung auch weiterhin 0,2 Prozentpunkte davon abziehen. Besoldungsanpassungen werden gegenüber dem Tarifergebnis im öffentlichen Dienst nur gekürzt auf die Beamtenschaft übertragen. Die Abzüge dienen seit 1999 dem Aufbau so genannter Versorgungsrücklagen im Bund und in den meisten Ländern.

Hand einer Frau nimmt Münzen von Geldstapel

Colourbox.de

DGB-Vize Hannack spricht von Vertrauensbruch

Diese Versorgungsrücklagen sollen die öffentlichen Haushalte bei der Finanzierung zukünftiger Versorgungsausgaben für pensionierte Beamtinnen und Beamte entlasten. Die Kürzungen sollten eigentlich Ende 2017 auslaufen. Jetzt plant der Bund eine Fortsetzung bis Ende 2031. "Wenn eine als Übergangsregelung gedachte Besoldungskürzung nahezu zu einem Dauerzustand gemacht wird, ist das ein Vertrauensbruch", kritisiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Das Bundesministerium des Innern hat festgestellt, dass die Höchstzahl der Versorgungsempfängerinnen und -empfänger im Bundesbereich erst im Jahr 2035 erwartet wird. Der DGB hält deshalb die ebenfalls vorgesehene Verschiebung einer erstmöglichen Entnahme der Gelder aus der Rücklage vom Jahr 2018 auf das 2032 durchaus für sinnvoll. "Die Fortführung der Kürzungen ist aber mit Blick auf zurückliegende Versorgungsreformen unverhältnismäßig, zumal eigentlich das parallel wachsende Sondervermögen 'Versorgungsfonds' für die Finanzierung der Beamtenversorgung vorgesehen ist", bekräftigt Hannack.

Stellungnahme des DGB zum Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Versorgungsrücklagegesetzes (PDF, 232 kB)

Im aktuellen Beteiligungsverfahren zur Änderung des Versorgungsrücklagegesetzes wertet der DGB die geplante Fortsetzung von Besoldungskürzungen um 14 Jahre als Vertrauensbruch. Des Weiteren lehnt er eine kostenintensive Verwaltung der Mittel der Rücklage durch Dritte sowie risikobehaftete Investments ab.


Nach oben

Dieser Artikel gehört zum Dossier:

Besoldung und Zulagen für Beamte

Zum Dossier

Weitere Themen

Saar­lan­d: So ha­ben Ge­werk­schaf­te­rIn­nen ge­wählt
DGB/Simone M. Neumann
SPD 38 Prozent, Union 29 – bei Gewerkschaftsmitgliedern bleiben die Sozialdemokraten im Saarland stärkste Kraft. Zwei Parteien schaffen es nicht wieder ins Parlament. Der DGB-Infoservice einblick zeigt, wem GewerkschafterInnen an der Saar ihre Stimme gegeben haben.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

So­zi­al­wahl 2017: Hier wird ge­wählt
Colourbox.de
Bei den Sozialwahlen wählen die Versicherten ihre Vertreterinnen und Vertreter in die so genannte Selbstverwaltung der Sozialversicherungsträger – also bei der gesetzlichen Rentenversicherung, den gesetzlichen Krankenkassen und der gesetzlichen Unfallversicherung. Wie die Wahl abläuft und was sie als Wählerin oder Wähler beachten müssen, erklären wir hier.
weiterlesen …

Jetzt un­ter­zeich­nen: Kei­ne Pri­va­ti­sie­rung der Au­to­bahn!
DGB/Simone M. Neumann
Wir fordern den Deutschen Bundestag und den Bundesrat auf, jede Form der Privatisierung der Autobahnen zu verhindern, Beschäftigung zu sichern und eine leistungsfähige Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu schaffen.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Weitere Kürzungen bei Besoldung nicht zu rechtfertigen
Im März hat das Magazin für Beamtinnen und Beamte über Pläne des Bundesinnenministeriums berichtet, die Abzüge für die „Versorgungsrücklage des Bundes“ bis 2031 fortzuführen. Das Magazin hat jetzt bei Katarina Barley, Generalsekretärin der SPD, nachgefragt, wie sie dieses Vorhaben bewertet. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten