Deutscher Gewerkschaftsbund

18.08.2008

Rehabilitation

Wann erhalte ich Leistungen zur Rehabilitation?

Leistungen zur Rehabilitation dienen dazu, behinderte Menschen in die Gesellschaft einzugliedern. Maßnahmen der Rehabilitation sollen aber auch nach einer schweren Krankheit den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben ermöglichen oder erleichtern.

Rehabilitationsmaßnahmen werden daher immer dann eingesetzt, wenn sie notwendig sind. Sie umfassen sowohl medizinische, berufliche als auch soziale Leistungen. Das Neunte Buch des Sozialgesetzbuches "Rehabilitation und Teilhabe", kurz: SGB IX, regelt umfassend alle Leistungen, die erbracht werden können.

Ich war lange Zeit krank, welche Rehabilitationsmaßnahme kann ich erhalten?

Die Rehabilitationsleistungen im Krankenversicherungsrecht umfassen im Wesentlichen ambulante oder stationäre Rehabilitationskuren. Nach den gesetzlichen Änderungen im April 2007 besteht ein Anspruch auf Rehabilitationsleistungen, wenn die medizinische Notwendigkeit besteht, also eine Krankheit vorliegt. Zudem müssen die ambulanten Möglichkeiten am Wohnort ausgeschöpft sein. Die stationären Kuren können nur in einer vertraglich zugelassenen Einrichtung erbracht werden. Die Rehabilitationsleistungen der Krankenkassen sind nachrangige Leistungen. Das heißt: sie werden nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn keine anderen Sozialleistungsträger - dies sind insbesondere die Rentenversicherungsträger - vorrangig zuständig sind. Das ist meist bei Anschlussheilbehandlungen der Fall. Das bedeutet aber auch, dass die Krankenkassen insbesondere für nicht mehr erwerbstätige Personen zuständig sind.

Welche Reha-Leistungen gibt es für Mütter und Väter?

Seit 1. April 2007 besteht auch ein Rechtsanspruch auf Mütter- und Väter-Genesungskuren. Die Leistungen können auch als Mutter-Kind-Maßnahme bzw. Vater-Kind-Maßnahme in dafür geeigneten Einrichtungen erbracht werden. Voraussetzung ist auch hier, dass eine medizinische Notwendigkeit besteht, das heißt, dass eine Krankheit vorliegen muss. Mütter bzw. Väter, die in eine entsprechende Reha-Maßnahme kommen, haben typischerweise mehrere Erkrankungen und Beschwerden: Vor allem Erkrankungen des Bewegungsapparats (Rückenschmerzen und Ähnliches), psychosomatische Krankheitsbilder, Atemwegs- oder Hauterkrankungen, aber auch Herz-Kreislauf- oder gynäkologische Beschwerden treten auf. Bei all diesen Beschwerden erhalten die betroffenen Elternteile erleichterten Zugang zu Reha-Maßnahmen.

Bei diesen Kuren gilt nicht das Prinzip, dass die ambulanten Maßnahmen am Wohnort ausgeschöpft sein müssen. Denn zusätzlich zur Behandlung noch Kinder und Familien zu versorgen, erfordert einen sehr hohen organisatorischen Aufwand. Die Zeit zum Entspannen würde dann zu kurz kommen oder ganz fehlen. Deshalb wurde für Eltern der schnellere Zugang zu diesen Reha-Maßnahmen geschaffen.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass viele Erstanträge abgelehnt werden. Davon über die Hälfte mit dem Hinweis, dass ambulante Maßnahmen am Wohnort nicht ausgeschöpft worden seien. Der DGB empfiehlt in diesen Fällen, gegen die Ablehnung Widerspruch einzulegen.

Für die Rehabilitationsmaßnahmen – gleichgültig, ob sie nun stationär oder ambulant erbracht werden – müssen die Patienten/Patientinnen stets Zuzahlungen leisten.


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