Deutscher Gewerkschaftsbund

16.08.2010

DGB-Studie: Arbeitslosigkeit macht krank

Wer arbeitslos wird, erlebt dies meist als schwere Belastung, die weit über finanzielle Einschränkungen hinausgeht: Wissenschaftliche Studien belegen ein größeres Krankheitsrisiko bei Arbeitslosen. Eine gute berufliche Rehabilitation und Weiterbildungsmaßnahmen können helfen.

arbeitsmarkt aktuell: Gesundheitsrisiko Arbeitslosigkeit (PDF, 1 MB)

Arbeitslosigkeit ist für Betroffene meist mehr als ein Knick in der eigenen Erwerbsbiografie. Wer arbeitslos wird, erlebt dies meist als schwere Belastung, die weit über finanzielle Einschränkungen hinausgeht. Die psychischen Belastungen wirken sich auch auf die Gesundheit aus. Arbeitslose sind wesentlich häufiger krank als Erwerbstätige. Eine Studie der Abteilung Arbeitsmarktpolitik.

Von Annelie Buntenbach

Arbeitslos zu werden, ist für viele Menschen ein Schicksalsschlag. Und je länger die Arbeitslosigkeit dauert und je geringer die Perspektiven auf einen Wiedereinstieg sind, desto belastender wird die Situation für die Betroffenen und ihre Familien.

Belegt durch wissenschaftliche Studien wissen wir, dass Arbeitslosigkeit ein Gesundheitsrisiko ist und Spuren hinterlässt, körperlich wie seelisch! Arbeitslose tragen sogar eine größere Krankheitsbelastung als Erwerbstätige.

In dieser Situation dürfen wir die Betroffenen nicht allein lassen. Die gesundheitsschädigenden Folgen von Arbeitslosigkeit müssen soweit irgend möglich abgefangen werden, hier brauchen wir geeignete Maßnahmen zur Vorbeugung. Dafür müssen alle Beteiligten - in der Arbeitsvermittlung, den Krankenversicherungen und der regionalen Gesundheitsversorgung - vernetzt zusammenarbeiten und neue Wege beschreiten.

Durch Weiterbildung berufliche Perspektiven schaffen

Prävention und gesundheitliche Stabilisierung von betroffenen Arbeitslosen stehen an erster Stelle und sind unerlässlich. Aber der Weg aus der Krankheit kann für viele Betroffene nur dann beschritten werden, wenn ihnen eine berufliche Perspektive aufgezeigt wird, die sie wieder in Beschäftigung führt. Sie brauchen eine gute berufliche Rehabilitation und Weiterbildungsmaßnahmen, die ihnen genau dies bieten: Eine Chance auf nachhaltige Integrationen in den Arbeitsmarkt.

Die Qualität der Arbeit muss bei der Vermittlung eine Rolle spielen. Unsichere Beschäftigung im Niedriglohnsektor oder Ein-Euro-Jobs sind keine Alternativen und verschleißen die Betroffenen genauso, wie dauerhafte Arbeitslosigkeit.

Menschen ohne Erwerbstätigkeit dürfen durch die Gesellschaft nicht stigmatisiert werden. In Zeiten von jahrzehntelanger Massenarbeitslosigkeit darf Arbeitslosigkeit nicht länger als individuell verschuldet wahrgenommen werden - es fehlen einfach Arbeitsplätze.



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