Deutscher Gewerkschaftsbund

10.02.2017

Twitter-Guide für GewerkschafterInnen

einblick März 2017

Ehren- und hauptamtliche GewerkschafterInnen können sich mit einem eigenen Twitter-Account in politische und gesellschaftliche Debatten einbringen. Mit Ausdauer, Geduld und Kreativität kann man sich innerhalb kurzer Zeit eine beachtliche Twitter-Gemeinde aufbauen. Zudem eignet sich der so genannte Micro-Bloggingdienst als unschlagbarer Info-Kanal, um an aktuelle News und Hintergründe zu kommen. Wir haben Tipps und Tricks für eine erfolgreiche Twitter-Karriere zusammengestellt.

Gewerkschafter mit Handy Smartphone in der Menge macht ein Bild

DGB/Werner Bachmeier

1. Ziele festlegen

Bevor es losgeht, solltest du klären, welche Themen dir auf Twitter wichtig sind und welche Ziele du erreichen willst. Möchtest du etwa als Privatperson am Sonntagabend den Tatort kommentieren oder willst du als GewerkschafterIn politische Themen setzen, Tarifrunden begleiten und mit anderen Twitter-NutzerInnen debattieren? Oder geht es darum, mehr LeserInnen für eure Internetseite zu generieren? Es kann von Vorteil sein, sich vorab auf wenige spezielle Themen zu konzentrieren, z.B. Sozialpolitik, Tarifpolitik in bestimmten Branchen oder Gewerkschaftsgeschichte. An Hand dieser Schwerpunkte lassen sich konkrete Zielgruppen einfacher definieren.

2. Account anlegen

Der Start auf Twitter ist einfach: Einen Account anlegen, Nutzername und Passwort festlegen und ein Foto einfügen. Unser Tipp: Je persönlicher ein Account ist, desto schneller knüpft man Kontakt zu Anderen. Wichtig ist eine kurze Beschreibung, wer man ist oder was man auf Twitter so treibt. Originalität zahlt sich aus. Hier geht’s zur Anmeldung: https://twitter.com/signup

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3. Zielgruppe ansprechen

Twitter lebt vom Vernetzen. Der einfachste Weg: In der Twitter-Suche nach Schlagworten z.B. Gewerkschaft suchen und Personen, die diese Worte in ihrer Beschreibung verwenden oder zu den Themen twittern, folgen. Fast alle Gewerkschaften betreiben einen Twitter-Account auf Bundesebene, gleiches gilt für Parteien, Ministerien, WissenschaftlerInnen, Medien usw. Wer fleißig ist, kann innerhalb weniger Minuten bereits mehreren hundert Accounts folgen. Tipp: Schaut euch mal an, wer dem DGB-Bundesvorstand unter @dgb_news folgt.

4. Schreiben und retweeten

Nun könnt ihr loslegen. Schreibt euren ersten Tweet. Dieser  sollte nicht länger als 140 Zeichen sein – du kannst auch Fotos und Videos posten. Wenn euch Nachrichten anderer NutzerInnen gefallen, könnte ihr deren Meldungen retweeten also auf eurem Profil teilen. Am meisten Aufsehen erregst du, wenn du selber originelle Tweets schreibst und mit Hashtags (s.u.) versiehst. Immer dran denken: Originalität macht den Unterschied.

5. Was sind Hashtags?

Damit deine Tweets gefunden werden und bei themenbezogenen Debatten auftauchen, solltest du so genannte Hashtags verwenden. Das sind einzelne Worte denen das Rauten-Symbol # vorangestellt wird. Diese können dann als Link angeklickt werden und verweisen auf den gesamten Debattenverlauf. Für viel Aufsehen sorgte etwa der Hashtag #aufschrei, unter dem Frauen über sexuelle Übergriffe und Anzüglichkeiten in der Öffentlichkeit berichtet haben. Grundsätzlich kann jedes Wort als Hashtag eingesetzt werden. Twitter zeigt einem aber auch automatisch an, welche Hashtags aktuell erfolgreich sind oder neudeutsch „trenden“ – also im Trend liegen. Außerdem solltest du andere Twitter-Accounts im Tweet verlinken. Das funktioniert zum Beispiel, indem du @dgb_news einbaust, wenn du über die DGB-Rentenkampagne schreibst. Jede/r NutzerIn kann in einer eigenen Statistikübersicht sehen, wie häufig ein Tweet von anderen Twitter-UserInnen gesehen, geteilt oder geliked wurde.

6. Sachlich bleiben

Ganz wichtig: Bleibt sachlich in euren Tweets! Sofern ihr euch als GewerkschafterIn, Betriebsrat aber auch als Privatperson zu erkennen gebt, werdet ihr auch in dieser Funktion wahrgenommen. Haltet euch an die Regel: Aussagen, die ihr auf Twitter absetzt, würdet ihr auch wortgleich in anderen öffentlichen Zusammenhängen sagen. Und: Auf Twitter ist alles sichtbar – sofort. Zwar kann man Tweets bei Fehlern löschen, doch meistens haben andere NutzerInnen diesen bis dahin längst gesehen. Deshalb lieber etwas Zeit nehmen beim Twittern.

Fakten zu Twitter

2006 wurde Twitter gestartet. Insgesamt sind seitdem 1,3 Milliarden Accounts angelegt worden. Allerdings sind 44 Prozent dieser Accounts wieder geschlossen worden, ohne eine Nachricht abzusetzen. Der durchschnittliche Twitter-Nutzer hat 208 Follower. 391 Millionen Twitter-Accounts haben keine Follower. Die US-Sängerin Katy Perry ist auf Twitter die erfolgreichste Person mit 95,7 Millionen Followern. 83 Prozent aller Regierungschefs der Welt zwitschern oder lassen zwitschern. Twitter schätzt, dass es rund 23 Millionen Bots – also künstliche Accounts – gibt. Andere Analysen gehen davon aus, dass deutlich mehr nicht-menschliche Profile existieren und täglich automatisiert Meldungen absetzen. (Quelle: brandwatch.com/eigene Recherche)


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