"Jetzt zählen die Menschen" - Plakat zum 2. Weltkongress des Internationalen Gewerkschaftsbundes. ITUC-CSI-IGB
"Jetzt zählen die Menschen - Aus der Krise mit globaler Gerechtigkeit" ist das Motto des 2. Weltkongresses des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), der am 21. Juni in Vancouver (Kanada) eröffnet wurde. Mehr als 1400 Delegierte aus der ganzen Welt debattieren bis Freitag über die Zukunft der internationalen Gewerkschaftsbewegung. Mit seinen 311 Mitgliedsorganisationen aus 155 Ländern repräsentiert der IGB 175 Millionen Gewerkschaftsmitglieder. Gastgeber ist der Kanadische Gewerkschaftsbund (CLC). CLC-Präsident Ken Georgetti erinnerte in seiner Begrüßung an die stolze und kämpferische Geschichte der Gewerkschaften in der Region British Columbia. Diese Tradition der Solidarität sollte dazu dienen, die Gier von Managern und Banken zu stoppen.
IGB-Präsidentin Sharan Burrow machte in ihrer Eröffnungsrede deutlich, dass die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht zu Lasten der Menschen in aller Welt gehen dürfen. Vielmehr seien die Regierungen jetzt aufgefordert eine aktive Beschäftigungspolitik in das Zentrum der Krisenbewältigung zu stellen. Mit Blick auf die Situation in Europa kritisierte Burrow: "Eine europäische Regierung nach der anderen sieht sich gezwungen voreilige und selbstmörderische Sparmaßnahmen zu ergreifen um einen rücksichtslosen Finanzmarkt zu beruhigen. Damit wird eine erneute Rezession immer wahrscheinlicher. Niemand bezweifelt die Bedeutung Haushaltskonsolidierung mit der Zeit, aber es kommt auf den Zeitpunkt an. Dies erfordert eine Wachstumsstrategie die die Staatsverschuldung reduziert, ohne die Lebens- und Existenzgrundlagen der arbeitenden Menschen anzugreifen."
Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer leitet die Delegation des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Michael Sommer ist Vizepräsident des Internationalen Gewerkschaftsbundes.
Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou betonte in seiner Liveschaltung aus New York, dass sein Land kein verschwenderisches Sozialsystem habe sondern die Krise im ökonomischen Missmanagement ihre Ursache hätte. „In der aktuellen Krise werden Gewerkschaften mehr denn je gebraucht, um für Arbeitnehmerrechte, nachhaltige Entwicklung und eine gerechte Welt zu kämpfen“, sagte Papandreou. Weiterhin unterstützt er die Forderung nach einer Finanztransaktionssteuer, die zum einen notwendige Mittel für die Beschäftigungspolitik, eine grüne Ökonomie und Entwicklungspolitik aufbringen würde und zum anderen helfen könnte, destruktive Spekulationen zu unterbinden.
In einer Grußbotschaft bezeichnete der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) Juan Somavia die Gewerkschaften als unabdingbaren Bestandteil von Wirtschaft und Demokratie. "Die Welt braucht starke Gewerkschaften, die die politischen Entscheidungsträger anmahnen ihren Fokus auf die sozialen Defizite zu richten", erklärte Somavia.
Die Kongresseröffnung wurde kulturell von Ureinwohnern der Provinz Britisch Columbia umrahmt. Die Stammesälteste der Musqueam Indianer Rose Point begrüßte die Delegierten mit den Worten: "Ich weiß, dass sie hier sind um mit offenen Verstand und Herzen für unsere zukünftigen Generationen zu arbeiten, so dass wir lernen in Frieden und Harmonie zu leben".
Photos: (c) Jacky Delorme/IGB
Das englischsprachige Internetradio RadioLabour berichtete täglich vom IGB-Weltkogress 2010 aus Vancouver, Kanada. Wir haben die alle Sendungen für Sie zusammengestellt.
5. Kongresstag, 25.Juni 2010
4. Kongresstag, 24.Juni 2010
3. Kongresstag, 23.Juni 2010
2. Kongresstag, 22. Juni 2010.
Der Bericht vom Auftakt am 21. Juni 2010.
Vorbericht zum Kongressstart. Mit einem interview mit Generalsekretär Guy Ryder.
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Botschaft des IGB-Jugendkommitees