Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 144 - 31.08.2010

Matecki: Für reguläre Beschäftigung durch solides Wachstum sorgen

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für August sagte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki am Dienstag in Berlin:

„Der Arbeitsmarkt ist mit einem geringfügigen Rückgang der Arbeitslosigkeit stabil geblieben. Allerdings beruht der Zuwachs an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung überwiegend auf einem erneuten Boom der Leiharbeit. Hier droht bei Neueinstellungen nach der Krise ein Verdrängungswettbewerb zu Lasten regulärer und Existenz sichernder Arbeit. Dem gilt es auch von Seiten der Politik Einhalt zu gebieten.

Volle Auftragsbücher belegen, dass Wachstum die beste Grundlage für einen stabilen Arbeitsmarkt ist. Doch die relativ positiven Nachrichten vom Arbeitsmarkt können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Binnennachfrage schwächelt und deshalb vom heimischen Markt keine Wachstums- und Beschäftigungsimpulse ausgehen. Alles, was bisher stabilisierend auf den Binnenmarkt gewirkt hat, droht mit dem angekündigten Sparpaket abgewürgt zu werden.

Das Wachstum verläuft einseitig – es beruht vor allem auf dem Außenhandel. Doch diese Exportabhängigkeit kann sich als Bumerang erweisen, wenn auch das europäische Umfeld wegen rigider Rotstiftpolitik – extrem z.B. in Spanien oder Griechenland – keine Produkte mehr abnehmen kann.

Neben der Herstellung der Handelsgleichgewichte gilt es nun, die Binnennachfrage zu stärken: Dazu gehören Zukunftsinvestitionen in Infrastruktur und grüne Technologien, Eindämmung des Niedriglohnsektors durch Einführung Existenz sichernder Mindestlöhne sowie die Stärkung des Konsums privater Haushalte durch kräftige Lohnerhöhungen.“



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