DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel fordert eine Änderung des Kodex zur guten Unternehmensführung (DCGK). Der Kodex wird von einer Regierungskommission erarbeitet, in der auch Hexel Mitglied ist. Seit Jahren fordert er, dass die Interessen der Kapitalgeber nicht im Vordergrund stehen dürfen. Angesichts der Wirtschaftskrise verlangt der Gewerkschafter in einem Antrag an die Kommission eine Neuausrichtung. Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und Verteilungsgerechtigkeit gehörten in den Mittelpunkt.
Erstauen und Entrüstung hat eine Pressemitteilung der Kommission bei DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel ausgelöst. Er ist der einzige Gewerkschafter in der Kommission, die sich fast ausschließlich aus Unternehmensvertretern zusammensetzt.
In der Pressemitteilung heißt es, das Gremium sei sich einig, die deutsche Corporate Governance habe sich „in der aktuellen Krise bewährt". Demgegenüber hatte Hexel in der Sitzung der Kommission am 16. Januar schriftlich eine Neuausrichtung des Kodex verlangt. Der Kodex befände sich in einer Legitimitätskrise.
Neue Ausrichtung notwendig
bei der Unternehmensführung dürften die Interessen der Kapitalgeber nicht mehr im Vordergrund stehen, betont Hexel in dem Schreiben. Stattdessen müssten Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz, soziale Demokratie und Verteilungsgerechtigkeit sowie Teilhabe und Mitbestimmung der ArbeitnehmerInnen an den Unternehmen in den Vordergrund rücken.
Die Regierungskommission Corporate Governance tagt seit 2001. Bis heute hat die Kommission 100 Empfehlungen für gute Unternehmensführung und –kontrolle vorgelegt. Diese gelten nur für börsennotierte Unternehmen und sind gesetzlich nicht bindend
Website der Regierungskommission Corporate Governance