Deutscher Gewerkschaftsbund

05.02.2016
Flüchtlinge

Integration und Ausbildung: Keine "Insellösung" für eine Branche

Bundesbildungsministerium (BMBF), Bundesagentur für Arbeit (BA) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben eine Initiative vorgestellt, die Flüchtlinge beim Weg in eine berufliche Ausbildung unterstützen soll. DGB-Vize Hannack lobte den Ansatz grundsätzlich, betonte aber auch: "Für die Integration in Ausbildung brauchen wir keine Insellösungen für einzelne Wirtschaftszweige."

Jugendlicher mit Bauhelm, Auszubildender

Colourbox

Zur Initiative "Wege in Ausbildung für Flüchtlinge" von BMBF, BA und ZDH erklärt Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende:

"Die Initiative zur Ausbildung von Geflüchteten im Handwerk ist ein guter Ansatz, greift aber deutlich zu kurz: Für die Integration in Ausbildung brauchen wir keine Insellösungen für einzelne Wirtschaftszweige. Wir brauchen vielmehr den Ausbau und die Modifizierung von Regelangeboten, die allen Jugendlichen - also Einheimischen und Geflüchteten - offenstehen müssen. Eine Bildungskonkurrenz zwischen Einheimischen und Flüchtlingen dürfen wir nicht zulassen.

Zunächst sollten die Jugendlichen einen Integrationskurs besuchen, eine offene Berufs- und Studienorientierung durchlaufen. Zudem müssen ihre Kompetenzen erfasst werden. Diese Orientierungsphase muss an den Begabungen und Interessen der jungen Menschen ansetzen - und darf nicht einseitig auf einzelne Wirtschaftszweige orientieren. Anschließend muss eine Integrationsphase mit Einstiegsqualifizierung und ausbildungsbegleitenden Hilfen folgen. Diese Angebote müssen aber auch Einheimischen offenstehen."


Nach oben

Weitere Themen

DGB-Stu­die: Ge­sund­heits­kos­ten sind ex­trem un­gleich ver­teilt
DGB/racorn/123rf.com
Nach Schätzungen des GKV-Spitzenverbands werden die Kosten im Gesundheitswesen in den nächsten Jahren um 19 Milliarden Euro steigen. Wenn sich an der aktuellen Gesetzeslage nichts ändert, müssen dafür ausschließlich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufkommen. Auf Durchschnittverdiener kommen allein durch die Zusatzbeiträge der Krankenkassen Mehrkosten von bis zu 855 Euro im Jahr zu.
weiterlesen …

Hoff­mann: Crowd­wor­king braucht faire Spiel­re­geln
DGB/kantver/123rf.com
Sie sind jederzeit verfügbar, jeder kann sie anheuern: Das Heer der Klickarbeiter im Internet wächst. Die Hans-Böckler-Stiftung hat die Arbeitsbedingungen in einer empirischen Studie untersucht – und dabei Auswüchse wie Überwachung per Tastatur oder Stundenlöhne von drei Euro gefunden. Das ist nicht akzeptabel, sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann: „Wir brauchen passende Spielregeln für diesen Arbeitsmarkt“.
weiterlesen …

Kör­per­spra­che: Sou­ve­rän auf­tre­ten im Job
Colourbox
Die Hände werden feucht, das Herz klopft: Schon beim Gedanken daran, eine Präsentation oder Rede halten zu müssen, bekommen viele weiche Knie. Wie kann man das lästige Lampenfieber bekämpfen? Und wie schafft man es, auch beim Vorstellungsgespräch oder der Gehaltsverhandlung mit dem Chef souverän und überzeugend rüberzukommen?
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten