Vor elf Jahren hat die UNO ihre Milleniumziele gegen Armut verschiedet. Doch „Armutsbeseitigung und Menschenwürde sind in den meisten Ländern noch immer Utopie“, sagte IGB-Präsident Michael Sommer anlässlich des Internationalen Tages für die Beseitigung der Armut. In die Rettung des Finanzsystems würden Billionen gesteckt, statt Geld gegen Hunger und Wasserknappheit bereitzustellen, kritisierte der DGB-Vorsitzende.
Michael Sommer, IGB-Präsident und DGB-Vorsitzender
„Wir sehen anhand der Wirtschaftskrise sehr deutlich, dass das Globalisierungsmodell kein Beitrag zur Beseitigung von Armut ist. Im Gegenteil: durch die Wirtschaftskrise von 2008 ist weltweit die Zahl der Arbeitslosen dramatisch gestiegen. Und statt Geld zur Beseitigung von Hunger und Wasserknappheit zur Verfügung zu stellen, wurden Billionen zur Rettung der Weltfinanzsystems bereit gestellt.
Elf Jahre nach dem Verabschieden der Millenniumziele sind wir von deren Erreichen noch immer weit entfernt. Armutsbeseitigung, Menschenwürde, Gleichberechtigung, und Demokratie sind in den meisten Ländern noch immer Utopie. Ein Ende der Armut weltweit ist nach wie vor oberstes Ziel, dem hat sich alles unterzuordnen.“
Im Jahr 2001 erarbeitete eine Arbeitsgruppe aus UNO, Weltbank, OECD und mehreren NGOs eine Liste von Zielen zur Umsetzung der Vorgaben der UN-Millenniumerklärung von 2010. Diese acht Ziele für das Jahr 2015 wurden als Millennium-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals) bekannt.