Deutscher Gewerkschaftsbund

20.01.2017

Lese-Tipp: Heute wir, morgen ihr

einblick Februar 2017

Mely Kiyak, Kolumnistin "mit etwas anders klingendem Namen", ist täglich Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt. Selten geht es darum, was sie schreibt, sondern darum, dass sie schreibt. In ihrem Essay "Was tun mit Menschen, die diese Demokratie abschaffen wollen?" befasst sie sich mit alltäglichem Rassismus, den Medien und der Zukunft der Demokratie.

Mely Kiyak

Mely Kiyak, Kolumnistin unter anderem bei Zeit-Online Wikimedia Commons/Mely Kiyak - CC BY-SA 3.0

Seit Mely Kiyak öffentlich schreibt, wird sie angefeindet. Sie und ihre Kollegen "mit etwas anders klingenden Namen" werden seit Jahren massiv belästigt. Wenn ihre Kollegen mit deutsch klingenden Namen nun finden "Die Leser sind neuerdings ganz aggressiv" - kann sie nur müde lächeln. Ihre persönlichen Erfahrungen hat sie in ihrer Festrede zum Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus eindrücklich geschildert. Unter dem Titel „Was tun mit Menschen, die diese Demokratie abschaffen wollen?“ ist der Beitrag nun in der Essay-Reihe der IG Metall erschienen.

In dem Text geht die Journalistin, die unter anderem eine Kolummne auf Zeit Online schreibt, auf die gesellschaftlichen Entwicklungen ein: Den Rechtspopulismus, die zivilisatorischen Brüche im Umgang miteinander, die aggressive Meinungsmache in sozialen Netzwerken - sie und ihre KollegInnen mit nicht deutsch klingenden Namen haben sie seit Jahren kommen sehen und erfahren. Seit Jahren warnten sie: heute wir, morgen ihr. Doch die Kollegen mit deutsch klingenden Namen hielten es für ein Problem der Minderheit und wurden erst von den "Lügenpresse"-Vorwürfen überrascht und wach gerüttelt.

Kiyak hält „den Medien“ den Spiegel vor und hinterfragt kritisch, wie sie über den Aufstieg der rechtspopulistischen Bewegungen berichtet haben – „War es nötig, jeden Atemzug der AfD medial auszuleuchten?“. Zugleich gebe Kiyak Hinweise, wie Öffentlichkeit und Gesellschaft „ein Gegengewicht zu den vermeintlich einfachen und allzu plumpen Parolen der Populisten bilden können“, würdigt Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall, in seinem Vorwort. Keine „Brenner-Festrede“ habe die Gäste so beeindruckt, wie die Ansprache von Mely Kiyak, heißt es bei der Otto-Brenner-Stiftung. Zu Recht ist sie nun in gedruckter Form erschienen. Die Broschüre kann kostenlos bestellt werden.

Broschüre bestellen


 

DGB-Broschüre: Argumente gegen rechts

Der DGB NRW liefert passend zum Wahljahr 2017 „21 Gründe, warum Gewerkschaften Rechtspopulisten wie AfD, Pegida und Co. ablehnen“. In der 2. Auflage der „Argumente gegen Rechtspopulisten“ steht die AfD im Fokus. Der DGB NRW kommt in seiner Untersuchung von AfD-Publikationen zu dem Schluus: Die rechtspopulistische Partei pflegt nicht nur ein rassistisches Weltbild, sondern ist auch arbeitnehmer- und gewerkschaftsfeindlich.

Die „Argumente gegen Rechtspopulisten“ reichen von „totalitäre Rhetorik“ über „Hetze gegen Politiker und Parteien“ bis zu „Verschwörungstheorien“. Arbeitnehmerrechte, so der DGB NRW, kämen in den Darstellungen der AfD nur als „bürokratische Hindernisse“ vor. Zudem spreche sich die AfD gegen eine Vermögenssteuer und den Sozialstaat aus.

Die Argumentationskarten gibt es hier


Nach oben

einblick - der DGB-Newsletter

einblick - Startseite
zur Webseite …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

DGB-Da­ten­re­por­t: Ar­beits­welt in Zah­len
colourbox.de
Im DGB-Datenreport liefern wir aktuelle Zahlen und Daten aus Arbeitswelt, Gewerkschaften und Politik.
weiterlesen …

smar­tu­ni­on - Tools und Tipps für Ge­werk­schaf­ter
DGB
In der neuen Rubrik SmartUnion stellt die Redaktion Apps, Tools und Anwendungen vor, die GewerkschafterInnen für ihre tägliche Arbeit nutzen können. Zudem berichten wir über aktuelle Entwicklungen zu den Themen Datenschutz und Datensicherheit.
weiterlesen …

RSS-Feeds des DGB-In­fo­ser­vices ein­blick
Hintergrundfoto: Colourbox.de
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Wettbewerb "Gelbe Hand": Jetzt bewerben!
Seit über 30 Jahren engagiert sich der gewerkschaftliche Verein "Mach' meinen Kumpel nicht an" gegen Fremdenfeinlichkeit und für ein solidarisches Miteinander. Und bereits zum zwölften Mal zeichnet er besonders gelungene Projekte mit der "Gelben Hand" aus. Wer mitmachen möchte, muss sich beeilen: Einsendeschluss für Wettbewerbsbeiträge ist der 16. Januar 2018. weiterlesen …
Artikel
Umfrage: JournalistInnen im Fadenkreuz
42 Prozent der JournalistInnen in Deutschland sind im vergangenen Jahr verbal oder körperlich attackiert worden. Das zeigt eine Online-Umfrage des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld und des Mediendienstes Integration. Die traurige Botschaft: Für die Mehrheit der MedienmacherInnen gehören Anfeindungen mittlerweile zum Berufsalltag. weiterlesen …
Artikel
Gegen Nazis helfen keine Sonntagsreden
Im vergangenen Jahr sind fast 700 Menschen bei Attacken durch rechte Gewalttäter verletzt worden. Der Hass der Nazis richtet sich gegen Geflüchtete, Minderheiten und gegen Menschen, die vor Ort für eine freie und tolerante Gesellschaft eintreten. Vor allem lokaler Protest und Widerstand ist wirksam, um die Bevölkerung gegen rechts zu aktivieren. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten