Deutscher Gewerkschaftsbund

02.08.2017
Arbeitsschutz

Dieser Bereich des Arbeitsplatzes sorgt für die meisten Unfälle

So genannte SRS-Arbeitsunfälle verursachen laut Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) Ausfallkosten von 8 Milliarden Euro pro Jahr. Ursache für die Unfälle ist ein Teil des Arbeitsplatzes, der eigentlich gar nicht gefährlich wirkt. Wir erklären, was "SRS-Unfälle" sind und wie sie vermieden werden können.

Frauenbeine mit Krücken, gebrochenes Bein im Gips

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Welcher Bereich eines Arbeitsplatzes verursacht wohl die meisten Arbeitsunfälle in Deutschland?

  • Maschinen?
  • Gerüste oder andere hoch gelegene Arbeitsplätze?
  • Verkehrs- und Transportmittel?

Nein. Der Bereich des Arbeitsplatzes, der in Deutschland mit Abstand die meisten Arbeitsunfälle verursacht ist – der Fußboden.

VIDEO: So warnt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung vor Stürzen bei der Arbeit

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Unfallursache Nummer 1: Der Fußboden

Denn die Liste der häufigsten Arbeitsunfälle wird angeführt von den so genannten SRS-Unfällen. "SRS" steht dabei für:

  • Stolpern,
  • Rutschen,
  • Stürzen.

Arbeitsunfälle, die schlicht und einfach beim Gehen oder Laufen passieren, machen laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung (DGUV) fast ein Drittel (30,8%) aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle aus. Und ein noch genauerer Blick auf die Unfallumstände zeigt: Hauptursache für solche Unfälle ist der Fußboden. 15,8 Prozent aller Arbeitsunfälle und damit rund die Hälfte aller "SRS-Unfälle" sind Unfälle, bei denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf unebenem Fußboden oder über Hindernisse am Boden, gestolpert, ausgerutscht oder gestürzt sind.

15,8 Prozent aller Arbeitsunfälle sind Unfälle, bei denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf unebenem oder glattem Fußboden oder über Hindernisse gestolpert, ausgerutscht oder gestürzt sind.


Selbst bei den tödlichen Arbeitsunfällen hat der Fußboden als Unfallursache einen hohen Anteil.

  • Immerhin 4,0% aller tödlichen Arbeitsunfälle gehen auf einen Unfall zurück, der mit dem Fußboden zusammenhängt.

Zum Vergleich:

  • Unfälle auf Treppen und Leitern machen nur 3,9% aller tödlichen Arbeitsunfälle aus,
  • Unfälle mit Gabelstaplern oder ähnlichen Fahrzeugen nur 3,3% aller tödlichen Arbeitsunfälle,
  • Unfälle auf Gerüsten nur 2,7% aller tödlichen Arbeitsunfälle.

So lassen sich SRS-Unfälle vermeiden:

Doch nicht nur unebener Fußboden ist ein Grund für die vielen SRS-Unfälle. Auch "Stolperfallen" wie Türschwellen, Treppen oder herumliegende Kabel sind eine Gefahrenquelle.

Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), eine der größten Berufsgenossenschaften Deutschlands, empfiehlt deswegen Beschäftigten und Arbeitgebern unter anderem folgende Maßnahmen:

Bauliche Lösungen:
  • unterschiedliche Fußbodenhöhen vermeiden
  • auf Türschwellen verzichten
  • Kabel in Kabelschächte oder -kanäle verlegen sowie Kabelbrücken benutzen
  • Schmutzmatten in Eingangsbereichen verwenden
Wenn bauliche Maßnahmen nicht möglich sind (z.B. bei Altbauten) empfiehlt die VBG:
  • Gefahrenquellen kennzeichnen (Warnhinweise)
  • glatte Fußböden abstumpfen
  • wetterbedingte Glätte vermeiden (Winterdienst)

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