Kurswechsel in Europa: „Die Märkte sind doch nicht alles!“
Über die Situation in ihren Heimatländern berichten die Gewerkschafter Helena Schulz (Spanien), Pail Sweeney (Irland) und Vit Samek aus Tschechien.
EGB
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Seit Jahren kritisiert die Europäische Gewerkschaftsbewegung den Sozialabbau bei den Rettungsmaßnahmen für den Euro. Sie führen zu wirtschaftlichem Stillstand und Rezession in Europa. Die Folge sind stagnierendes Wachstum und steigende Arbeitslosigkeit. Einschnitte in Löhne und soziale Sicherungssysteme sind Angriffe auf das Europäische Sozialmodell und vergrößern soziale Ungleichheiten.
Mitarbeitergremien dieser Unternehmen unterstützen die Aktion mit Solidaritätserklärungen:
Daimler AG (BR), Flugzeugwerke Speyer (BR), Merck Euroforum, Bayer AG (GBR), Bayer AG (BR) Standort Nordrhein, RAG Bergwerk West, Evonik Industries AG (EBR), LanXess, Standort Dormagen (BR), ThyssenKrupp AG (EBR), Behr GmbH (EBR), Robert Bosch Elektrowerkzeuge GmbH (BR), Siemens (EBR), Bosch-Rexroth AG Lohr (VKL), BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH.
(VKL – Vertrauenskörperleiter)
Europa besitzt auch eine soziale, nicht nur eine finanzielle Verpflichtung gegenüber seinen Bürgern. Der versprochene Aufschwung ist bisher nicht eingetreten, 25 Millionen Europäer sind ohne Arbeit. In einigen EU-Staaten liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 50 Prozent. Die soziale Unzufriedenheit wächst. Wir fordern endlich konkrete Maßnahmen für nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze. Die soziale Situation der Menschen muss Vorrang haben.
Die Europäischen Gewerkschaften fordern einen Kurswechsel. Die bisher angewandten Rettungsinstrumente funktionieren nicht. Sie zerstören unsere Arbeitsplätze und unseren sozialen Zusammenhalt. Der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB) fordert einen Sozialpakt für Europa mit einem echten sozialen Dialog sowie einer Wirtschaftspolitik, die gute und sichere Arbeitsplätze schafft und die wirtschaftliche Solidarität zwischen den EU-Staaten sowie soziale Gerechtigkeit fördert. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezahlen einen hohen Preis für die Krise und den Sozialabbau, während die Finanzwelt und Spekulanten weiterhin ihre Gewinne machen. Steuerhinterziehung, Steueroasen und zwischenstaatlicher Steuerwettbewerb müssen bekämpft werden. Die Finanztransaktionssteuer muss eingeführt werden und dazu beitragen, die Schäden des Kasinokapitalismus zu beheben.
V.i.S.d.P.: DGB Bundesvorstand, Abteilung Europapolitik, Berlin
Über die Situation in ihren Heimatländern berichten die Gewerkschafter Helena Schulz (Spanien), Pail Sweeney (Irland) und Vit Samek aus Tschechien.