Deutscher Gewerkschaftsbund

07.03.2014

Internationaler Frauentag 2014: Heute für morgen Zeichen setzen

Am 8. März machen sich Frauen weltweit stark für Gleichstellung und gleiche Rechte für Frauen und Männer. Das ist "nicht nur eine Frage der sozialen und der wirtschaftlichen Verantwortung, sondern vor allem eine Frage der Gerechtigkeit", heißt es im Aufruf der DGB-Frauen zum Internationalen Frauentag.

Internationaler Frauentag 2014

Diskussion und Film zum Frauentag

Der DGB Bundesvorstand und der DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg laden bereits am 7. März zu einer Diskussions- und Kulturveranstaltung anlässlich des Internationalen Frauentags ein. Eröffnen wird die Veranstaltung Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende. Im Mittelpunkt steht anschließend der Spielfilm „Dzień kobiet“ („Frauentag“) der polnischen Regisseurin Maria Sadowska.

Zeit: Freitag, 7. März 2014, 17 bis 21 Uhr
Ort: Wilhelm-Leuschner-Saal, DGB Bezirk Berlin Brandenburg, Keithstrasse 1-3, 10787 Berlin

Einladung (PDF)

Dafür werden die Gewerkschaften Zeichen setzen. Im Jahr der Europawahl setzen die DGB-Frauen bei ihren Forderungen zum Internationalen Frauentag einen europäischen Fokus.

Europawahl stellt Weichen für Gleichstellung

"Die europäische Sparpolitik ist kein Zukunftskonzept – weder für die Wirtschaft noch für die öffentlichen Haushalte", heißt es in ihrem Aufruf. "Und sie verhindert, wofür die Europäische Union von Beginn an steht: Die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern, die zu den Grundwerten der Europäischen Union gehört, seit 1957 der Grundsatz gleicher Lohn für gleiche Arbeit in den Römischen Verträgen verankert wurde."

Deshalb machen die DGB-Frauen klar: "Wir unterstützen das Ziel der Europäischen Union, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu fördern: Frauen müssen die gleichen Chancen am Arbeitsmarkt haben wie Männer, sie müssen ihren Lebensunterhalt eigenständig durch eine Existenz sichernde Beschäftigung bestreiten können!" Um das zu erreichen fordern die DGB-Frauen unter anderem:

  • verbindliche und wirksame europäische Regelungen zur Gleichstellung von Frauen und Männern
  • gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit
  • Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt
  • mehr Frauen in Führungspositionen
  • eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Für viele dieser Punkte habe Europa "unverzichtbare Impulse geliefert, die wir auch in Zukunft brauchen", heißt es im Aufruf der DGB-Frauen: "Die Europawahl 2014 stellt die politischen Weichen für die kommenden fünf Jahre. Sie gilt es zu nutzen, damit Europa zusammenhält und sich aus der Krise heraus weiter entwickelt – in eine gute Zukunft für Männer und Frauen!"

 

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende

DGB/Simone M. Neumann

Elke Hannack: Gleichstellung gehört zu Grundwerten der EU

Auch Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, sieht Gleichstellungspolitik als ein zentrales Element europäischer Politik: "Die Gleichstellung von Frauen und Männern gehörte von Beginn an zu den Grundwerten der Europäischen Union, doch die derzeitige europäische Sparpolitik bewirkt das Gegenteil: Sie geht zu Lasten gerade auch der Frauen, weil sie ihre Chancen am Arbeitsmarkt mindert", so Hannack anlässlich des Internationalen Frauentags.

"In den Krisenländern wird gekürzt bei notwendigen öffentlichen Dienstleistungen wie der Kinderbetreuung und im Bildungs- und Sozialsystem. Frauen werden so in überholte Rollenbilder gedrängt, ihre Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung schwinden", so Hannack weiter. "Nach wie vor unterstützt der DGB das Ziel der Europäischen Union, die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu fördern. Wir wollen die Gleichstellung von Frauen und Männern durch verbindliche und wirksame europäische Regelungen vorantreiben."

Aktionszeitung DGB Equal Pay Day 2014

"Unfassbar! Frauen bekommen 22% weniger!" Mit einer Aktionszeitung werden die DGB-Frauen zum Equal Pay Day am 21. März 2014 auf die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern aufmerksam machen. DGB

Equal Pay Day am 21. März

Bereits knapp zwei Wochen nach dem Internationalen Frauentag folgt im März ein weiterer wichtiger Termin für Gleichstellung von Frauen und Männern: der Equal Pay. Frauen verdienen in Deutschland weiterhin 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Innerhalb der EU liegt Deutschland damit auf Platz 26 von 28 Ländern  nur Estland und Österreich haben eine noch schlechtere Quote. Der Equal Pay Day am 21. März markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssen, um auf dasselbe durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen wie ihre männlichen Kollegen.

Der DGB wird gemeinsam mit dem Deutschen Frauenrat und dem Sozialverband Deutschland am 21. März von 12 bis 14 Uhr mit einer Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin auf die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern aufmerksam machen. Außerdem gibt der DGB eine Aktionszeitung heraus, die die Themen und Forderungen der Gewerkschaften zum Equal Pay Day plakativ aufgreift. Die Aktionszeitung kann beim DGB-Bestellservice bereits jetzt vorbestellt werden.

Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag 2014

In ganz Deutschland setzen sich der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften zum Internationalen Frauentag für Gleichstellung ein  eine Auswahl von Veranstaltungen aus den DGB-Bezirken:

DGB Bundesvorstand und DGB-Bezirk Berlin-Brandenburg

DGB Bayern

DGB Hessen-Thüringen

DGB Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt

DGB Nordrhein-Westfalen

DGB Nord (Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein)

DGB Rheinland-Pfalz/Saarland


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