Deutscher Gewerkschaftsbund

26.06.2017

Kampf gegen Lohn- und Sozialdumping

einblick Juli 2017

Fast 50 Millionen Euro an Bußgeldern wurden 2016 gegen Arbeitgeber verhängt, denen die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) Lohn- und Sozialbetrug nachweisen konnte. Der DGB fordert, im Kampf gegen illegale Beschäftigung und Sozialdumping nicht nachzugeben.

Zoll bei der Kontrolle einer Baustelle

DGB/Claudia Falk

Rund 20 Millionen Euro an Strafzahlungen entfielen allein auf Verstöße gegen das Mindestlohn-, das Arbeitnehmerentsende- und das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Das geht aus dem 13. Bericht der Bundesregierung zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung hervor.

Kontrollen und Bußgelder illegale Beschäftigung

Trotz rückläufiger Kontrollen ist die Summe der Strafzahlungen deutlich gestiegen. DGB

Insgesamt 40 374 Arbeitgeber hat die FKS 2016 überprüft, rund 3000 weniger als ein Jahr zuvor. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell kritisiert den Rückgang der Kontrollen als nicht hinnehmbar. So seien etwa Mindestlohnverstöße – besonders bei Minijobbern – immer noch an der Tagesordnung. Im Bericht kündigt die Bundesregierung zudem an, künftig dem Grundsatz „Qualität vor Quantität“ zu folgen, um vor allem große Betrugsfälle aufzudecken. Der DGB befürchtet, dass dadurch kleinere Unternehmen etwa in der Gastronomie oder dem Einzelhandel aus dem Fokus geraten. „Hier muss rasch nachgebessert werden, damit die schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern nicht den Eindruck erhalten, sie könnten den Mindestlohn auch künftig ungestraft weiter umgehen“, mahnt Körzell.

So dürften zum Beispiel Kontrollen der Branchenmindestlöhne auf Baustellen nicht vernachlässigt werden. Der DGB fordert, die Gesamtzahl der Stellen bei der FKS auf 10 000 aufzustocken. Besonders ärgerlich: 2016 waren 800 der 6865 Planstellen nicht besetzt. Um der FKS die Kontrollen zu erleichtern, will der DGB unter anderem das Gesetz zur Bekämpfung von Schwarzarbeit auf den Einzelhandel sowie das Bäcker- und Fleischereihandwerk ausdehnen.


Nach oben

einblick - der DGB-Newsletter

einblick - Startseite
zur Webseite …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

DGB-Da­ten­re­por­t: Ar­beits­welt in Zah­len
colourbox.de
Im DGB-Datenreport liefern wir aktuelle Zahlen und Daten aus Arbeitswelt, Gewerkschaften und Politik.
weiterlesen …

smar­tu­ni­on - Tools und Tipps für Ge­werk­schaf­ter
DGB
In der neuen Rubrik SmartUnion stellt die Redaktion Apps, Tools und Anwendungen vor, die GewerkschafterInnen für ihre tägliche Arbeit nutzen können. Zudem berichten wir über aktuelle Entwicklungen zu den Themen Datenschutz und Datensicherheit.
weiterlesen …

RSS-Feeds des DGB-In­fo­ser­vices ein­blick
Hintergrundfoto: Colourbox.de
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
"Die Hemmschwelle ist extrem gesunken"
Sie werden beschimpft, bespuckt und mit dem Messer bedroht – einfach nur, weil sie ihren Job machen. Auf dem DGB-Bundeskongress in Berlin berichten Beschäftigte aus verschiedenen Berufen, wie sie Gewalt im Alltag erleben. weiterlesen …
Audio
SWR-Interview der Woche mit Reiner Hoffmann
DGB-Chef Reiner Hoffmann gibt den Arbeitgebern Schuld am Fachkräftemangel. Für die Arbeitnehmer verlangt er mehr Teilhabe am wirtschaftlichen Erfolg. Unbezahlte Überstunden nennt er Lohndiebstahl. Für die Gewerkschaften fordert Hoffmann ein Verbandsklagerecht. weiterlesen …
Pressemeldung
Neu erschienen: Der Atlas der Arbeit
Der Atlas der Arbeit vermittelt facettenreich, wie unsere Arbeitswelt heute gestaltet ist, wie sie sich ständig wandelt und welche Möglichkeiten wir haben, sie zu verändern. Er liefert damit eine solide Grundlage, um über die Arbeit der Zukunft zu diskutieren. Der Atlas der Arbeit ist ein Gemeinschaftsprojekt von DGB und Hans-Böckler-Stiftung. Zur Pressemeldung

Zuletzt besuchte Seiten