Deutscher Gewerkschaftsbund

16.03.2016
Gender Pension Gap

57 Prozent weniger Rente für Frauen

Aus Entgeltlücke wird riesige Rentenkluft

Frauen verdienen deutlich weniger als Männer. Das rächt sich auch bei der Rente: Frauen bekommen im Schnitt nicht einmal halb so viel wie Männer. "Die Rente ist ein Spiegel des Erwerbslebens - und spiegelt drastisch die mangelnden Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt", sagt DGB-Vize Elke Hannack.

ältere Frau sitzt bettelnd auf einer Steinkante

Colourbox

Frauen beziehen im Schnitt nur 43 Prozent der Altersbezüge eines Mannes. Das hat eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung ergeben.

Zu den Ergebnissen sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack:

Frauen sind häufiger vom Staat abhängig

„Aus der Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern wird im Lauf der Jahre eine enorme Rentenlücke. Frauen sind häufiger vom Staat abhängig – oder vom Renteneinkommen des Partners. Doch der Mann ist keine Altersvorsorge.

Politik muss sich stärker für faire Chancen einsetzen

Die Rente ist ein Spiegel des Erwerbslebens - und dokumentiert drastisch die mangelnden Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Daran ändern auch kostspielige Wohltaten wie die Mütterrente für die von Altersarmut betroffenen Frauen nur wenig. Dieser Versuch die niedrigen Renten von Frauen rückwirkend aufzubessern, reicht nicht. Um langfristig was zu ändern, muss die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen über den gesamten Erwerbsverlauf in den Handlungsfokus genommen werden. Die Politik muss sich stärker für faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt einsetzen. Wir brauchen Erwerbsanreize statt Fehlanreize.

Problem: bröcklende Normalarbeitsverhältnisse

Dass die Rentenlücke zwischen Frauen und Männern kleiner geworden ist, heißt längst nicht, dass sich die Situation gebessert habe. Ursache dafür ist vielmehr das bröckelnde Normalarbeitsverhältnis. Arbeitslosigkeit, niedrigere Einkommen und die Zunahme an Teilzeitjobs betreffen auch Männer und wirken sich entsprechend negativ auf ihre Renten aus.“

Klar ist, dass wir insgesamt erst mal eine Stabilisierung des derzeitigen Rentenniveaus brauchen.“   


 

Spiegel Online: Gender Pension Gap - Frauen bekommen nicht mal halb so viel Rente wie Männer


Nach oben

Weitere Themen

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Wer Be­triebs­rä­te be­hin­der­t, dem droht bis zu ei­nem Jahr Ge­fäng­nis
Colourbox.de
Wer Betriebsräte in ihrer Tätigkeit behindert, dem drohen bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder Geldstrafen – eigentlich. Denn diese Straftaten von Arbeitgebern werden praktisch nicht verfolgt. Das sei skandalös, findet der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann – und fordert Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften.
weiterlesen …

Das än­dert sich 2018 für Ar­beit­neh­mer und Ver­si­cher­te
Colourbox.de
Am 1. Januar 2018 treten neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Unter anderem beim Mutterschutz und in der betrieblichen Altersversorgung. Was ändert sich noch für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Versicherte? Eine Übersicht.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten