Deutscher Gewerkschaftsbund

01.11.2017
Hintergrund

Schäuble, Strobl und die DEHOGA

Arbeitszeitgesetz unter Beschuss

Nach der Bundestagswahl werde er dafür kämpfen, "dass wir das Arbeitszeitgesetz so ändern, dass Sie den nötigen Spielraum haben", versprach im April der damalige Finanzminister Wolfgang Schäuble dem Gastronomie-Arbeitgeberverband DEHOGA. Die DEHOGA will seit Langem die tägliche Höchstarbeitszeit kippen. Jetzt macht Schäubles Parteikollege Thomas Strobl den ersten Vorstoß.

Das folgende Foto ist auf dem "Frühlingsfest" des Gastronomie-Arbeitgeberverbandes DEHOGA im April 2017 in Stuttgart entstanden. Es zeigt (von links nach rechts): Wolfgang Schäuble (CDU), damals noch Bundesfinanzminister, Baden-Württembergs Innenminister und stellvertretenden Ministerpräsidenten Thomas Strobl (CDU) und den baden-württembergische DEHOGA-Landesvorsitzenden Fritz Engelhardt.

Von links nach rechts: Der damalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Baden-Württembergs Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident Thomas Strobl (CDU) und der baden-württembergische DEHOGA-Landesvorsitzende Fritz Engelhardt auf dem "Frühlingsfest" des DEHOGA Baden-Württemberg im April 2017

Von links nach rechts: Der damalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Baden-Württembergs Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident Thomas Strobl (CDU) und der baden-württembergische DEHOGA-Landesvorsitzende Fritz Engelhardt auf dem "Frühlingsfest" des DEHOGA Baden-Württemberg im April 2017 Foto: DEHOGA

Schäuble stellte Arbeitgebern ein Arbeitszeitgesetz nach ihren Wünschen in Aussicht

Was das Foto im Rückblick so interessant macht: Auf dem DEHOGA-Frühlingsfest, bei dem die CDU-Politiker Schäuble und Strobl zu den Ehrengästen gehörten, sagte Schäuble: Nach der Bundestagswahl werde er dafür kämpfen, "dass wir das Arbeitszeitgesetz so ändern, dass Sie [Anm.: die DEHOGA] den nötigen Spielraum haben." (Nachzulesen in dieser Pressemitteilung der DEHOGA Baden-Württemberg.)

Zuvor hatte der DEHOGA-Landesvorsitzende von Baden-Württemberg erneut gefordert, die tägliche Höchstarbeitszeit zu kippen. Schäuble sagte daraufhin: "Alles, was Ihr Landesvorsitzender gesagt hat, teile ich. Wir sollten in der nächsten Legislaturperiode von dem Spielraum Gebrauch machen, den uns das Europäische Recht gibt."

Jetzt fordert Strobl die Abschaffung des Arbeitszeitgesetzes

Einen entsprechenden Vorstoß machte jüngst Thomas Strobl, der zweite CDU-Ehrengast des DEHOGA-Frühlingsfestes – und fordert die Abschaffung des Arbeitszeitgesetzes, wie der DGB jetzt aus CDA*-Kreisen erfahren hat. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann kritisierte im Interview mit der Märkischen Oderzeitung Strobls Forderung scharf.


*Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft, die Arbeitnehmervereinigung der CDU


Nach oben

Weitere Themen

Wenn nach Fei­er­abend nichts mehr geht
DGB/avemario/123rf.com
Über 40 Prozent der Beschäftigten sind nach der Arbeit "sehr häufig" oder "oft" zu erschöpft, um sich noch um private oder familiäre Angelegenheiten zu kümmern. Das ist ein Ergebnis des aktuellen DGB-Index Gute Arbeit.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Das än­dert sich 2018 für Ar­beit­neh­mer und Ver­si­cher­te
Colourbox.de
Am 1. Januar 2018 treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Unter anderem beim Mutterschutz und in der betrieblichen Altersversorgung. Was ändert sich noch für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Versicherte? Eine Übersicht.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten