Deutscher Gewerkschaftsbund

30.04.2010

Tarifabschluss der DGB-Gewerkschaften mit iGZ: Zeitarbeitsmindestlohn in Sicht

Die DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit hat mit dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) einen Tarifabschluss erzielt. Neben der Erhöhung der Entgelte in mehreren Stufen ab Juli wurde auch ein Mindestlohn für die Branche abgeschlossen. Vereinbart wurde zudem eine tarifliche Regelung zur Verhinderung von Missbrauch der Zeitarbeit wie im Falle Schlecker.

Die DGB-Gewerkschaften der DGB-Tarifgemeinschaft Zeitarbeit haben mit dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) am 30. April 2010 einen Tarifabschluss erzielt. Neben der Erhöhung der Entgelte ab 1. Juli 2010 in mehreren Stufen bis 31. Oktober 2013 wurde ein Mindestlohn für die Zeitarbeit abgeschlossen und eine tarifliche Regelung zur Verhinderung von Missbrauch der Zeitarbeit wie im Falle Schlecker.

Die Entgelte der untersten Entgeltgruppe steigen in Westdeutschland ab dem 1. Juli 2010 auf 7,60 Euro und in weiteren Stufen bis auf 8,19 Euro ab dem 1. November 2012. In Ostdeutschland erhöht sich das Entgelt der untersten Entgeltgruppe ab 1. Juli 2010 auf 6,65 Euro und – ebenfalls in weiteren Stufen – auf dann 7,50 Euro ab 1. November 2012.

 Um einen Mindestlohn in der Branche Zeitarbeit einführen zu können, wurde ein Mindestlohntarifvertrag abgeschlossen. „Mit Blick auf den Eintritt der vollen EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit am 1. Mai 2011 bietet der Tarifvertrag die Chance, dass die Beschäftigten der Branche besser vor Lohndumping geschützt werden. Die Tarifvertragsparteien haben ihre Arbeit geleistet. Jetzt ist die Politik gefordert“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki.

Der Mindestlohn wird wirksam, wenn das Arbeitnehmer-Entsendegesetz auf die Branche Zeitarbeit ausgeweitet wird und die Allgemeinverbindlicherklärung durch das Bundesarbeitsministerium erfolgt.


Nach oben
13.07.2011
Leih­ar­beit in Deutsch­land und Eu­ro­pa
Böckler Impuls/Hans-Böckler-Stiftung
Leiharbeit, auch Zeitarbeit genannt, ist in Deutschland erst seit 1972 erlaubt. Mit der Hartzgesetzgebung lockerte der Gesetzgeber im Jahre 2003 die gesetzlichen Beschränkungen in wesentlichen Punkten. Seitdem nimmt die Beschäftigung in diesem Sektor rasant zu.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Studie: Jeder zweite Leiharbeits-Job dauert weniger als 3 Monate
Kaum Kündigungsschutz, hohes Verarmungsrisiko: Fast die Hälfte der Leiharbeitsbeschäftigten wird nach weniger als drei Monaten wieder gekündigt. Über ein Drittel der Entlassenen landet sofort in Hartz IV, zeigt eine aktuelle DGB-Studie zur Leiharbeit. weiterlesen …
Link
Digitale Arbeitswelt: Häppchen-Jobs für ein Taschengeld
Die Digitalisierung krempelt die Arbeit kräftig um: Eine neue Schicht von „Crowd-Workern“ erledigt ihre Jobs über das Internet praktisch zu jeder Zeit und von überall. Doch die neue Arbeitswelt braucht dringend verbindliche Spielregeln – denn die Bedingungen seien „teils Wild-West“, oft würden nur Dumpinglöhne bezahlt, sagt DGB-Experte Oliver Suchy in der Rhein-Neckar-Zeitung. zur Webseite …
Link
Tatort Erdbeerfeld: DGB Nord warnt vor Ausbeutung und Mindestlohn-Verstößen
Sie kommen aus Polen oder Rumänien. Erntehelfer wollen sich auf den Erdbeerfeldern Schleswig-Holsteins gutes Geld verdienen. Doch viele der Pflückerinnen und Pflücker erhalten nicht einmal den derzeitigen Branchenmindestlohn von 7,40 Euro pro Stunde. Von „Ausbeutung auf dem Acker“ spricht Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord, im Flensburger Tageblatt. zur Webseite …

Zuletzt besuchte Seiten