Deutscher Gewerkschaftsbund

01.07.2008

Gesetzliche Rente / Altersversorgung

Mit dem Altersgrenzenanpassungsgesetz wird die Regelaltersgrenze stufenweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Das Gesetz trat im Wesentlichen am 1. Januar 2008 in Kraft. Die Anhebung beginnt im Jahr 2012 und zwar mit dem Rentenjahrgang 1947.

Zunächst wird die Altersgrenze in Ein-Monats-Schritten angehoben. Das gilt bis zum Jahrgang 1959. Ab Geburtsjahr 1959 steigt sie dann in Zwei-Monats-Schritten, im Jahr 2029 ist die Anhebung mit dem Jahrgang 1964 abgeschlossen. Für die ab 1964 Geborenen gilt dann die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Für Versicherte, die noch vor 2012 in Rente gehen wollen, gilt noch die Altersgrenze von 65 Jahren.

Die Anhebung der Altersgrenzen ab dem Jahr 2012

§ 235 SGB VI
Versicherte
Geburtsjahrgang

Anhebung
um
Monate

Altersgrenze mit
abschlagsfreier Rente
Jahre - Monate

1949

3

65 -  3

1950

4

65 -  4

1951

5

65 -  5

1952

6

65 -  6

1953

7

65 -  7

1954

8

65 -  8

1955

9

65 -  9

1956

10

65 - 10

1957

11

65 - 11

1958

12

66 -  0

1959

14

66 -  2

1960

16

66 -  4

1961

18

66 -  6

1962

20

66 -  8

1963

22

66 - 10

1964

24

67 -  0

Wann kann eine Rente vorzeitig vor dem 65. Lebensjahr in Anspruch genommen werden?

Rente kann bereits ab 63 Jahren bezogen werden, wenn die rentenrechtlichen Voraussetzungen vorliegen - wie zum Beispiel eine Wartezeit von 35 Jahren. Dies ist allerdings nur mit Abschlägen möglich.

Die Jahrgänge ab 1948 können die Rente bereits vor dem 63. Lebensjahr in Anspruch nehmen - allerdings um den Preis höherer Abschläge. Für Personen, die vor dem 31.12.2006 mit ihrem Arbeitgeber einen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen haben, gilt diese Regelung auch nach 2012 (Vertrauenschutzregelung).

Schwerbehinderte können ab dem 63. Lebensjahr unter den gleichen versicherungsrechtlichen Voraussetzungen die Altersrente abschlagsfrei in Anspruch nehmen. Nehmen sie Abschläge in Kauf, können Schwerbehinderte bereits ab dem 60. Lebensjahr in Rente gehen.

Ich gehöre zu den Jahrgängen ab 1947. Kann ich nach 2012 ohne Abschläge in Rente gehen?

Grundsätzlich gilt: Ab 2012 ist die vorzeitige Rente nur noch ab dem 63. Lebensjahr möglich und das mit finanziellen Abschlägen auf die Rentenzahlung.

Doch es gibt Ausnahmen: So können Versicherte mit einer Wartezeit von mindestens 45 Jahren ab dem 65. Lebensjahr eine abschlagsfreie Rente erhalten. Für schwerbehinderte Menschen ist der Bezug der Altersrente ebenfalls ab 65 abschlagsfrei möglich.

Wie hoch ist meine Rente?

Die Regelaltersrente in Anspruch nehmen kann, wer mindestens fünf Jahre genannte Wartezeit erfüllt, also fünf Jahre Beitragszeiten "gesammelt" hat. Dazu zählen alle Zeiträume, in denen Pflichtbeiträge oder - unter bestimmten Bedingungen - auch freiwillige Beiträge bzw. Beiträge nach besonderen Vorschriften gezahlt wurden.

Auch Zeiten der Kindererziehung gelten als Beitragszeiten, wenn dafür Entgeltpunkte gutgeschrieben sind.

Da sich die Rentenhöhe nach den Beitragszeiten richtet, liegt es auf der Hand, dass fünf Jahre Pflichtbeitragszeiten für eine angemessene Alterssicherung nicht ausreichen. Je länger ein Beschäftigungsverhältnis bestand und damit Beiträge gezahlt wurden, umso höher wird die ausgezahlte Rente ausfallen.

Außer den Beitragszeiten können auch andere Zeiträume die Höhe der Rente beeinflussen. Eine genaue Auskunft über die Rentenhöhe gibt der Rentenversicherungsträger.

Haben Frauen noch Anspruch auf eine spezielle Rente?

Die Altersrente für Frauen können nur noch Versicherte in Anspruch nehmen, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind. Frauen haben mit dem vollendeten 60. Lebensjahr Anspruch auf Altersrente - unter folgenden zwei Voraussetzungen:

  • sie erfüllen die Wartezeit von 15 Jahren
  • nach Vollendung des 40. Lebensjahres sind mehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit nachgewiesen

Die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente wurde auf 65 angehoben. Wird sie vor dem 65. Lebensjahr in Anspruch genommen, ist mit Rentenabschlägen zu rechnen.

Da nur noch Frauen bis zum Geburtsjahrgang 1951 anspruchsberechtigt sind, wird die Altersgrenze für diese Rente nicht angehoben,

Ich habe einen Altersteilzeitvertrag mit meinen Arbeitgeber geschlossen. Kann ich noch die Rente nach Altersteilzeit in Anspruch nehmen?

Soweit die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, können alle Versicherten bis zum Geburtenjahrgang 1951 noch die Altersrente für Arbeitslose oder nach Altersteilzeit in Anspruch nehmen. Seit 2008 ist das frühestens ab dem 63. Lebensjahr möglich. Vorzeitig ist dies nur mit Abschlägen möglich. Bisher war der vorzeitige Rentenbezug ab dem 60. Lebensjahr möglich. Diese Altersgrenze wurde aber für Versicherte angehoben, die ab dem Jahrgang 1946 geboren sind.

Die Altersgrenze wird für diese Rente nicht auf 67 angehoben, da nur Versicherte bis zum Geburtsjahrgang 1951 anspruchsberechtigt sind.

Ich beziehe eine vorgezogene Altersrente. Wie viel kann ich noch nebenbei hinzuverdienen?

Mit Vollendung des Regelalters für die Altersrente - zurzeit also das 65. Lebensjahr - hat der Hinzuverdienst keinen Einfluss mehr auf den Rentenbezug. Das heißt, es darf unbeschränkt hinzuverdient werden.

Vor dem 65. Lebensjahr gelten für den Hinzuverdienst bestimmte Grenzen. Diese unterschieden sich je nachdem ob eine Voll- oder eine Teilrente bezogen wird.

Bei der Vollrente bleibt ein Hinzuverdienst von bis zu einem Siebtel der monatlichen Bezugsgröße anrechnungsfrei. Seit 1.1.2008 gilt eine monatliche Zuverdienstgrenze von 400 Euro.

Dieser Betrag darf zweimal im Jahr bis zum Doppelten überschritten werden, z. B. für Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, ohne dass der Anspruch auf die Vollrente verloren geht.

Bei einer Teilrente vergrößert sich der Anteil

  1. bei einem Drittel der Vollrente um das 0,25-Fache,
  2. bei der Hälfte der Vollrente um das 0,19-Fache,
  3. bei zwei Dritteln der Vollrente um das 0,13-Fache

der monatlichen Bezugsgröße, vervielfältigt mit der Summe der Entgeltpunkte der letzten drei Kalenderjahre vor Beginn der ersten Rente wegen Alters, mindestens jedoch mit 1,5 Entgeltpunkten.

Der Anspruch auf die Vollrente verfällt, wenn die Hinzuverdienstgrenzen überschritten werden. Der Rentenversicherungsträger muss dann aber prüfen, ob eine Teilrente geleistet werden kann.

Nicht als Arbeitsentgelt gilt Pflegegeld, das einem Pflegebedürftigen nach § 37 SGB XI zusteht und das dieser der Pflegeperson weiterreicht.

Ebenfalls kein Arbeitsentgelt in diesem Sinne sind die Zahlungen, die behinderte Menschen für ihre Arbeit in einer anerkannten Werkstätte für Behinderte oder in einer Blindenwerkstätte erhalten.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Die DGB-Rentenkampagne in ganz Deutschland vor Ort
Die DGB-Rentenkampagne ist gestartet – und der DGB macht in ganz Deutschland auf die Ziele der Kampagne aufmerksam. In vielen Städten hängen bereits Großplakate mit unserer Forderung: "Rente muss für ein gutes Leben reichen". weiterlesen …
Pressemeldung
Hoffmann: Risiko bei betrieblicher Altersversorgung nicht bei Beschäftigten abladen
Die Bundesregierung will die Betriebsrenten in Deutschland stärken – unter anderem dadurch, dass der Arbeitgeber nicht wie bisher eine bestimmte Rentenhöhe garantieren muss. DGB-Chef Reiner Hoffmann warnt davor, das Risiko einseitig auf Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abzuwälzen. Zur Pressemeldung
Link
Diskussionsveranstaltungen zur Sozialwahl 2017
Der DGB diskutiert mit ExpertInnen aus Kranken- und Rentenversicherungen und Gewerkschaften über den Stellenwert der Sozialwahl und zur Zukunft der sozialen Selbstverwaltung in Leipzig und Saarbrücken. Weitere Themen: „Mit deiner Stimme den Renten-Sinkflug stoppen“: Rentenappel von DGB und Gewerkschaften unterstützen; Veranstaltungshinweis: „Gesunde Arbeit bis zur Rente“ zur Webseite …

Zuletzt besuchte Seiten