Deutscher Gewerkschaftsbund

04.04.2006
Beschluss des DGB-Bundesvorstands

Eckpunkte des DGB zur Ausbildungsreife

Reife ist eine Frage des Förderns und Forderns

Neben der Steigerung der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe bedarf es vor allem genügend voll qualifizierender Ausbildungsmöglichkeiten. Für die Gewerkschaften hat betriebliche Ausbildung im dualen System Vorrang. Schulische Ausbildungen mit Kammerprüfungen müssen Vorrang vor Warteschleifen haben. Viele Betriebe haben sich mit dem Hinweis auf fehlende Ausbildungsreife der Schulabgängerinnen und Schulabgänger aus der Ausbildung verabschiedet.

Zusätzliche Informationen, Hinweise und gute Beispiele hat der DGB in seiner Handreichung zur Ausbildungsreife gesammelt.

Nach gewerkschaftlichem Verständnis ist Ausbildungsreife immer ein individueller Prozess, abhängig vom jeweiligen Berufsziel, dem Ausbildungsbetrieb und einem lernförderlichen Ausbildungsumfeld. Das deutsche Bildungssystem benötigt eine qualifizierte Berufsausbildungsvorbereitung für alle Jugendlichen, besonders aber für die, die Defizite haben.

Deshalb stellt der DGB folgende Anforderungen an Schulen, Betriebe und
Berufsberatung:

  1. Bessere Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer für Berufsorientierung und Berufswahl, für Stärkenanalysen und Orientierung in der Informationsflut,
  2. rechtzeitige und fest integrierte Schülerbetriebspraktika in den Sekundarstufen I und II,
  3. geregelte Partnerschaften auf Vertragsbasis zwischen Schulen und Betrieben/Verwaltungen mit dem Ziel den SchülerInnen Einblicke in die Arbeitswelt zu ermöglichen bzw. den Betrieben realistische Eindrücke der schulischen Möglichkeiten zu verschaffen,
  4. Weiterentwicklung der Rahmenvereinbarung über die Zusammenarbeit von Schule und Berufsberatung zwischen der Kultusministerkonferenz (KMK) und der Bundesagentur für Arbeit auf lokaler Ebene,
  5. systematisierte Beratungsangebote der Bundesagentur für Arbeit zur Berufsorientierung für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern in allen Jahrgangstufen,
  6. Aufrechterhaltung der Berufsinformationszentren (BIZ) der Bundesagentur für Arbeit und Aktualisierung der Informationsangebote.

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