Deutscher Gewerkschaftsbund

18.08.2015

Bundesbank: Bis zu zweistellige Lohnzuwächse in einigen Branchen

Besonders Beschäftigte in Ostdeutschland profitieren

Was der DGB von Anfang an klar gemacht hat, wurde nun durch die Bundesbank bestätigt: Der gesetzliche Mindestlohn hat die Einkommen von vielen Niedriglöhnern seit Januar deutlich steigen lassen, schreibt die Bank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Besonders profitiert haben Menschen in Ostdeutschland, und dort Branchen wie die Gastronomie und das Wach -und Sicherheitsgewerbe.

Kellern beim Servieren

In ostdeutschen Hotels und Gaststätten stiegen die Löhne seit Einführung des Mindestlohns um 12,6 Prozent. Colourbox

In manchen Branchen Ostdeutschlands können sich Beschäftigte sogar über Lohnsteigerungen im zweistelligen Bereich freuen. So stieg der Lohn in der ostdeutschen Nahrungsmittelindustrie um 11,5 Prozent; in Hotels und Gaststätten waren es 12,6 Prozent und im Wach- und Sicherheitsgewerbe 12 Prozent. Das sind Branchen mit geringer Tarifbindung, in denen deswegen häufig sehr schlecht bezahlt wurde.

Kräftig vom Mindestlohn profitiert haben im Osten grundsätzlich angelernte und ungelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.  Die Bruttolöhne seien hier in den ersten drei Monaten 2015 deutlich gestiegen: Bei den angelernten Arbeitern waren es  9,4 Prozent, bei Ungelernten 6,4 Prozent, heißt es.

Bei den Dienstleistungen wie Friseurhandwerk, Wäschereien und Reinigungen habe der gesetzliche Mindestlohn schon vor seiner Einführung „zu einem beträchtlichen Entgeltplus“ geführt.  In der Summe habe die Einführung des Mindestlohns die Lohnstruktur stark beeinflusst:  Vor allem in den niedrig bezahlten Tätigkeiten und Branchen seien die Zuwächse so groß, dass der Durchschnittslohn in Deutschland merkbar gestiegen ist – laut Bundesbank um etwa 0,25 Prozent.

Download: Deutsche Bundesbank Monatsbericht 2015 Monatsbericht

 


Nach oben

Weitere Themen

Mit dei­ner Stim­me den Ren­ten-Sink­flug stop­pen!
DGB
Setz dich jetzt mit uns für eine gute Rente ein! In diesem Jahr haben wir die Chance, bei der Rente viel zu bewegen. Dafür zählt jede Stimme. Denn bei der Bundestagswahl geht es auch um die Zukunft der Rente.
zur Webseite …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

So­zi­al­wahl 2017: Hier wird ge­wählt
Colourbox.de
Bei den Sozialwahlen wählen die Versicherten ihre Vertreterinnen und Vertreter in die so genannte Selbstverwaltung der Sozialversicherungsträger – also bei der gesetzlichen Rentenversicherung, den gesetzlichen Krankenkassen und der gesetzlichen Unfallversicherung. Wie die Wahl abläuft und was sie als Wählerin oder Wähler beachten müssen, erklären wir hier.
weiterlesen …

Jetzt un­ter­zeich­nen: Kei­ne Pri­va­ti­sie­rung der Au­to­bahn!
DGB/Simone M. Neumann
Wir fordern den Deutschen Bundestag und den Bundesrat auf, jede Form der Privatisierung der Autobahnen zu verhindern, Beschäftigung zu sichern und eine leistungsfähige Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Deutschland zu schaffen.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Kurswechsel nötig: Wirtschaftspolitik muss aus Trump-Sieg lernen
Brexit- und Trump-Sieg zeigen, welche Folgen es haben kann, wenn Politik Abstiegsängste und soziale Probleme vernachlässigt. Doch die ökonomische Elite ignoriert, dass ein Kurswechsel in der Wirtschaftspolitik dringend notwendig ist. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) fordert in seinem neuen Gutachten die Fortsetzung von neoliberaler Politik. weiterlesen …
Artikel
Körzell: Trend wachsender Einkommensungleichheit gestoppt
Der Abstand zwischen den Einkommen von Gut- und Geringverdienern wird kleiner. Dies ergab eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes. Warum die Gewerkschaften diesen Erfolg für sich verbuchen können, erklärt DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. weiterlesen …
Artikel
2017: Der Mindestlohn steigt
Der allgemeine Mindestlohn wird zum 1. Januar 2017 auf 8,84 Euro brutto pro Stunde erhöht - damit steigt er zum ersten Mal seit der Einführung vor zweit Jahren. Auf dem Arbeitsmarkt sorgte der Mindestlohn für mehr Gerechtigkeit, zusammen mit guten Lohnabschlüssen steigerte er die Binnennachfrage und das Wirtschaftswachstum, so die Bilanz des DGB klartext. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten