Deutscher Gewerkschaftsbund

Dossier Demografie

25.04.2012

Demografiestrategie der Bundesregierung braucht solide Alterssicherung

Der DGB fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Statt die Versicherungsbeiträge zu senken, sollte die Bundesregierung mit den Einnahmeüberschüssen eine Demografiereserve aufbauen. Ansonsten drohen weitere Kürzungen in der Alterssicherung. Das Bundeskabinett hat am 25. April seine Demografiestrategie beschlossen.

Älterer Mann arbeitet auf dem Feld

DGB/Simone M. Neumann

"Wenn aber die Rentenkürzungen der Politik weiter durchschlagen, wird der Sinkflug der Rente zu einem Sturzflug"

Zu einer nachhaltigen Demografiestrategie gehört auch, dass sich die jüngeren Generationen auf eine anständige Alterssicherung verlassen können“, sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

 „Wenn aber die Rentenkürzungen der Politik weiter durchschlagen, wird der Sinkflug der Rente zu einem Sturzflug“, befürchtet  Buntenbach. „Die Bundesregierung muss deshalb damit aufhören, den Rentenbeitrag immer weiter abzusenken und die Rücklagen der gesetzlichen Rentenversicherung auf Kosten der jüngeren Generationen zu verfrühstücken.“

Die Beitragssenkungen kosten die Jüngeren letztlich 30 Prozent ihrer Rente. Dafür bringt die geplante Senkung des Rentenbeitrags auf 19,2 Prozent für Durchschnittsverdiener gerade einmal 5,20 Euro Entlastung im Monat. Ein Ausgleich für eine anständige Alterssicherung findet also nicht statt.

Beitragssenkungen führen im Ergebnis ausschließlich zu einer Entlastung der Arbeitgeber. Doch selbst die Lohnnebenkosten haben als Begründung ausgedient, denn sie sind inzwischen niedriger als in Rumänien oder Litauen.

 „Wir fordern, dass die Überschüsse der Rentenversicherung zu einer Demografie-Reserve aufgebaut werden, um das Rentenniveau zu halten“, so Buntenbach. „Wenn die Bundesregierung den Rentenbeitrag senkt, droht in wenigen Jahren ein Beitragssprung,möglicherweise gibt es sogar neue Kürzungsrunden. Das wäre unverantwortlich.“

Die Demografiestrategie der Bundesregierung: www.demografiestrategie.de


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Link
Was wir gegen Altersarmut tun müssen
Wer wirksam gegen Altersarmut vorgehen will, muss mehrere Maßnahmen möglichst schnell umsetzen, sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. zur Webseite …
Artikel
Gesetzliche Rente / Altersversorgung
Im Jahr 2012 hat für die Geburtsjahrgänge ab 1947 die schrittweise Anhebung der Regelaltersgrenze vom 65. auf das 67. Jahr begonnen. weiterlesen …
Datei
Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Verbesserung der Leistungen bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
Der Bezug einer Erwerbsminderungsrente ist eines der größten Armutsrisiken für Beschäftigte: Rund jeder siebte, der Erwerbsminderung bezieht, erhält zusätzlich Leistungen der Grundsicherung. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Verbesserungen dieser Leistungen vorgelegt. Der DGB stimmt dem Problemaufriss und der Zielstellung zu, kritisiert aber zum Beispiel die Beibehaltung der Abschläge. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten