Viele Renten werden nach einer Studie des DIW bald deutlich sinken; teils sogar auf das Niveau der Grundsicherung. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach fordert daher dringend Reformen.
Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied:
"Die Fakten liegen auf dem Tisch, und zwar zum wiederholten Male: Millionen von Menschen werden in Zukunft in Altersarmut abgedrängt, wenn die Politik nicht endlich umsteuert. Wir brauchen dringend Reformen am Arbeitsmarkt und bei der Rente.
Die Arbeitslosigkeit ist nach wie vor hoch, viele müssen inzwischen ohne Sozialversicherung arbeiten und zu Löhnen, von denen man kaum leben kann.
Das wirkt zusammen mit den Rentenkürzungen um bis zu 25%, die die Politik in den letzten Jahren beschlossen hat, wie eine Zeitbombe. Besonders alarmierend sind die Prognosen für Ostdeutschland. Aber nicht nur dort werden immer mehr im Alter in die Grundsicherung fallen, auch wenn sie ihr Leben lang gearbeitet haben. Aber: Rente muss zum Leben reichen! Deshalb brauchen wir dringend gutes Geld für gute Arbeit, existenzsichernde Mindestlöhne, die Eindämmung prekärer Beschäftigung und Reformen bei der Rente. Das Rentenniveau darf nicht noch weiter gesenkt werden, es ist schon jetzt zu niedrig. Und wir brauchen eine bessere Absicherung von Niedrigverdienern durch die Rente nach Mindesteinkommen, eine bessere Absicherung im Fall von Erwerbsminderung und bei Arbeitslosigkeit.
Was wir bestimmt nicht brauchen, ist die Rente mit 67. Was das DIW für einen Ausweg hält, ist ein Schritt noch tiefer in die Sackgasse Altersarmut: Schon jetzt schafft es nur jeder 10. aus sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in die Altersrente. Bei der 67 werden es noch weniger sein – das heißt noch mehr Abschläge und Rentenkürzungen. Der erste Schritt zur Bekämpfung von millionenfacher Altersarmut der Zukunft ist die Rücknahme der 67!"