Deutscher Gewerkschaftsbund

28.11.2017
Schöneberger Forum 2017

Zeitenwende im öffentlichen Dienst mitgestalten

„Zeitenwende im öffentlichen Dienst - Weichen stellen für einen handlungsfähigen Staat“, unter diesem Titel hat die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack am Dienstag in Berlin das Schöneberger Forum eröffnet. Der öffentliche Dienst befinde sich angesichts der Digitalisierung der Arbeit mitten in einer zu gestaltenden Zeitenwende, doch in vielen weiteren Punkten bestehe Handlungsbedarf, so Hannack.

Teaser Elke Hannack

DGB/Simone M. Neumann

„Betrachten wir den Zustand des öffentlichen Dienstes, erleben wir keine Zeitenwende, sondern stehen was Personalausstattung, beschäftigtenfreundliche Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung angeht allenfalls an ihrem Anfang. Doch wir müssen weg von den Kürzungen und Einsparungen; wir müssen weg von einer Politik der leeren Kassen! Deutschland braucht mehr Investitionen durch und in die öffentliche Hand. Wir brauchen Investitionen in bezahlbaren Wohnraum, in Bildung, in Gesundheit und Pflege, in eine funktionierende Infrastruktur, in eine angemessene Personalausstattung und gute Arbeit. Die für einen starken öffentlichen Dienst notwendige Zeitenwende bedingt Zukunftsinvestitionen.“ 

In Sachen Digitalisierung forderte die stellvertretender DGB-Vorsitzende die Dienstherren auf, die Beschäftigten mitzunehmen: „Ohne Einbeziehung der Beamtinnen und Beamten, der Tarifbeschäftigten und ihrer Interessenvertretungen wird das Potential der Digitalisierung als Gestaltungsmittel für Gute Arbeit nicht wie möglich und nötig genutzt.“  Bislang ist dies noch nicht hinreichend der Fall. So gaben laut DGB-Index Gute Arbeit 2016 73 Prozent der Befragten an, gar keinen oder nur in geringem Maße Einfluss auf den Einsatz digitaler Technik an ihrem Arbeitsplatz nehmen können. Für den DGB ist daher nicht verwunderlich, dass viele Beschäftigte sich dem Digitalisierungsprozess ausgeliefert fühlen.

Grafik zeigt, dass etwa drei Viertel der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst keinen oder nur geringen Einfluss darauf haben, wie digitale Technik an ihrem Arbeitsplatz eingesetzt wird

DGB


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Öffentlicher Dienst: Arbeitsbedingungen verbesserungswürdig
Um die Arbeitsbedingungen steht es auch im öffentlichen Dienst nicht gut. Zu diesem Ergebnis kommt die Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit. 58 Prozent der Beschäftigten fühlen sich gehetzt, 30 Prozent stehen keine Möglichkeiten zur Weiterqualifizierung offen. Außerdem weicht die tatsächliche Arbeitszeit oft von der vereinbarten ab. weiterlesen …
Artikel
Beamtenbesoldung 2017: Der hausgemachte Flickenteppich
Wie viel ein Beamter verdient hängt nicht nur davon ab, was er macht, sondern auch davon, wo er arbeitet. Ein Lehrer etwa verdient in Berlin mehrere Tausend Euro im Jahr weniger als in Bayern. "Mit dieser Besoldung nach Kassenlage muss endlich Schluss sein", fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. weiterlesen …
Artikel
Öffentlicher Dienst braucht dringend mehr Personal
Der Personalaufbau im öffentlichen Dienst muss "dringend ausgeweitet und verstetigt werden", fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten